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Korintha Baertsch von den Gruenen anlaesslich der Luzerner Regierungsratswahlen vom Sonntag, 31. Maerz 2019, im Regierungsgebaeude von Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Soll mit Unterstützung der GLP und SP in den Luzerner Regierungsrat: Die Grüne Korintha Bärtsch. Bild: KEYSTONE

Luzerner SP und GLP wollen grüne Regierungskandidatin unterstützen



Die vor vier Jahren aus der Luzerner Regierung abgewählte SP dürfte weiterhin nicht mehr mitregieren können. Die Parteileitung der SP beantragt den Delegierten, ihren Regierungsratskandidaten Jörg Meyer aus dem Rennen zu nehmen. Sie will für den zweiten Wahlgang die grüne Kandidatin Korintha Bärtsch unterstützen. Auch die GLP will auf Bärtsch setzen.

Der Entscheid, dass Meyer sich zurückzieht, war einstimmig gefallen, wie die SP-Parteileitung am Montag an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz mitteilte. Meyer sagte, der Entscheid entspreche der politischen Logik und sei Ausdruck der langen und engen Partnerschaft mit den Grünen. Wichtigstes Ziel sei es, den links-grünen Regierungssitz wieder zu erlangen.

Der Regierungsrats Kandidat, Joerg Meyer von der SP anlaesslich der Luzerner Regierungsratswahlen vom Sonntag, 31. Maerz 2019, im Regierungsgebaeude von Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Wird für die Korintha Bärtsch Platz machen: SP-Kandidat Jörg Meyer. Bild: KEYSTONE

Bärtsch hatte am Sonntag 42'946 Stimmen erreicht. Damit blieb sie zwar unter dem absoluten Mehr von 54'369 Stimmen, erreichte aber noch den fünften und letzten Regierungsratsplatz. Meyer holte exakt 400 Stimmen weniger als Bärtsch. Beide platzierten sich aber noch vor dem parteilosen Regierungsrat Marcel Schwerzmann.

Der Luzerner Finanzdirektor Marcel Schwerzmann (parteilos) wird abgestraft: Er muss in den zweiten Wahlgang und liegt hinter Grünen und SP zurück. (Archivbild)

Muss um seinen Sitz bangen: Der parteilose Regierungsrat Marcel Schwerzmann. Bild: KEYSTONE

Parteileitung für linke Einerkandidatur

SP-Parteipräsident David Roth betonte, dass Meyer ein hervorragendes Resultat erzielt und sich vor einem amtierenden Regierungsrat platziert habe. Die Partei habe am Sonntagabend und am Montag intensive Gespräche geführt. Schliesslich seien für den zweiten Wahlgang vom 19. Mai noch zwei Linien auf dem Wahlzettel frei.

Die Parteileitung kam nach eigenen Angaben aber einstimmig zum Schluss, dass die Linke mit einer Einerkandidatur in den zweiten Wahlgang gehen solle, und dass die SP die grüne Kandidatin unterstützen wolle. Es gehe um die Stärkung der Linken, sagte Roth, obwohl die SP als grösste Oppositionspartei Anspruch auf einen Sitz in der Kantonsregierung habe.

Die SP-Spitze geht davon aus, dass die Delegierten am Dienstagabend ihren rationalen Entscheid unterstützen werden. Roth betonte auch, dass es kein Fehler gewesen sei, Meyer für die Regierungsratswahlen zu nominieren. Es gebe keine Devise in der Partei, dass keine Männer kandidieren dürften, sagte er.

Bärtsch war die einzige Frau gewesen, die im ersten Wahlgang für einen Sitz in der Regierung kandidierte. Der Regierungsrat war seit 2015 nicht nur rein bürgerlich, sondern bestand auch nur aus Männern.

Auch GLP will sich zurückziehen

Den gleichen Schritt machen wie die SP wollen die Grünliberalen. Der Wahlausschuss beantrage dem Vorstand, im zweiten Wahlgang Bärtsch zu unterstützen, damit «die ökologischen und progressiven Kräfte» eine Stimme im Regierungsrat erhielten, teilte die Partei am Montagabend mit.

