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Luzerner Behörden ermitteln flüchtigen Drogenhändler in Brasilien



Eingangsschloss zum Baukran gleich neben dem Bezirksgebaeude, in dem auch die Kantonspolizei und das Bezirksgefaengnis untergebracht ist, aufgenommen am Dienstag, 19. Juli 2016, in Baden AG. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Bild: KEYSTONE

Die Luzerner Strafuntersuchungsbehörden haben den 38-jährigen Mann ermittelt, der 2010 in einem Grünabfuhr-Container aus der Strafanstalt Zug geflohen war. Der Beschuldigte setzte sich danach unter falschem Namen mit gefälschten Dokumenten nach Brasilien ab.

Dem Mann wird gewerbs- und bandenmässiger Drogenhandel vorgeworfen. Die Strafuntersuchungsbehörden gehen davon aus, dass der beschuldigte Mann aus dem Kosovo zwischen Frühling 2004 bis Dezember 2007 grosse Mengen Heroin in die Schweiz einführte und zum Teil verkaufte, wie die Luzerner Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. Die Ermittlungen dazu seien noch hängig.

Ebenfalls wird dem Mann Geldwäscherei vorgeworfen. Und er soll illegalerweise über Waffen wie Elektroschockgerät, Teleskopschlagstock und eine Pump Action verfügt haben. Der Mann wurde von der Luzerner Polizei im Dezember 2007 in St. Erhard festgenommen.

Verurteilt und aus Zuger Gefängnis geflüchtet

Der Beschuldigte war im März 2009 vom Luzerner Kantonsgericht wegen einfacher Körperverletzung, mehrfachen Tätlichkeiten, Gefährdung des Lebens sowie mehrfachen Drohungen zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren, 5 Monaten und 15 Tagen verurteilt worden.

Unter anderem, weil er im April 2005 seine frühere Freundin massiv gewürgt, geschlagen und ihr Verletzungen zugefügt hat. Schon früher hatte er ihr mehrfach gedroht, sie umzubringen. Diese Strafe sass er in der Strafanstalt in Zug ab. Die Untersuchung der Staatsanwaltschaft Luzern dauerte an, bis dem Beschuldigten am Ende August 2010 in der Strafanstalt Zug die Flucht gelang.

Und zwar ziemlich spektakulär: Er versteckte sich in einem Grünabfuhr-Container. Simon Kopp, Mediensprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage, dass es sich um diesen Fall handle.

Damals ergaben Ermittlungen, dass der Ausbrecher am Nachmittag im Innenbereich der Strafanstalt in der Werkstatt mit Holzarbeiten beschäftigt war. Während diesen Arbeiten gelang es ihm, sich unbemerkt in einem Container für Grünabfuhr zu verstecken.

Der Behälter wurde später zur Leerung durch die Fahrzeugschleuse nach draussen gefahren und ausserhalb der Strafanstalt abgestellt. Dort öffnete der damals 29-Jährige kurz nach 15.30 Uhr die Luke und flüchtete zu Fuss in Richtung Bahnhof. Die betroffenen Stellen hatten gleich nach dem Vorfall erste Veränderungen angeordnet: Jeder einzelne Container musste vor dem Verlassen der Strafanstalt manuell durch Mitarbeitende der Strafanstalt durchsucht werden.

Aufwändige Suche

Nach der Flucht suchten die Luzerner Behörden über Jahre hinweg intensiv nach dem Mann, heisst es weiter. Er wurde auch international zur Verhaftung ausgeschrieben. Zudem liefen Ermittlungen in den sozialen Medien.

Im vergangenen Jahr stellte die Polizei fest, dass sich der Flüchtige in Brasilien aufhielt. Dort lebte er unter falschem Namen mit gefälschten Dokumenten. Der brasilianischen Polizei gelang es, ihn an seinem Wohnort festzunehmen. Mitte September wurde er in die Schweiz überführt.

Dazu arbeiteten die Luzerner Untersuchungsbehörden eng mit dem Fedpol, dem Bundesamt für Justiz und der brasilianischen Polizei und Justizbehörden zusammen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Nach seiner Flucht aus Zug hatte der Beschuldigte seine Fingerkuppen verändert, damit er bei der Einreise in Brasilien nicht erkannt wurde. Die Untersuchung wegen gewerbs- und bandenmässigen Drogenhandels werde nun weitergeführt. (aeg/sda)

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