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Tut die Schweiz im Kampf gegen Pädophile zu wenig? Bild: shutterstock.com

Kampf gegen Pädo-Kriminelle: Massive Ermittlungslücken bei Bund und Kantonen



Ein vertraulicher Bericht des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) ortet massive Versäumnisse im Kampf gegen Pädo-Kriminelle im virtuellen Raum. Die interne Analyse liegt dem SonntagsBick vor und zeigt: Die Schweiz tut im Kampf gegen Pädo-Kriminalität viel zu wenig.

Wortwörtlich steht, dass verschiedene Polizeikorps «aufgrund der lokalen Prioritätensetzung über mehrere Jahre sämtliche pädokriminelle Internetfälle zurückstellen mussten und sich bei der Bearbeitung von Anzeigen in einem kaum mehr aufzuholenden Rückstand befänden.» Mehr noch: «Aktive verdachtsunabhängige Internetrecherchen auf Bundes- oder Kantonsebene finden seit Jahren kaum oder gar nicht statt».

Dabei sind gerade solche Ermittlungen zentral um Täter zu stoppen bevor es zum Missbrauch kommt. Die Ressourcen, die für die pädosexuelle Internetkriminalität im Schnitt laut Bund bei den einzelnen Schweizer Polizeikorps eingesetzt werden: 15 Stellenprozent. Spezialermittler fehlen weitgehend.

Konfrontiert mit den Recherchen lässt das Fedpol gegenüber dem SonntagsBlick verlauten: Die Analyse sei nicht mehr aktuell, weil die Resultate sich auf den Zeitraum 2015 bis 2017 beziehen würden. Fakt aber ist: Der Bericht wurde erst 2019 fertiggestellt, der Präsident der Schweizer Polizeidirektoren Urs Hofmann kennt die Ergebnisse noch gar nicht.

Eine Anfrage bei einzelnen Kantonen zeigt: Auch aktuell haben sie keine Ressourcen aktiv nach Tätern zu suchen. Sie beschränken sich deshalb darauf den vom Fedpol via USA übermittelten Verdachtsfälle auf Konsum von Kinderpornografie so gut es geht nachzugehen. Die Fedpol-Analyse hält treffend fest: «Das Phänomen der pädosexuellen Gewalt wird nicht von allen beteiligten Stellen in seiner ganzen Tragweite erkannt».

Für Xenia Schlegel von der Stiftung Schweizer Kinderschutz sind die Ergebnisse des Fedpol-Berichts keine Überraschung: «Weder beim Bund noch bei den Kantonen hat der Schutz von Kindern Priorität.» Die Schweiz setze im Bereich Cyberkriminalität beispielsweise mehr Mittel für die Aufklärung von Internetbetrügereien ein als für den Schutz der Kinder.

ZUM THEMA DER AENDERUNG DES SCHWEIZERISCHEN ZIVILGESETZBUCHES, KINDERSCHUTZ, AN DER WINTERSESSION, STELLEN WIR IHNEN AM DIENSTAG, 28. NOVEMBER 2017, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - [ Symbolic Image, Posed Picture,  ]  - Girl sitting on the stairs, holding some flowers. - Girl, Child, flowers, heart, looking for love, legs closed, child abuse, looking for understanding,    (Photo by KEYSTONE/Christof Schuerpf) 

[ Gestellte Aufnahme, Symbolbild,  ] Kindesmissbrauch, Kindsmissbrauch, Maedchen, Kind, Herz, verschlossen, Hilferuf, Schutz suchend,   (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

«Weder beim Bund noch bei den Kantonen hat der Schutz von Kindern Priorität», sagt Xenia Schlegel von der Stiftung Kinderschutz. Bild: KEYSTONE

Das zeige: «Wirtschaftsinteressen werden höher gewertet.» Schlegel fordert darum dringend mehr Ressourcen für die Polizei im Kampf gegen Pädokriminalität, gesetzliche Anpassungen um Täter zu fassen und Kinder zu schützen und eine Meldestelle. (ohe)

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    Alle Leser-Kommentare
  • John Galt 25.08.2019 20:08
    Highlight Highlight Das Problem ist grundsätzlich das fehlende Geld. Sparen, sparen, sparen ist das Mantra der Bürgerlichen, bei den Linken hat Law und Order keine Priorität, und für die SVP ist es nur ein Problem wenn der Täter Migrationshintergrund hat.
    Schade.
  • Frogface 25.08.2019 09:59
    Highlight Highlight Das Thema wird erst dann in der Politik aufgegriffen, wenn es einen saftigen Skandal gibt, an dem Exponenten der Gesellschaft beteiligt sind, die Medien das Feld beackern und Politiker es als Chance sehen Wählerstimmen zu ergattern bzw. bestimmte Wählergruppen der Schaffung von entsprechenden Stellenprozenten zustimmen.

