Schweiz
Klima

Klimawandel bringt jedem Dritten unmenschliche Temperaturen

Klimawandel bringt jedem Dritten unmenschliche Temperaturen

22.05.2023, 17:0022.05.2023, 19:11
A boy cools himself under an irrigation water pipe as northern Indian continues to reel under intense heat wave in Lucknow in the the Indian state of Uttar Pradesh, Wednesday, April 19, 2023. Temperat ...
Bild: keystone

Ein Drittel aller Menschen könnte Ende des Jahrhunderts in Regionen mit unmenschlichen Temperaturen leben. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsteam in einer Studie im renommierten Fachblatt «Nature Sustainability».

Die Forschenden untersuchten dabei die Auswirkungen eines Anstiegs der global durchschnittlichen Temperatur um 2.7 Grad - so wie es bei der aktuellen Klimapolitik erwartbar ist.

Diese Klima-Seniorin redet Tacheles und könnte ehrlicher nicht sein

Video: watson/Aya Baalbaki

Das Forschungsteam um Timothy Lenton von der University of Exeter (Grossbritannien) hat für «menschliche Klimanische» jenen Temperaturbereich definiert, in dem Menschen in der Vergangenheit mehrheitlich lebten. Dort können zum Beispiel Nutztiere gehalten werden und Nutzpflanzen spriessen.

Das Leben ausserhalb dieser menschlichen Klimanische würde vermehrt Krankheiten und eine erhöhte Sterblichkeit bedeuten, erklären sie. Die optimale Jahresmitteltemperatur dieser Nische liegt bei etwa 11 bis 15 Grad Celsius. Aktuell leben bereist über 600 Millionen Menschen und damit über neun Prozent der Weltbevölkerung ausserhalb derartiger Gebiete.

Uraltes Virus aus dem sibirischen Permafrostboden

1 / 10
Uraltes Virus aus dem sibirischen Permafrostboden
Permafrostboden in Sibirien – hier unter anderem nahmen die Wissenschaftler Proben, die uralte Viren enthielten.
quelle: jean-michel claverie/igs/cnrs-am
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Indien besonders betroffen

Besonders viele Menschen wären laut der Studie in Indien, Nigeria und Indonesien von unmenschlichen Temperaturen betroffen. Die Länder Burkina Faso, Mali und Katar würden nahezu komplett ausserhalb der Klimanische liegen. Wird zusätzlich noch die demografische Entwicklung einbezogen, steigt der globale Anteil an Menschen, die ausserhalb der menschlichen Klimanische wohnen, auf 40 Prozent - da das stärkste Bevölkerungswachstum vor allem in Regionen stattfinden wird, die höhere Temperaturen aufweisen.

Die Forschenden weisen zudem darauf hin, dass je 0.3 Grad vermiedenem Temperaturanstieg 350 Millionen Menschen weniger betroffen sein würden. Würde die Erwärmung auf 1.5 Grad beschränkt, würden 14 Prozent aller Menschen aus der menschlichen Klimanische gestossen.

(sda/apa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Globaler Klimastreik treibt Hunderttausende auf die Strasse
1 / 11
Globaler Klimastreik treibt Hunderttausende auf die Strasse
Weltweit gehen am 20. September hunderttausende Klimastreikende auf die Strasse. Wie hier in Sydney fordern sie die Politiker auf, endlich Massnahmen gegen die Klimaerwärmung zu ergreifen.
quelle: ap / rick rycroft
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Ich würde ins Gefängnis» – Klebe-Aktivistin erzählt
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Vererbung ist nicht nur eine Frage der DNA
Die Weitergabe von Genen hängt nicht nur mit der DNA zusammen. Forschende an der Universität Genf (Unige) fanden heraus, dass eine vorübergehende Veränderung der Genregulation bei Fadenwürmern mindestens 15 Generationen andauern kann, auch wenn sich deren DNA-Sequenz nicht verändert.
Zur Story