Schweiz
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«Wer weiss, wie viele Praktika missbraucht werden, um eine Anstellung hinauszuzögern? Niemand», sagt Unia-Jugendsekretärin Kathrin Ziltener.

Studie vom Bund gefordert: Wird die «Generation Praktikum» ausgenutzt? 

Ein 100-Prozent-Job für 200 Franken im Monat, ist das okay? Die Grünen-Nationalrätin Lisa Mazzone will wissen, ob Schweizer Praktikanten ausgenutzt werden und fordert einen entsprechenden Situationsbericht. Über ihren Vorstoss debattiert nächste Woche das Parlament. 



Als «Generation Praktikum» sind sie besonders in den Nachbarländern bekannt: Junge Berufseinsteiger, die gleich viel chrampfen wie Festangestellte, dafür aber einen massiv tieferen Lohn erhalten. 

Ob mies bezahlte Praktika auch in der Schweiz zum problematischen Massenphänomen geworden sind, weiss niemand so genau. Offizielle Studien fehlen. Hier will die Grünen-Nationalrätin Lisa Mazzone ansetzen. «Es geht doch nicht, dass wir keine Ahnung haben, was Praktikanten in unserem Land machen und wie sie behandelt werden.» In einem Vorstoss fordert sie deshalb einen Situationsbericht.

«Wer weiss, wie viele Praktika missbraucht werden, um eine Anstellung hinauszuzögern? Wie viele unterbezahlt sind? Niemand.»

Der Bund soll in einer Analyse aufzeigen, wie genau es Unternehmen mit den Lern- und Ausbildungszielen ihrer Praktikanten haben und in welchem Ausmass Praktikanten als billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden. Debattiert darüber wird nächste Woche im Parlament. 

Auch die Gewerkschaft Unia fordert einen solchen Überblick: «Praktika werden hierzulande total stiefmütterlich behandelt», sagt Jugendsekretärin Kathrin Ziltener. «Wer weiss, wie viele Praktika missbraucht werden, um eine Anstellung hinauszuzögern? Wie viele unterbezahlt sind? Niemand.»

Es sei auch unklar, was für Arten von Praktika überhaupt existierten. Denn für die einen ermöglicht das Praktikum den Einstieg ins Berufsleben, für andere ist es ein obligatorischer Teil des Studiums; es gibt Praktika, die vor einer Lehre verlangt werden, solche für Langzeitarbeitslose, et cetera. Ziltener: «Kurz gesagt: Wir wissen es nicht. Es gibt dafür schlicht und einfach zu wenige statistische Daten.» Im Berufsalltag werde jedoch deutlich, dass Praktika bereits vor der Lehre stark zunehmen und dass viele Praktikanten zu sehr tiefen Löhnen arbeiten, ergänzt sie. 

In Deutschland gibt es Mindestlohn 

In Italien, Frankreich und Deutschland ist das Phänomen «Generation Praktikum» bestens bekannt und untersucht. In Deutschland gibt es gar ein Mindestlohngesetz, dem auch Praktikanten unterstellt sind. In der Schweiz ist es nicht das erste Mal, dass sich das Parlament mit Praktika auseinandersetzt. Entsprechende Vorstösse kamen bereits von links wie rechts.

Praktika für Lehrabgänger

Einen offiziellen Bericht gibt es nicht, aber Tatsache ist: Heute sind es lange nicht mehr nur Akademiker, die in Praktika nach der Uni Berufserfahrung sammeln. Es sind auch Kleinkinderbetreuer, Köche, PR-Berater, Coiffeusen oder KV-Abgänger. Laut dem Kaufmännischen Verband Schweiz absolvierten 4,4 Prozent der Lehrlinge nach ihrem Abschluss im Jahr 2016 ein Praktikum. Drei von vier Jugendlichen, die sich heute zur Fachperson Betreuung ausbilden lassen, haben vor ihrer Lehre eines oder mehrere unabhängige Praktika absolviert, wie Erhebungen aus verschiedenen Kantonen zeigen.

So forderte SVP-Nationalrat Thomas Aeschi eine maximale Praktikumszeit von einem Jahr und scheiterte damit sowohl im Bundesrat wie im Nationalrat. Der Walliser SP-Nationalrat Mathias Reynard will für Praktikanten unter anderem einen Mindestlohn festlegen – sein Vorstoss ist im Parlament hängig.