    • Ad Sch 25.08.2019 11:48
      Highlight Highlight Epstein?
  • Paul Jaeger 25.08.2019 09:45
    Highlight Highlight Beschämend das wir in einen so reichen/offenen Land unsere Kinder nicht schützen .
  • Dragonlord 25.08.2019 09:37
    Highlight Highlight Dieser Bericht stimmt mich sehr traurig.
    Der Schaden, den ein Pädo-Krimineller anrichtet, ist für die Betroffenen extrem hoch und das nicht nur psychisch.
    Unverständlich, weshalb die Politik hier schläft.
  • Flying Zebra 25.08.2019 08:58
    Highlight Highlight Naja Pech für die Kinder.. dafür sind Geld und Wertgegenstände sicher.

    Prioritäten🇨🇭🤢
  • Mangi 25.08.2019 08:49
    Highlight Highlight In einer Gottlosen Welt kann es gar nicht anders kommen als es eben ist
  • Töfflifahrer 25.08.2019 08:46
    Highlight Highlight Die Kantone sparen an allen Ecken und Enden, viele Polizisten-Stellen sind nicht besetzt, in einigen Kantonen sind Stellen geplant, werden aber jeweils bei den Budgetvorlagen wieder gestrichen und verschoben. Wie bitte sollen die Korps hier umfassend arbeiten und eigenständig Vorermittlungen tätigen können? Es gibt Aufgaben, die die kantonalen Korps im Auftrag des Bundes durchführen, diese Stellen werden aber vom Bund bezahlt. Die hier thematisierten Tätigkeiten gehören jedoch nicht dazu. Die Korps sind überbelastet mit gängigen Ermittlungen.
  • Hans Hansen 25.08.2019 08:32
    Highlight Highlight Traurig das man keine Ressourcen frei stellt. Die Bürger mit dem neusten Blitzer an unmöglichen Orten blitzen geht aber immer und bringt Geld ohne sich anstrengen zu müssen.
    • matcha 25.08.2019 08:42
      Highlight Highlight Dafür sollen ressourcen frei werden für die erfassung von sozialhilfebezügern. Das macht doch sinn????
    • Dragonlord 25.08.2019 09:24
      Highlight Highlight Ich finde es ebenfalls sehr traurig. Du kannst jedoch keine Verkehrspolizisten einfach so in die Abteilung Pädo-Kriminalität versetzen.
      Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe.
      Es müssen dringend mehr Stellen im Bereich der Pädo-Kriminaltät geschaffen werden!
    • Baruch de Spinoza 25.08.2019 09:54
      Highlight Highlight Traurig, dass gewisse Leute nichtmal davor zurückschrecken, das Leiden von Kindern für ihre politische Sache zu missbrauchen. Ich finde es eine politische Widerlichkeit, hier Verkehrspolitik und Sexualdelikte dermassen willkürlich zu vermischen. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Für jeden Blitzer muss ein Polizist entlassen werden?
      Lieber hab ich eine Million Blitzer an unnötigen Stellen, als ein einziges Kind, dass missbraucht wurde.
    Weitere Antworten anzeigen
  • redeye70 25.08.2019 08:05
    Highlight Highlight Die Sparmassnahmen zeigen nun die negativen Wirkungen. Dafür haben wir bald an jeder Strassenecke Verkehrskontrollen und mobile Radargeräte. Auch hier drängst sich der Verdacht auf, es gehe nur um die Einnahmen. Verursacht wird dies aber nicht durch die Polizei, sonder durch unsere gewählten Volksvertreter.
    • stolca 25.08.2019 10:39
      Highlight Highlight Alles gesagt. Wir sparen die Schweiz kaputt.
    • Petoman 25.08.2019 20:40
      Highlight Highlight Welcome to bürgerliche Regierung.
  • Schluch 25.08.2019 07:04
    Highlight Highlight weshalb wird kriminalität mit einer derart globalen dimension auf kantonsebene geregelt? das isch doch absurd
    • olmabrotwurschtmitbürli aka Pink Flauder 25.08.2019 10:42
      Highlight Highlight Das pornografische Material wird Global verteilt und daher basieren soviele Ermittlungen hier auf Hinweisen aus den US.

      Im Artikel sind aber verdachtsunabhängige Ermittlungen angesprochen. Gemeint sind wohl sog. Lockvogel-Aktionen, wo "Kantonspolizist Beat" unter dem Namen "Lea13" in Chats ist und schaut, wer ihn alles am Bahnhof treffen will. Sowas ist dann doch eher lokaler.

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