Der Regierungsratskandidat Roland Fischer von den Gruenliberalen anlŠsslich einer Podiums Diskussionsrunde aller Luzerner Regierungsratskandidaten vom Dienstag, 12. Maerz 2019 in Luzern. Die Luzerner Kantons- und Regierungsratswahlen finden am Sonntag 31. Maerz 2019 statt.(KEYSTONE/Urs Flueeler)

Roland Fischer von der GLP wird sich ebenfalls zurückziehen. Bild: KEYSTONE

Für den Kandidaten der GLP, Roland Fischer, heisst dies, dass er im zweiten Wahlgang nicht mehr antritt. Der alt Nationalrat und GLP-Präsident hatte am Sonntag 35'365 Stimmen erzielt. Trotz diesem «sehr guten Ergebnis» seien die Wahlchancen im zweiten Wahlgang gering, teilten die Grünliberalen weiter mit.

Die Grünen reagierten positiv auf die Unterstützung der SP und der GLP. Mit dem Einerticket werde der Weg bereitet für einen links-grünen Regierungssitz, teilten sie mit.

FDP für Schwerzmann

Einen bürgerlichen Kurs fahren will indes die FDP. Die Parteileitung empfiehlt den Delegierten, sich am Dienstag für eine Unterstützung von Schwerzmann sowie von SVP-Regierungsrat Paul Winiker auszusprechen.

Winiker hatte am Sonntag das absolute Mehr relativ knapp verpasst und den vierten Platz erreicht. Am Sonntag waren erst drei der fünf Regierungssitze vergeben worden. Gewählt wurden die beiden CVP-Regierungsräte Guido Graf und Reto Wyss sowie Fabian Peter (FDP), der den freiwerdenden Sitz seiner Partei verteidigen konnte. (cma/sda)

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24
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    Alle Leser-Kommentare
  • seesicht 02.04.2019 09:16
    Highlight Highlight Schade - dieser Rückzug kommt aus meiner Sicht zu schnell! Der Rückzug von Meyer macht nur Sinn, wenn Schwerzmann auch alleine merkt, dass er nicht mehr wählbar ist.

    Ich neme nicht an, dass Meyer Stimmern von Bärtsch abgraben würde ...
    Zwei Sitze stehen noch frei - 4 Personen sind zur Wahl. Die Wählerschaft wählt entweder JM/CB oder PW/MS ... möge die Einsicht gewinnen!
  • Rellik 01.04.2019 22:18
    Highlight Highlight Toll von Meyer, dass er Grösse zeigt und sich zurückzieht! Meiner Meinung nach wäre er qualifizierter, aber viele in Luzern wollen auch wieder eine Frau und grün ist halt auch im Trend. Hoffe fest, dass Cvp und Fdp einsehen, dass Schwerzmann unhaltbar geworden ist!
  • wasps 01.04.2019 22:09
    Highlight Highlight Vernünftige Entscheide.
  • Pinkerton 01.04.2019 21:48
    Highlight Highlight Schade um die GLP. Als zweite grüne Partei mit Linksdrall wird sie sich - trotz aktuellem Zwischenhoch - über kurz oder lang überflüssig machen.
    • Joe Smith 01.04.2019 21:55
      Highlight Highlight Linksdrall bei der GLP? Da haben Sie ja ein mächtig gutes Kraut geraucht.
    • FrancoL 01.04.2019 22:16
      Highlight Highlight @Pinkerton; Genau den Linksdrall hat sie nicht, ganz und gar nicht und das wird man schon bald auch in Zürich konstatieren wenn die Grünen und die GLP kaum sich auf nachhaltige Lösungen einigen können. Noch macht man schön auf Grün um Morgen das liberale Element eher in den Vordergrund zu schieben. So zumindest war es in den letzten Jahren.
    • Pinkerton 01.04.2019 22:17
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