Es herrscht Zahlensalat

Der Bundesrat hatte für diese Rufe bisher jedoch kein Gehör. Das unterstrich er auch in seiner Antwort an Lisa Mazzone: Eine aufwändige Erhebung in einem nationalen Bericht über Praktika sei unnötig. Er verweist auf eine Studie zur Praktikasituation von Hochschulabgängern, die laut ihm beweist, dass die Situation nicht besorgniserregend sei. Danach absolvieren lediglich 1,2 Prozent aller Arbeitnehmenden ein Praktikum. Ohnehin unterlägen auch Praktika dem schweizerischen Arbeitsrecht und somit denselben gesetzlichen Schutzbestimmungen wie alle anderen Arbeitsverträge. Es bestehe somit keinen Bedarf, «in einer aufwändigen Erhebung einen nationalen Bericht über Praktika zu erstellen.» 

Unia-Jugendsekretärin Kathrin Ziltener bezeichnet diese Erläuterungen als «fadenscheinig»: «Der Bundesrat verkennt dabei, dass es verschiedene Formen von Praktika gibt und bezieht sich hier nur auf Hochschulabgänger. Die Schweizerische Arbeitskräfteerhebung aus dem Jahr 2017 zeige, dass sich 9,3 Prozent der 15-24-Jährigen in einem Praktikumsverhältnis befinden. «Was durchaus darauf hindeutet, dass die Problematik nicht zu negieren ist.» 

«Die Antwort des Bundesrates ist abgehoben und fern von der Realität.»

Auch Mazzone zeigt sich wenig begeistert von der Stellungnahme des Bundesrats. Sie spricht von einem möglichen «Clash of Generations»: «Die Antwort des Bundesrates ist abgehoben und fern von der Realität. Die ‹Generation Praktikum› ist eine Tatsache, das zeigt der Berufsalltag.»

Anders als frühere Vorstösse zum Thema beantrage sie zudem lediglich einen Situationsbericht und keine Massnahmen – jedenfalls in einem ersten Schritt. «Nicht hinzuschauen, wie die Lage derzeit ist, kann sich das Parlament nun wirklich nicht leisten.»

Schaff dir KEINEN dieser Praktikanten-Typen an!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 19.09.2018 06:29
    Highlight Highlight Praktikanten- und Projektstellen nehmen zu: Schon bei der Ausbildung ansetzen!

    Wenn ich als Praktikant nach abgeschlossener Ausbildung noch zwei Jahre einen Praktikantenlohn beziehe und dann möglicherweise noch ein zweites Praktikum anhängen muss, um zu einer Projektstelle oder einer andern befristeten Stelle zu gelangen, so ist das demotivierend und prekär. Da wäre es besser, entsprechende Ausbildungsgänge zu ändern oder für solche Ausbildungen einen Numerus clausus zu verhängen, damit es gar nicht zu solch unmöglichen Lebensläufen kommt.
  • Lexxus0025 18.09.2018 18:15
    Highlight Highlight Längst überfällig! Aber sicher keine dämlich studie sondern Handlung!
  • sanhum 18.09.2018 18:11
    Highlight Highlight finde ich toll! meine schwägerin wurde total in die praktikumschublade gesteckt anstatt einer arbeitsstelle. billige arbeitskraft.
  • Gubbe 18.09.2018 17:33
    Highlight Highlight Wenn jemand eine Lehre macht, so lernt er/sie. zB. mechanische Richtung 1. 600 Fr. /2. 800Fr. /3. 1'000Fr. und 4. Lehrjahr 1'200 Fr. und Prämien. Da werden noch bei den Eltern die Füsse unter den Tisch gehalten. Dann Anfangslohn 5'800 + Franken. Dieser stösst dann bei 7'000 Fr an. Diese Löhne sind territorial variabel. Jemand mit Ambitionen sollte 2-6 Jahre nach der Lehre eine berufsbegleitende Weiterbildung machen. Nach 4 Jahren Lehre, findet sich heute immer eine Stelle.
    • Imfall 19.09.2018 06:38
      Highlight Highlight anfangslohn bei mechanischen berufen nach einer lehre 5'800?
    • Gubbe 19.09.2018 09:16
      Highlight Highlight Imfall : Wie ich schrieb, sind die Löhne abhängig wo man arbeiten geht. In meiner Region kann man das erreichen. Man stellt ja etwas her, das mal verkauft und gebraucht wird. Wer Geld will, sollte sich heute nach handwerklichen Berufen umschauen. Auch die sind interessant.
  • happybeast 18.09.2018 16:01
    Highlight Highlight An die Kommentatoren des Fachkräftemangels; ES GIBT IHN NICHT! Es gibt Unternehmen und Führungskräfte, die Absolventen nicht ausbilden wollen on the Job, weil ja notwendig. Daher würde ein Praktika oder Trainee Sinn machen, würde aber zur Ausbeuterei umgebaut.
  • max power 18.09.2018 14:57
    Highlight Highlight Es mag wohl nicht in allen Richtugen n möglich. Bin aber sehr gespannt auf Reaktionen.

