Schweiz
Leben

Michael Steiner verlässt Schweizer Filmakademie aus Protest

Eklat in der Filmszene: Michael Steiner verlässt Schweizer Filmakademie aus Protest

29.01.2024, 22:3529.01.2024, 22:35

Regisseur Michael Steiner («Mein Name ist Eugen») verlässt aus Protest die Schweizer Filmakademie. Er kritisiert, dass der Schweizer Filmpreis zu einem «Prix Romandie» verkommen sei, da dieses Jahr hauptsächlich Filme aus der Westschweiz nominiert worden seien.

Michael Steiner gewinnt mit Wolkenbruch in der Kategorie Filmproduktion an der Prix Walo Preisverleihung in Zuerich am Sonntag, 12. Mai 2019. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Michael Steiner nimmt im Mai 2019 den Prix Walo für «Wolkenbruch »entgegen.Bild: KEYSTONE

Das habe mit dem System der Akademie zu tun, sagte Mitglied Steiner in der Sendung «Gesichter & Geschichten» des Deutschschweizer Radios und Fernsehens SRF vom Montag. 2006 hatte Steiner für «Mein Name ist Eugen» selber den Schweizer Filmpreis gewonnen.

Mit «Grounding - Die letzten Tage der Swissair» feierte Steiner einen weiteren grossen Publikumserfolg. Unter seiner Regie wurde auch «Sennentuntschi» (2010) gedreht.

«Wer einmal einen Preis gewonnen hat, darf abstimmen. Aber wenn es so kommt, dass die Westschweizer nur noch für die Westschweizer stimmen, dann bringt der Schweizer Filmpreis nichts mehr», sagte Steiner weiter.

Akademie-Co-Präsident Samir (Samir Jamal Aldin, geboren in Bagdad) brachte sein Bedauern über Steiners Entscheidung zum Ausdruck. Der Vorwurf, dass die Westschweizer mehr für ihre Filme gestimmt und damit Deutschschweizer Filme überstimmt haben, könne nicht aufgehen, sagte er in derselben Sendung. Anteilsmässig haben gemäss Samir etwa gleich viele Deutschschweizer wie Westschweizer abgestimmt.

Das Bundesamt für Kultur, Mitverleiher des Schweizer Filmpreises neben SRG SSR und der Association Quartz, wurde in der SRF-Sendung wie folgt zitiert: «Wir sind davon überzeugt, dass die Mitglieder der Akademie ihre Aufgabe mit der allergrössten Seriosität und Sorgfalt wahrnehmen.»

Drei Viertel aus der Deutschschweiz

Die Schweizer Filmakademie umfasst nach eigenen Angaben über 600 Persönlichkeiten aus allen Sparten der Schweizer Filmbranche - zu 73 Prozent aus der Deutschschweiz, zu 22 Prozent aus der französischsprachigen und zu knapp 5 Prozent aus der italienischsprachigen Schweiz. Ihre Mitglieder nominieren und wählen die Gewinnerinnen und Gewinner des Schweizer Filmpreises in 13 Kategorien.

Für den Start im Mai 2008 wurden alle Preisträgerinnen und Preisträger sowie die an der Herstellung und am Vertrieb der preisgekrönten Spiel- und Dokumentarfilme Beteiligten aufgenommen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Sie haben der Nachbarin auf den Vorplatz geschissen» – das Pinkel-Gässli von St.Gallen
Urinieren, Drogen nehmen, sich übergeben – das Heidengässchen in der Stadt St.Gallen wird nachts für allerlei Dinge aufgesucht. Zum Ärger der Anwohnenden. Ein Metalltor soll es nun richten. Doch nicht alle unterstützen diese Lösung.
Am 2. Mai 1215 loderte St.Gallen lichterloh. Die Stadt brannte fast gänzlich nieder. Zum ersten, aber definitiv nicht letzten Mal in ihrer Geschichte.
Zur Story