Schweiz
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An der Demonstration gegen das Waldsterben in Bern nehmen mehrer Zehntausend Demonstranten teil und fordern ein Ja zur Initiative

An dieser Demonstration gegen das Waldsterben in Bern nahmen im Mai 1984 mehrere Zehntausend teil. Wie es wohl heute auf dem Bundesplatz aussieht? Bild: KEYSTONE

Kommentar

Warum ich heute an die Klima-Demo in Bern gehe

Drei Wochen vor den nationalen Parlamentswahlen reisen Menschen aus der ganzen Schweiz in die Hauptstadt. Mit einer klaren Botschaft.



Als Bub hatte ich schreckliche Angst vor dem Waldsterben. Das war in den 1980ern – einer nicht nur modisch sehr bewegten Zeit …

Russen und Amerikaner lieferten sich ein Wettrüsten mit ungewissem Ausgang. Atombomben waren eine tödlich Gefahr, die niemand einzuschätzen wusste. Und dann begannen auch noch die Bäume massenhaft zu sterben.

Ich liebte es, über die Felder und durch die Wälder zu streifen, Hütten zu bauen und alles Mögliche zu schnitzen. Und ich malte mir in meiner kindlichen Fantasie aus, wie uns langsam aber sicher der Sauerstoff ausgehen würde. Wie wir nach Luft schnappend sterben müssten.

Zum Glück kam es nicht so weit.

Heute ist meine Tochter im gleichen Alter wie ich damals. Das Waldsterben ist zurück. Und die Sorgen um die Umwelt sind um ein Vielfaches grösser.

Der globale Klimawandel ist eine Herausforderung, wie sie unsere Spezies noch nicht zu bewältigen hatte.

Nur die schlimmsten Rattenfänger und Dummköpfe wagen zu behaupten, es sei alles halb so wild.

Wie erklären wir jungen Leuten, dass wir ihre Zukunft verspielen für ein bisschen Wohlstand und kurzfristige Profite?

Warum verharren wir in Schockstarre oder Trotz und ändern unseren verschwenderischen Lebensstil nur zögerlich?

Warum fällt uns der Verzicht selbst im Angesicht der Klimakatastrophe dermassen schwer?

Wer Kinder aufzieht oder sie beim Heranwachsen begleitet, möchte ihnen eine positive Einstellung zum Leben mitgeben. Erziehungsberechtigte, Lehrer, Vereinsmitglieder und sonstige Bezugspersonen haben ein gemeinsames Ziel: Wir versuchen zu vermitteln, dass Mitgefühl und Rücksicht wichtig sind und wir gemeinsam viel erreichen können.

Heute reisen wir mit dem Extrazug nach Bern. An die nationale Klimademo. Organisiert von über 80 gemeinnützigen Organisationen und Gruppierungen.

Die Forderungen sind klar:

Greta Thunberg hat vorgemacht, was mit Mut und Entschlossenheit möglich ist.

Es ist Zeit, Farbe zu bekennen.

Gummistiefel umfunktioniert zu einem Blumentopf, fotografiert am ersten Klimafestival der Schweiz auf der Hardturmbrache in Zuerich, am Samstag, 3. August 2019. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Gummistiefel umfunktioniert zu einem Blumentopf, fotografiert am ersten Klimafestival der Schweiz, das Anfang August in Zürich stattfand. Bild: KEYSTONE

Was tust du konkret für den Umweltschutz und gegen den Klimawandel? Und ganz ehrlich, findest du, es ist genug?

Der Aufruf zur Klimademo der Klima-Allianz:

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Video: YouTube/Klima-Allianz Schweiz

Faktencheck: Die 9 beliebtesten Aussagen der Klimaskeptiker

Wie Greta Thunberg zum Vorbild einer Generation wurde

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kong 28.09.2019 22:12
    Highlight Highlight Verzicht ist schwer einzufordern. Insbesondere in den aufstrebenden Ländern, die auch ein Recht auf Entwicklung haben und beanspruchen. Anstatt uns übermässig zu kasteien sehe ich das grösste Potential durch technischen Fortschritt. Mein altersschwacher V8 für gelegentliche Fahrten wird nichts mehr beitragen, ob er ist oder nicht. Aber wie wir heizen, wieviel wir konsumieren, wie wir reisen und was wir essen, hat Gewicht. My opinion... I know
  • Eight5 28.09.2019 16:59
    Highlight Highlight Grundsätzlich eine "tolle" Sache, hoffe sie bringt auch was. Und das so schnell wie möglich und nachhaltig.

    Nur etwas stört mich: all die Pappkarton-Schilder. Was passiert mit denen? Werden die alle fachgerecht entsorgt (Kartonsammlung) oder einfach in den nächstbesten Abfalleimer gesteckt?