    Wieso gibt es nicht mehr, die ein sinnstiftendes und soziales Volunteereing machen, wenn es in Praktikas eh kaum Anleitung gibt?

    Oder mit digitalen Möglichkeiten ein eigenes Projekt aufbauen versuchen, an einem Startup als Assistent mitabeiten?
    Würde dies nicht vielmehr Eigeninitiative und unternehmerisches Denken belegen?

    Das ist ja das übliche Blabla, das Firmen in Unternehmen fordern. Wenn einer späteren Firma das nicht als Erfahrung reicht, dann ist es eh das falsche für motivierte Abgänger

  • Clife 18.09.2018 14:56
    Highlight Highlight Auch wenn es nicht wirklich etwas mit Praktikum zu tun hat und etwas Werbung sein könnte: Arbeite Teilzeit neben dem Studium im Coop Pronto und obwohl ich KV gelernt habe verdiene ich genauso viel wie eine gelernte Detailhandelsfachkraft. Der Lohn ist branchenmässig sehr hoch (für beide) und alle sind zufrieden. Ausserdem machen beide Parteien denselben Job. Da funktioniert es doch einwandfrei, wieso soll das bei Praktika nicht auch funktionieren?
  • forevernewbie 18.09.2018 14:08
    Highlight Highlight Ich komme meinem Studienabschluss näher und daher kommt dieses Thema nun auch auf mich zu.
    Ich hoffe wirklich, dass ich eine Anstellung finde ohne zuvor ein Praktikum machen zu müssen.
    Ich werde versuchen mich bei möglichst vielen Firmen zu bewerben, sodass ich nicht zu denen muss, die ein Praktika verlangen.
    mal schauen
  • who cares? 18.09.2018 14:02
    Highlight Highlight Besonders gut finde ich wenn im Praktikumsbeschrieb bereits mehrere Praktika verlangt werden.
    • lohessmile 18.09.2018 18:18
      Highlight Highlight Oder noch besser... die die z.b. agentirerfahru g selbst bei einer praktikumstelle voraussetzen!
  • Patrick Mosimann 18.09.2018 12:58
    Highlight Highlight Hab für meine Höhere Fachschule ein 3 Monatiges Praktikum machen müssen. Bekam 60 fr am Tag. Nach 1 Monat machte ich gleiche Arbeiten wie die anderen Mitarbeiter auch . Meine Meinung so 3-4 Monate für den Lohn sind sinnvoll. Alles andere z.b Praktikum für 1 Jahr ist einfach Unfair und Abzocke
  • Corahund 18.09.2018 12:36
    Highlight Highlight Die privaten Handelsschulen kann man als negatives Beispiel erwähnen. Die Schulkosten zahlt der Lernende selbst. Um an die Prüfung zugelassen zu werden, müssen die Lernenden ein Praktikum machen, wo sie für einen Lehrlingslohn ein Jahr dieselben Arbeiten ausführen, wie die Gelernten. Die betriebliche Ausbildung bleibt auf der Strecke. Da gäbe es auch erheblichen Handlungsbedarf
  • Anne Who 18.09.2018 11:45
    Highlight Highlight Auch ich war einmal in dieser Situation. Damals war ich arbeitslos, weil ich (30 J.) nicht mehr in meinem alten (gelernten) Fachgebiet arbeiten wollte. Nach 5 Monaten verzweifelter Suche, habe ich im HR(!) ein Praktikum bei einer renommierten und weltweit bekannten Firma bekommen. Jackpot - dachte ich, bis sie mich immer wieder und länger hingehalten haben. Schliesslich habe ich „Adieu“ gesagt. So etwas nenne ich Ausnutzung und Kalkül.
  • Dr. oec. 18.09.2018 11:40
    Highlight Highlight Viele junge Menschen aus ärmeren sozialen Schichten kommen gar nicht erst soweit, da schon ein Studium für sie unerschwinglich ist. Nun müssen sie im Kanton Aargau neu auch noch 1/3 der Stipendien zurück zahlen*, sofern sie überhaupt in den Genuss eines Stipendiums kommen.

