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Die Schweizer Bevölkerung hat das Reisefieber gepackt – die Hotellerie freuts.
Die Schweizer Bevölkerung hat das Reisefieber gepackt – die Hotellerie freuts.
Bild: keystone

Schweizer Reiselust erwacht, Konzerne wollen Subventionen – die Sonntagspresse in Kürze

Die Reiselust der Schweizer Bevölkerung, der wieder erwachte Optimismus in der Hotellerie und der Ausbau des Nachtzug-Angebots der SBB: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.
13.06.2021, 05:4813.06.2021, 15:04

Reiselust der Schweizer Bevölkerung erwacht

Nach Lockerung der Corona-Massnahmen und Aufhebung zahlreicher Restriktionen im Reiseverkehr entdeckt die Schweizer Bevölkerung wieder ihre Reiselust. Laut dem Reisebarometer des TCS kann sich jeder zweite Schweizer und jede zweite Schweizerin vorstellen, in den nächsten Monaten ins Ausland zu fahren, wie die «SonntagsZeitung» schreibt.

Die beliebtesten Destinationen sind demnach Italien, Griechenland und Frankreich. Nach über einem Jahr Pandemie locken Badeferien am Mittelmeer. Zu beachten bleibt, dass einzelne Restriktionen bei Reisen noch immer in Kraft sind. So verlangt zum Beispiel Italien nach wie vor einen negativen Covid-Test und ein Passagier-Lokalisierungs-Formular.

Hotellerie sieht Licht am Ende des Horizonts

Auch in der Hotellerie ist unterdessen wieder Optimismus eingekehrt. «Dieser Sommer dürfte noch besser werden als der letzte. Damit hätte ich nicht gerechnet», zitiert die «NZZ am Sonntag» Andreas Züllig, Präsident des Verbandes Hotelleriesuisse. Graubünden und das Tessin könnten auf eine gute Saison hoffen.

Auch für die Stadthotellerie sehe es wieder besser aus. Der letzte Öffnungsschritt des Bundesrates vom 31. Mai habe der Branche wieder Leben eingehaucht. Die Erholung könne sogar schneller gehen als ursprünglich gedacht, sagte Martin von Moos, Präsident des Zürcher Hoteliervereins. Das Forschungsinstitut BAK Economics stützt diese Beobachtung. Das Covid-Zertifikat könnte den Markt zusätzlich ankurbeln.

Reise-Verband-Versammlung in VAE sorgt für Kritik

Schwere Kritik von Parlamentariern aller Couleur erntet der Schweizer Reise-Verband. Er hält im November seine Generalversammlung im arabischen Emirat Ras al-Chaima ab. Das ist laut «SonntagsBlick» eine fragwürdige Wahl für eine Branche, die vom Bund 140 Millionen Franken A-fonds perdu-Beiträge erhalten hat.

«Ich bin sehr irritiert über die Wahl der Destination», sagte Regula Rytz, Nationalrätin der Grünen. Sie frage sich, wo die Solidarität mit der heimischen Hotellerie bleibe. Es sei unsensibel, jetzt einen solchen Anlass im Ausland durchzuführen, während in der Schweiz die Gastronomie und die Hotellerie von der Krise so stark gebeutelt würden, sagte ihrerseits die SVP-Nationalrätin Esther Friedli.

SBB will Nachtzugangebot ausbauen

Die SBB baut zusammen mit Partnern ihr Angebot an Nachtzügen weiter aus. Bis 2025 strebt die SBB zehn Routen und 25 Nachtzugziele an, sagte SBB-Chef Vincent Ducrot in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Die SBB entwickelten derzeit ein Angebot mit ihren Partnern SNCF, Deutsche Bahn, ÖBB und Trenitalia.

Schon heute könnten Reisende Nachtzüge nach Berlin, Hamburg, Prag oder Wien benutzen. Bis Ende des Jahres komme Amsterdam hinzu. Rom werde im nächsten Jahr folgen. Die Nachtzüge würden zwar nie profitabel sein. Die SBB reagiere mit dem Angebot jedoch auf eine Nachfrage, die heute in der Luft liege. Reisen mit der Bahn statt mit dem Auto verringerten den CO2-Ausstoss.

Bund will Geld von Reise-Rückkehrern

Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie holten zahlreiche Staaten, darunter auch die Schweiz, ihre Bürgerinnen und Bürger mit Sonderflügen rund um den Globus zurück in ihr Heimatland. Das Aussendepartement EDA stellte den per Charterflug zurückgekehrten Personen den Flug in Rechnung.

Nun zeigt sich, dass noch immer 550 Rechnungen offen sind, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Insgesamt wurden 7100 Rechnungen ausgestellt. Rund 70 davon musste der Bund direkt abschreiben. Rund 160 Personen haben mit dem Bund eine noch laufende Ratenvereinbarung. Laut einer Hochrechnung dürfte sich der ausstehende Betrag auf 630'000 Franken belaufen.

