Schweiz
Luzern

Trotz weniger Elterntaxis: Luzerner Stadtrat lehnt günstiges ÖV-Abo ab

Zweifel am Nutzen: Luzerner Stadtrat lehnt 365-Franken-Abo für den Bus ab

15.01.2026, 13:5615.01.2026, 13:56

Die Stadtluzernerinnen und -luzerner sollen nicht mit sehr günstigen Busbilletten dazu verleitet werden, auf Fussmärsche und Velofahrten zu verzichten. Der Stadtrat zeigt sich deswegen gegenüber weiteren Vergünstigungen des öffentlichen Verkehrs kritisch.

Die Stadtregierung beantragt dem Grossen Stadtrat, das Postulat der Grünen Fraktion für ein «365-Franken-ÖV-Abo» nicht zu überweisen. Aus ähnlichen Überlegungen will er die im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojekts eingeführten Vergünstigungen für Kinder und Jugendliche nur befristet weiterführen. Die beiden Parlamentsgeschäfte sind am Donnerstag veröffentlicht worden.

Bus statt Elterntaxi

Der Grosse Stadtrat hatte 2021 dem Wunsch des Kinderparlaments nach stärker vergünstigten Busbilletten entsprochen. In der Pilotphase gab die Stadt pro Jahr rund 8000 Gutscheine an Kinder und Jugendliche ab, die zu rund zwei Drittel eingelöst wurden.

Die Auswertung zeigte, dass Kinder und Jugendliche mehr mit dem Bus und weniger mit dem Elterntaxi unterwegs waren. Allerdings nahm auch die Zahl der zu Fuss und mit dem Velo zurückgelegten Wege ab.

Die Stadtregierung schreibt, sie wolle nicht, dass der Preis ein Grund sei, dass Familien auf den öffentlichen Verkehr verzichten. Sie wolle deswegen die Vergünstigungen für Kinder und Jugendliche weiterführen und diese damit an den öffentlichen Verkehr binden.

Günstiges Abo führt wohl nicht zu weniger Autoverkehr

Kritisch sieht der Stadtrat aber, dass Kinder und Jugendliche vermehrt in den Bus steigen und weniger Velo fahren oder zu Fuss gehen. Um diesen unerwünschten Trend weiter zu beobachten, will er die ÖV-Vergünstigung vorerst nur für fünf Jahre weiterführen. Er beantragt dafür einen Kredit von 10,5 Millionen Franken.

Diese mit den ÖV-Vergünstigungen für Kinder und Jugendliche gemachten Erkenntnisse führt der Stadtrat auch bei seiner Ablehnung der Forderung nach einem 365-Franken-Abonnement ins Feld. Weiter geht er nicht davon aus, dass das Abo zu deutlich weniger Autoverkehr führt, weil in der Stadt viele Autos von Auswärtigen unterwegs sind.

Zudem findet er es sinnvoller, wie im Falle der Kinder und Jugendlichen, gezielte Vergünstigungen zu gewähren, statt ein günstiges Abo nach dem Giesskannenprinzip anzubieten. (sda)

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