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Podcast Störfrequenz: Hat es in der Musikbranche Platz für junge Frauen?

Porträt von Paula und Olivia der Band Fräulein Luise

Hat es in der Schweizer Musikbranche Platz für junge Frauen?

Wie sexistisch ist die Schweizer Musikbranche? Dieser und weiteren Fragen gehen die Musikerinnen der Band «Fräulein Luise» im watson-Podcast «Störfrequenz» auf den Grund.
16.08.2023, 11:4416.08.2023, 12:30
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Paula Scharrer (19) und Olivia Merz (19) der Band «Fräulein Luise» leben den Traum junger Musikerinnen. Innerhalb von nur zwei Jahren werden die Bühnen immer grösser, die Band immer berühmter. Dabei erleben die beiden jungen Frauen aber auch Unschönes:

«Ein renommierter Musiker sagte nach unserem Konzert zu uns: ‹Es sieht unprofessionell aus, wenn man das Stimmgerät an den Bass klemmt – besser man steckt es in die Hosentasche.› Mich lacht er eklig an und sagt: ‹Für dich gilt das nicht, in einem so kurzen und engen Rock hat ein Stimmgerät gar keinen Platz.›»
Olivia merz

Sexistische Sprüche, ungefragtes Anfassen oder auch einfach weniger ernst genommen zu werden als ihre beiden männlichen Bandkollegen. Sie fragen sich: Was ist das für eine Branche, in die wir uns da hineinbegeben? Sieht so unsere Zukunft als Musikerinnen aus?

Im watson-Podcast «Störfrequenz», produziert von «Elephant Stories», gehen sie diesen und weiteren Fragen auf den Grund. Dafür sprechen sie in vier Folgen mit zahlreichen Schweizer Musikerinnen und Musikern.

In den vier Folgen zeigen sie auf, dass Indie-Pop nicht die heile Welt ist, wie er sich gegen aussen präsentiert, sprechen über das Abwerten, Verurteilen und gegenseitige Ausstechen unter Frauen und darüber, wie Schwarze Frauen als Museumsobjekte präsentiert werden.

Folge 1: Wenn ich ein Junge wäre (Indie Pop)

Paula und Olivia sprechen mit den Musikerinnen «Gina Été» und «Steiner und Madlaina» über den Indie-Pop. Die Künstlerinnen erzählen davon, wie es sich anfühlt, nicht ernst genommen zu werden, von Unsicherheiten und von ihrem Umgang mit Social Media.

Ausserdem wird die Frage gestellt, ob Frauen besser sein müssen als Männer, um es in der Musikbranche zu schaffen.

«Störfrequenz» EP1: Erlebnisse am Bandcontest

Video: watson/jne, sal

Folge 2: Miss Ding (Hip-Hop)

Paula und Olivia tauchen in die für sie völlig neue Welt des Schweizer Hip-Hops ein. Sie reisen an den Cypher, lassen sich von Journalistin Sirah Nying über die Hintergründe dieser Szene aufklären und sprechen mit den Künstlerinnen «Big Zis», «Lou Kaena» und «Soukey» über das Frausein im Rap.

«Störfrequenz» EP2: «Frauenfeindliche Witze normalisieren Frauen-Morde»

Video: watson/jne, sal

Folge 3: Mis Mantra (Behind the Scenes)

Wie funktioniert die Welt des Bookings und was braucht es, damit ein Festival zustande kommt? Und überhaupt: Wer entscheidet, welchen Acts eine Bühne gegeben wird? Paula und Olivia tauschen sich mit Cypher-Host Pablo Vögtli, Bookerin Fabienne Wolfschläger und dem Zürcher Konzertkollektiv «Dachsbau» über die Arbeit hinter den Kulissen aus.

«Störfrequenz» EP3: «Man wird als Museumsobjekt angeschaut»

Video: watson/jne, sal

Folge 4: Marie (Was bliibt)

Nach einem Jahr Recherche schauen Paula und Olivia auf diesen Podcast zurück und diskutieren, was ihnen am meisten geblieben ist. Zum Schluss teilen alle Beteiligten ihre Hoffnung und das, was sie dazu bewegt, trotz allem Musik zu machen.

«Störfrequenz» EP4: Verurteilt werden

Video: watson/jne, sal
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Video: watson
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52 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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alingher
16.08.2023 11:55registriert August 2014
«Ein renommierter Musiker sagte nach unserem Konzert zu uns: ‹Es sieht unprofessionell aus, wenn man das Stimmgerät an den Bass klemmt – besser man steckt es in die Hosentasche.› Mich lacht er eklig an und sagt: ‹Für dich gilt das nicht, in einem so kurzen und engen Rock hat ein Stimmgerät gar keinen Platz.›»

Das ist das Beispiel für sexistische Sprüche?? Scheint ein gutgemeinter Rat zu sein. Je nachdem wie eklig das Lachen war, war der zweite Teil wirklich etwas daneben, aber meine Güte...
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Thompf
16.08.2023 12:15registriert August 2021
Natürlich hat es Platz. Wenn sie was können, ist das doch kein Problem. Grundsätzlich entscheidet auch immer das Potential (Geld generieren) darüber ob es Platz für Kunstschaffende hat und nicht das Geschlecht.
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Bibilieli
16.08.2023 13:11registriert September 2014
Wer singt wie Taylor Swift hat in jeder Musikindustrie Platz. Wer singt wie ein Fräulein Da Capo oder ein Gölä kann froh sein, dass er oder sie in der Schweiz wohnt, da er oder sie in einem Markt wie den USA nicht einmal einen Trostpreis gewinnen würde.
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