Schweiz wird attraktiver für vermögende Ausländer

Die Schweiz hat wegen der Corona-Pandemie für vermögende Ausländer an Attraktivität gewonnen. Ausschlaggebend dafür ist die politische und wirtschaftliche Stabilität. Die freiheitsliebende Tradition der Schweiz werde von vielen ausländischen Kunden als grosser Vorteil eingestuft, zitiert die «NZZ am Sonntag» Frédéric Rochat von der Genfer Privatbank Lombard Odier.

So seien zum Beispiel die Ausgangssperren in der Schweiz viel weniger rigid ausgefallen als in anderen Ländern. In schwierigen Zeiten kämen die Stärken der Eidgenossenschaft am besten zum Tragen. Ein weiteres Argument sei die geringe Verschuldung. Vermögende Personen beobachteten die Haushaltsdefizite in vielen Ländern aufmerksam. Denn sie führten über kurz oder lang zu höheren Steuern.

Schweizer Grosskonzerne wollen staatliche Subventionen

Schweizer Grosskonzerne rufen nach staatlichen Subventionen, nachdem die sieben wichtigsten Industrienationen (G7) eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent einführen wollen. Das sei ein Tabubruch, schreibt der «SonntagsBlick». In der Vergangenheit habe die Schweiz direkte Unterstützungs- und Fördermassnahmen zwar gemieden.

Jetzt werde die Schweiz von der internationalen Staatengemeinschaft aber dazu gedrängt, solche Instrumente ins Auge zu fassen, zitiert der «SonntagsBlick» Martin Hess, Leiter Steuern beim Verband Swissholdings. Zum Instrumentenkasten zählt Hess unter anderem Vorzugskredite für Investitionen. Frank Marty, Steuerexperte bei Economiesuisse, nennt Fördergelder für Forschung und Entwicklung.

Intransparenz bei E-Zapfsäulen

Die Intransparenz bei den Kosten für das Laden von E-Autos ruft den Preisüberwacher auf den Plan. Während bei den Tanksäulen Klarheit herrsche, sei die Situation bei den Ladestationen für Elektro-Fahrzeuge viel komplizierter, schreibt die «NZZ am Sonntag». Preisüberwacher Stefan Meierhans kritisiert die Intransparenz.

Eigentlich müssten die Besitzer von E-Autos wissen, was ihnen für den Strom verrechnet werde, bevor sie die Ladung starteten. Das sei heute leider oft nicht der Fall. Krispin Romang, Geschäftsführerin von Swiss e-Mobility, sieht bei der Preistransparenz ebenfalls Luft nach oben. Die Branche arbeite an Vereinfachungen. So soll der Preis für den Strombezug künftig per SMS angezeigt werden.

Schweiz verschläft mRNA-Trend

Während die Welt zur Bekämpfung von Coronaviren die mRNA-Technologie mit Milliarden vorantreibt, zögert die Schweiz. Der «SonntagsBlick» zitiert in diesem Zusammenhang den Krebsforscher Thomas Cerny. Viele Forscher seien massiv enttäuscht, dass der Bund die Chance bisher nicht gepackt habe, um namhaft in die mRNA-Technologie zu investieren.

Wenn die Schweiz jetzt noch wegen des gescheiterten Rahmenabkommens von der internationalen Forschungszusammenarbeit abgekoppelt werde, sei dies ein grosser Schaden für den hiesigen Standort. Die kürzlich vom Bundesrat gesprochenen 50 Millionen Franken seien dagegen ein Klacks. Es müsse nun ein Ruck durch den Bundesrat und das Parlament gehen. Das Signal müsse lauten, dass auch in Zukunft nur den Besten die besten Bedingungen geboten würden.

Neuer Ansatz für Rückzahlung von Covid-19-Krediten

Das Schweizer Gastgewerbe überlegt sich einen neuen Ansatz für die Rückzahlung der Covid-19-Kredite. Es will diese Kredite über die Mehrwertsteuer zurückzahlen, berichtet die Westschweizer Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche». Der Vorschlag sieht vor, die Differenz zwischen dem Mehrwertsteuersatz für Vor-Ort-Gastronomie (7,7 Prozent) und jenem für den Ausser-Haus-Verkauf (2,5 Prozent) zur Rückzahlung der Kredite zu verwenden.

Konkret würde ein Restaurantbesitzer mit einem Umsatz von 100'000 Franken immer noch 7700 Franken Mehrwertsteuer zahlen, aber 5200 Franken dieser Summe würden automatisch für die Rückzahlung der Covid-Darlehen verwendet. Dies so lange, bis die Schulden zurückgezahlt seien. Im Parlament findet die Idee bei Vertretern von SP, FDP, SVP und Mitte Anklang.

EU will Schweizer Elektrizitätsbranche ausschliessen

Die EU-Kommission treibt den Ausschluss der Schweizer Elektrizitätsbranche aus dem europäischen Stromhandelssystem aktiv voran. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, hat die Kommission bereits im Dezember die europäischen Netzbetreiber dazu aufgefordert, die Schweizer Gesellschaft Swissgrid per 1. März 2021 von den EU-Handelsplattformen auszuschliessen. Dagegen hat wiederum Swissgrid im Februar eine Klage beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eingereicht.

Das Verfahren ist hängig. Obwohl der Stichtag vor über drei Monaten verstrichen ist, hat Swissgrid weiterhin Zugang zur Handelsplattform. (sda)

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