    Benutzt doch Tücher - die könnt ihr bemalen und dann wieder waschen.
  • why? 28.09.2019 16:56
    Highlight Highlight Ich versuche weniger Fleisch zu Essen und allgemein weniger zu Konsumieren und nein ich denke es ist bei weitem nicht genug!
  • Freddy Blütteler 28.09.2019 15:52
    Highlight Highlight Danke für den Artikel!
  • Sherlock_Holmes 28.09.2019 15:44
    Highlight Highlight Danke Dani für den Gedankenanstoss. Deine Worte und Argumente – auch die im Video – bringen meine Einstellung und Beweggründe auf den Punkt.

    Es hängt nebst unserer Politik – ja auch die der Schweiz – von jedem einzelnen ab, wie wir weltweit unsere Zukunft gestalten und wie wir mit den lebensbedrohenden Veränderungen umgehen.

    Weder meine Eltern noch meine eigene Familie haben ein Auto. Ich werde vermutlich in meinem Leben einst weniger als 10x geflogen sein.

    Es macht Freude – und ich betrachte es als Privileg – nachhaltig leben zu können. Auch für unsere Kinder.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    • Sherlock_Holmes 29.09.2019 07:50
      Highlight Highlight Wie bereits mehrfach erwähnt, ist es jedoch unser gesamter Lebensstil.

      Solange eine Minderheit die Mehrheit aller Ressourcen verbraucht und dadurch die Umwelt schädigt oder zerstört, wird das globale Ungleichgewicht zusätzlich verstärkt.

      Ohne weltweiten Konsens, wirksame verbindliche Regeln und eine nachhaltige Entwicklung wird es sehr schwierig.

      Resignation und / oder Ignoranz ist keine wirkliche Option.

      Aufgeben würde bedeuten, das Leben und diesen Planeten aufzugeben.

      Darum sind die weltweiten Manifestationen mehr als nur ein Zeichen. Sie sind Hoffnung und Beginn einer Veränderung.
  • Hillman 28.09.2019 15:11
    Highlight Highlight Liebe Klimaschützer: Wo setzt ihr im Bereich der Massentierhaltung an? Es ist erwiesen dass diese - das Methan eingerechnet - über 51% des Klimaeffektes ausmachen! Die Fliegerei jedoch nur zwischen 3-6%!
    Wir brauchen mehr sachdienliche, effektive und vor allem EFFIZIENTE Massnahmen und keine oberflächlichen Pflästerliaktionen!
    Der Entscheidung über die Zukunft unseres Planeten beginnt bei jedem zu Hause auf dem Teller. Jeden Tag, obw wir das wahrhaben wollen oder nicht.
    https://www.simply-live-consciously.com/deutsch/ern%C3%A4hrung-umwelt/51-der-treibhausgase/
    • Schubidubidubid 29.09.2019 09:40
      Highlight Highlight Sieht nach einer vertrauenswürdigen Quelle aus 🙄

      Ich will das nicht schönreden aber 51% stimmen ganz bestimmt nicht.
  • Vecchia 28.09.2019 14:52
    Highlight Highlight ich gehe zwar nicht an die Demo, aber ich finde die Bewegung sehr gut und längst nötig.

    Allerdings wären für die Umwelt nebst CO2 auch noch weitere Aenderungen in unserem Konsum- und Alltagsverhalten dringenst nötig. Aenderungen betreffend Müll, Schrott, Pestizide, Plastik, Hormonaktive Substanzen, Stromverbrauch etc., die jeder für sich im Alltag eigentlich sehr schnell ändern könnte...

    (und Stopp dem Ausbau vom Flughafen ... ich war eben im (Dir wahrscheinlich bekannten) Wald, wo statt lieblichem Vogelgesang dauernd ohrenbetäubend donnernde Riesenvögel zu geniessen waren. Ekelhaft ;-))
    • Schubidubidubid 28.09.2019 15:02
      Highlight Highlight Regula Rytz hat in der NZZ kürzlich gesagt: "Wir brauchen bessere Regeln, nicht bessere Menschen."
    • sunshineZH 28.09.2019 15:46
      Highlight Highlight Die von dir angesprochenen Änderungen wären wohl einfacher umzusetzen und würden mehr bringen.
    • Sonnenbankflavor 28.09.2019 16:02
      Highlight Highlight Und trotzdem bekommt so ein Kommentar Blitze. Echt nicht zu fassen. Und sich dann wundern wenn man diese Bewegung sektenähnlich betitelt 🤷🏻‍♀️ Anscheinend sind die Leute doch nicht bereit auf ihren bisherigen Standard zugunsten des Klimas zu verzichten!
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