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Zahl der Kindsmisshandlungen in der Schweiz nimmt weiter zu

Zahl der Kindsmisshandlungen in der Schweiz nimmt weiter zu

25.01.2023, 10:4225.01.2023, 11:42
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Kindsmisshandlung
Bild: Shutterstock

Die Zahl der Kindsmisshandlungen steigt. Die Kinderschutzgruppe und Opferberatungsstelle des Universitäts-Kinderspitals Zürich hat im vergangenen Jahr erneut eine Zunahme der gemeldeten Verdachtsfälle registriert: Die Zahl stieg von 625 im Vorjahr auf 647.

Nicht immer bestätigt sich ein Verdacht. So war sich das Team in 478 Fällen sicher, wie das Kinderspital am Mittwoch mitteilte. In den restlichen 125 Fällen konnte der Verdacht nicht bestätigt, aber auch nicht ausgeräumt werden. Die Betroffenen werden dann entweder engmaschig kontrolliert oder von anderen Stellen, wie Mütter- oder Väterberatung, betreut.

Die Kinderschutzfälle werden in fünf Kategorien erfasst: : körperliche und psychische Misshandlung, sexueller Missbrauch, Vernachlässigung und Münchhausen Stellvertreter-Syndrom.

Nachdem es bei den körperlichen Misshandlungen im Vorjahr einen Rückgang auf 25 Prozent gab, haben diese Fälle 2022 auf 31 Prozent zugenommen. Das Bewusstsein, wie schädigend solche Strafen sein können, sei noch ungenügend in der Bevölkerung angekommen, heisst es in der Mitteilung.

Der Beschluss des Ständerats, die gewaltfreie Erziehung im Schweizerischen Zivilgesetzbuch zu verankern, helfe hoffentlich, die körperliche Bestrafung von Kindern zu reduzieren.

Mehr Risiko durch mehr Stress

Die Zahl der psychischen Misshandlungen und der vernachlässigten Kinder ist mit insgesamt 37 Prozent etwa gleich geblieben wie im Vorjahr. Die Grenze zwischen diesen beiden Misshandlungsformen ist fliessend, wie es in der Mitteilung heisst. Auch die Zahl der sexuellen Misshandlungen blieb mit 26 Prozent ähnlich hoch.

Das Risiko für eine Kindsmisshandlung nimmt zu, je mehr Stress es in einer Familie gibt, sei es durch kindliche, familiäre oder Umgebungsfaktoren. So wurden im vergangenen Jahr mit 31 Fällen mehr Risikosituationen erkannt (Vorjahr: 13 Fälle). Hier ist es noch nicht zu einer Misshandlung gekommen, aber es besteht Gefahr. Ziel ist es dann, mit geeigneten Massnahmen eine solche zu verhindern.

Allerdings sei nicht automatisch davon auszugehen, dass nur in belasteten Familien Kindsmisshandlungen geschehen. Kinder würden auch in Familiengefügen misshandelt, in denen keine oder wenige Risikofaktoren vorliegen, schreibt das Kinderspital.

(aeg/sda)

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