    * Dies wurde nicht etwa nur so von ein paar abgehobenen, ihrer jeweiligen Lobby verpflichteten Politikern beschlossen. Nein, es wurde an der Urne vom Volk bestätigt. Aber eben, das Volk macht es den Reichen immer leichter, und der Vorsprung letzterer wird immer grösser!
    • rstnpce 18.09.2018 15:12
      Highlight Highlight Das is wirklich himmeltraurig. Ich frage mich tagtäglich, was sich diese Abstimmenden überlegt haben oder ob sie sich etwas überlegt haben.
    • dr.gore 18.09.2018 22:12
      Highlight Highlight Ich kenne einige Komilltonen, die einfach zu faul sind um neben dem Studium zu arbeiten und einfach Stipendien beantragen. Vob dem her finde ich es nicht so schlimm, dass man nach dem Studium einen gewissen Teil zurückzahlen muss. Ist ja immer noch sehr günstiges Geld!
  • Tomtom64 18.09.2018 11:37
    Highlight Highlight Es gibt sicher Praktika, die Sinn machen. Beispielsweise 1-2 monatige Kurzpraktika vor einer Ausbildung im Pflegebereich. Da erlebt man die Aufgaben wirklich, merkt wie es ist nachts oder an Wochenenden zu abreiten. Auch bei vielen akademischen Berufen finde ich es sinnvoll, können Berufseinsteiger in einem kurzen Praktikum zunächst feststellen, ob der Job überhaupt ihren Vorstellungen entspricht.Das ist einfacher als in der Probezeit zu künden.
    Was aber gar nicht geht, ist fertig ausgebildete Berufsleute nur als Praktikanten anzustellen - dazu gibt es die Probezeit.
  • I don't give a fuck 18.09.2018 10:56
    Highlight Highlight 5 Wochen den Arsch abgerackert, 3 Tage Einarbeiten dann Arbeiten wie Fixangestellter (natürlich nur die einfachen und mühsamen Arbeiten), obwohl das Praktikum nur dazu gedacht war, etwas vom Beruf zu erfahren. Nach den 5 Wochen letzter Tag am Abend keine Spur vom Chef, da der schon 3 Stunden früher in's Wochenende gegangen ist. Bezahlung? Natürlich keinen Cent.
    • mogad 18.09.2018 15:40
      Highlight Highlight Ein Skandal. Der selbe Missbrauch bei dem was ich Mini-Praktika nennen möchte: Bewerber für Stellen im Gastgewerbe werden just dann für ein Probearbeiten eingeladen, wenn im Säli ein Bankett stattfindet, um nachher eine Absage zu kriegen. Leider doch nicht gut genug usw.
  • RichPurnell 18.09.2018 10:38
    Highlight Highlight Wenn ein Praktkia daraus besteht, dass man sich einen Monat einarbeitet und dann ohne Anleitung wie die anderen Mitarbeiter in der Firma arbeitet (was bei vielen Praktika der Fall ist) dann ist das kein Praktika sondern eine normale Stelle und gehört ebenso bezahlt. Punkt.
  • Olmabrotwurst 18.09.2018 10:31
    Highlight Highlight Eine andere Seite die auch erwähnt werden sollte nebst den Praktikas wieviele Grossfirmen Gelernte nach dem Abschluss der Lehre nur als Temporär einstellen und das über Jahre. Für den Arbeit besteht dann immer die unwissenheit jeder Zeit die Arbeitsstelle zuverlieren.
  • Follower 18.09.2018 10:17
    Highlight Highlight Natürlich wird hier beschissen. Eine Bekannte wurde von ihrem Chef genötigt zu einem Praktikumslohn weiterzuarbeiten (Fr. 12.-/Std.), per sofort. Als sie nicht einwilligte, wollte er ihr fristlos kündigen. Sie war ausgelernt in ihrem Beruf. Er war knapp bei Kasse und mit ihrer Leistung unzufrieden. Die Unia hat dann geholfen.
  • mogad 18.09.2018 10:07
    Highlight Highlight Die Jugend muss Gratisarbeit leisten. Kein Wunder dürfen da die AHV-Abzüge nicht steigen und die Lebensmittel für Gerechtigkeit und Gesundheit nicht teurer werden. Wo ist jetzt der ultraliberale Andri Silberschmied (FDP) im Kampf gegen die Ausbeutung der Jungen? Der kämpfte doch noch vor Kurzem gegen die Rentenreform 2020, weil die angebl. auf Kosten der Jungen gegangen wäre. Dass die Jugend gratis arbeiten muss scheint den Neoliberalen recht zu sein, sofern die Aktionäre profitieren und der Staat damit seine Steuersenkungen gegenfinanzieren kann.
    • @ursus 18.09.2018 13:41
      Highlight Highlight Verstehe nicht, was dies mit Andri Silberschmied zu tun hat? Und mit nicht steigenden AHV-Abzügen. Mit Auflisten von Schlagwörtern startet man keine Dialog.
    • mogad 18.09.2018 15:56
