Schweiz
Justiz

Unbekannte sprengen Bankomaten in Neuenburg

Unbekannte sprengen Bankomaten in Neuenburg: 200-Franken-Nötli liegen am Boden verteilt

In Marin NE liessen am Dienstagmorgen drei Unbekannte zwei Geldautomaten explodieren. Schweizweit gab es dieses Jahr zwar weniger solche Angriffe. Doch die Schäden werden immer grösser.
30.12.2025, 15:1130.12.2025, 15:11
Julian Spörri / ch media
Marin
Ein Bild der Verwüstung: Das Einkaufszentrum Marin Centre wurde von Bankomat-Sprengern heimgesucht.bild: kapo neuenburg

Warteschlangen an den Kassen gab es noch keine, die Geschäfte sollten erst fünf Stunden später öffnen: Kurz nach 4 Uhr brachen am Dienstagmorgen mindestens drei Personen ins Einkaufszentrum Marin Centre nordöstlich von Neuenburg ein. Sie liessen zwei Bankomaten im Innern des Gebäudes explodieren und flüchteten, wie die Kantonspolizei in einer Mitteilung informierte.

Beim Angriff auf die Geldautomaten der Neuenburger Kantonalbank kam Sprengstoff zum Einsatz. Die Bundesanwaltschaft wird deshalb die Leitung der Ermittlungen von den kantonalen Behörden übernehmen. Diese Arbeitsteilung kommt bei Sprengstoffanschlägen auf Bankomaten stets zum Tragen.

Weniger Anschläge, mehr Schäden

Vor Marin wurden im Jahresverlauf in der Schweiz bereits 23 weitere Geldautomaten angegriffen, wie das Bundesamt für Polizei (Fedpol) gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone bekannt gab. Das sind deutlich weniger als noch in den Vorjahren. Die Zahl der Bankomat-Anschläge schwankte jeweils zwischen 32 (2023) und 57 (2022), wobei die Mehrheit der Angriffe mit Sprengstoff durchgeführt wird. Das Einleiten von Gas oder das mechanische Aufbrechen kommen seltener vor. 2024 kam es zu 48 Vorfällen – doppelt so viele wie im abgelaufenen Jahr.

Die Behörden führen diese positive Entwicklung nicht zuletzt auf vorbeugende Massnahmen und aktives Durchgreifen gegen die Kriminellen zurück. Trotzdem gibt es auch unerfreuliche Nachrichten: Die verursachten Schäden vergrössern sich laut Fedpol zusehends.

Auch im Fall des Angriffs in Marin spricht die Kantonspolizei Neuenburg in einem Communiqué von erheblichen Schäden. Bilder zeigen das Ausmass der Zerstörung: Zerborstene Glasscheiben, demolierte Metallgehäuse – und am Boden verteilte 100-Franken- und 200-Franken-Nötli.

Banknoten liegen nach der Explosion über den Boden verteilt.
Banknoten liegen nach der Explosion über den Boden verteilt.bild: kapo neuenburg

Verletzte gab es in Marin keine. Inwiefern die Täter Beute gemacht haben, gilt es laut der Polizei erst noch zu ermitteln.

Sie rückte zwar sofort mit mehreren Patrouillen aus und sperrte den Perimeter rund um das Einkaufszentrum ab. Die Suche nach den Tätern blieb allerdings vorderhand erfolglos. Derweil konnten die Geschäfte ihre Türen nach 14 Uhr doch noch für die Kundschaft öffnen. (aargauerzeitung.ch)

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72 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Xicotencatl Axayacatl
30.12.2025 15:36registriert August 2024
"aktives Durchgreifen gegen die Kriminellen zurück"

Das ist schön, bleibt aber bis zu einem gewissen Grad Symptombekämpfung. Wieso werden Banken nicht verpflichtet, Geldkassetten gegen Gewalt abzusichern? Das funktioniert in anderen Ländern hervorragend. In Frankreich und Deutschland werden zum Beispiel Farbkartuschen eingesetzt, die bei Gewalteinwirkung die Noten entwerten. Niemand kann mir erzählen, diese Lösung sei teurer, als der durch Explosionen entstehende Sachschaden.
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Quilombo
30.12.2025 16:56registriert September 2025
Ist ja unglaublich wie unfähig die schweizer Banken sind, dass sie ihre Geldautomaten nicht mal mit Farbpatronen flächendeckend aufrüsten.
In Südamerika gab es vor 8-10 Jahren mal marodierende Banden (man sprach von Chilenen) die durch mehrere Länder zogen und ATM sprengten oder wegzerrten.
Mit der Aufrüstung der ATM mit Farbpatronen hat das dann schlagartig aufgehört.
Müssen Schwellenländer dem Bankenland Schweiz zuerst zeigen wie sicheres Retailbanking mit Cash geht??
Das ist echt peinlich für die CH Banken.
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Rüssgeischt
30.12.2025 16:26registriert Februar 2021
Die Banken sollen endlich die Verantwortung für diese Anschläge übernehmrn, sie haben viel zu lange mit der Absicherung der Bancomaten zugewartet, weil sie die paar tausend Franken gereut hat für die Aufrüstung der Bancomaten!
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