      Highlight Highlight @ursus. Es geht um verlogene bürgerliche Argumente. Man gibt vor sich um das Portmonnaie der Jungen zu sorgen, wenn einem etwas nicht passt, wie z.B. die Rentenreform 2020, lässt aber nichts von sich hören wenn die Jungen mittels Gratisarbeit ausgenützt werden. Silberschmid hat die Kampagne gegen die Rentenreform 2020 angeführt. Sein damaliges Hauptargument: die Jungen zahlen Alles und die Alten profitieren. Wo ist Silberschmied jetzt, wos drum geht, dass die Jungen wirklich geschröpft werden? Gratisarbeit ist übrigens wirklich schlecht für ihre zukünftigen Renten.
  • mogad 18.09.2018 09:55
    Highlight Highlight Vor Lehrantritt ein Jahr Praktikum, erst dann gibts den Lehrvertrag oder auch nicht. Ist die ewige Leier vom Fachkräftemangel nur vorgeschoben, als Rechtfertigung für den Import von Personal aus der EU? Das darf vermutet werden, wenn so viele Ü50- Berufsleute aus dem Job gedrängt und durch EU-Frischlinge ersetzt werden. Wäre das mit dem Fachtkräftemangel ernst gemeint, würde man die Ü50 schätzen und den künftigen Lehrlingen nicht Hürden in Form von Gratis-Praktika in den Weg legen.
  • Chili5000 18.09.2018 09:34
    Highlight Highlight Die glühenden Vorreiter dieser Arbeitsform sind die Medienhäuser und Marketinagenturen. Ja, auch ihr bei Watson sucht offt nach "billigen" Praktikanten. Mann muss sich nur mal die Stellenangebote im Marketingbereich mal anschauen. Dort werden meist nur Praktikanten gesucht. Ich kenne keine andere Branche welche derart viele Praktikumsstellen anbietet...
  • Delta8599 18.09.2018 09:07
    Highlight Highlight Als Student sehe ich dieses Problem immer wieder. Viele Studierte mit einem guten Abschluss müssen oft zu einem Hungerlohn die volle Arbeit leisten und haben dabei keine Garantie, danach angestellt zu werden. Oft kommt nach ihnen einfach ein neuer Praktikant, der weniger kostet. Ausbeuterei ist da meiner Meinung nach genau der richtige Begriff.
    • Gubbe 18.09.2018 12:44
      Highlight Highlight Nach einem guten Abschluss, kann man auch eigene Bedingungen einfordern. Sollte dabei aber auf dem Boden bleiben. Nach dem Abschluss hat keine/r Erfahrung im Beruf.
    • satyros 18.09.2018 13:01
      Highlight Highlight Nach einem universitären Studium finde ich es völlig in Ordnung, bis zu zwölf Monate in Form eines Praktikums zu arbeiten. Man sammelt wertvolle Berufserfahrung nach der theoretischen Ausbildung. Und nicht jeder Praktikant arbeitet wie ein langjähriger Mitarbeiter. Es gibt durchaus auch Praktikanten, die trotz geringem Lohn mehr kosten, als sie leisten. Was von mir aus gesehen aber nicht geht, ist, Praktikanten anzustellen, die bereits ein Praktikum gemacht haben. Entweder stellt man die als reguläre Mitarbeiter mit entsprechendem Lohn ein oder man lässt es bleiben.
  • Redly 18.09.2018 09:03
    Highlight Highlight So en Chabis!
    Wer seine Ausbildung sinnvoll wählte (Selbstverantwortung), dh unter Berücksichtigung was wirklich gebraucht wird, der/die ist als junger Mensch sehr gesucht und kann aktuell zwischen Jobs wählen. Fachkräftemangel - schon mal gehört?
    Wirtschaft, Recht, IT, Naturwiss, KV, Handwerk etc. etc.
    Firmen & Öff. Verwaltung sind froh, wenn sie überhaupt taugliche Bewerbungen erhalten!
    • mogad 18.09.2018 12:29
      Highlight Highlight Ihre Meinung: Chabis, weil jeder selber Schuld ist, wenn er ein Praktikum mit Gratisarbeit leistet. Wegen Leuten wie Ihnen muss dieser Praktikums-Misstand endlich bekämpft werden.
    • Musikliebhaberin 18.09.2018 12:38
      Highlight Highlight Bei KV kann ich dir getrost widersprechen. Die Post bietet beuspielsweise Lehrabgängern fast nur noch Praktika an. Dasselbe habe ich auch von anderen gewinnbringenden Firmen gehört.
    • Gubbe 18.09.2018 12:48
      Highlight Highlight mogad: ich glaube, dass Redly von Personen schreibt, die abgeschlossen haben und eine Stelle suchen. Sonst gehe ich mit Ihnen einig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Simon Probst 18.09.2018 08:57
    Highlight Highlight Arbeitskräfte welche nichts kosten sind gut für die Wirtschaft und den maximalen profit!
    von dem her dürfte es auch für die jungs der politik ok sein, es profitiert jeder politiker davon - also wird auch nichts ändern.
  • riqqo 18.09.2018 08:52
    Highlight Highlight Die Praktika-Problematik beginnt mit der Ausnutzung. Damit, dass man FÜR eine Lehre in der Betreuung oft gar nicht um ein Praktikum kommt, dass man ja FROH sein muss, einen Job zu haben und egal zu welchem Lohn.

    Erschreckend ist aber auch, wie kurzsichtig gehandelt wird. All dieses «gesparte» Geld beim Lohn fehlt ja auch in der AHV, der IV und der ALV…

    Es bräuchte dringend eine strengere Regelung. wieso sich Parlament und Bundesrat nicht darum kümmern, ist aber offensichtlich.
  • walsi 18.09.2018 08:40
    Highlight Highlight Wiw sieht es bei Watson aus? Wie viele Praktikanten arbeiten bei euch und was verdienen die? Wenn es Praktikanten gibt, warum werden die nicht regulär angestellt und bezahlt?
    • Martin Lüscher 18.09.2018 16:48
      Highlight Highlight @walsi: Bei Watson arbeiten im Moment zwei Praktikanten. Die Löhne sind branchenüblich: https://www.jungejournalisten.ch/praktikum/

      Praktika ermöglichen einen niederschwelligen Einstieg in den Journalismus. Nach Möglichkeit und Eignung beschäftigen wir Praktikanten weiter – und haben aus ihnen auch schon Ressortleiter oder Journalistenpreisträger gemacht.
  • BobaFett 18.09.2018 08:10
    Highlight Highlight Ich kenne Leute, die mussten es hinnehmen, ein unbezahltes Praktikum zu absolvieren, nur, weil es Voraussetzung für ein Masterstudium war und aufgrund der grossen Nachfrage gegenüber einem verschwindend kleinen Angebot keine Alternativen zur Verfügung gestanden haben. Hätten deren Eltern nicht zufälligerweisse in angenehmen finanziellen Verhältnissen gelebt, wäre das Absolvieren eines solchen Praktikums praktisch unmöglich gewesen. Und bei mir selbst wurde ein halbjähriges Praktikum als Ausrede genutzt, mich zu einem Bruchteil des vollen Lohnes einzuarbeiten. Ka- Ka- Ka- Kapitalismus, Kolleg!
  • Gaterde 18.09.2018 08:05
    Highlight Highlight So wie ich das Praktikum kenne:

    Kein Ausbildung haben, einfache und langweilige Arbeiten erledigen und dafür einen Lohn kassieren, der fast an den eines ausgebildeten Mitarbeiters kommt...

    Von wegen 200.- im Monat.
    • cgk 18.09.2018 15:55
      Highlight Highlight Ihre Aussage zeigt, dass es die andere Seite auch gibt. Ist aber kein Grund, Praktikanten gesetzlich nicht zu schützen.
  • Scaros_2 18.09.2018 08:00
    Highlight Highlight Die Frage kann man ziemlich einfach beantworten. Ja, natürlich nutzt man Praktikanten aus. Da es keine Rechtsgrundlange gibt haben Unternehmen Spielraum und da wird genutzt was möglich ist. Punkt.

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

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Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

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