NZZ kündigt «Nebelspalter»-Journalisten noch vor Stellenantritt — wegen einem Plagiat
Eigentlich hätte der stellvertretende Chefredaktor und Bundeshauschef «Nebelspalters», Dominik Feusi, eine neue Stelle im Wirtschaftsressort der «NZZ» antreten sollen.
Einem Bericht des Blicks zufolge kündigte ihm die Zürcher Tageszeitung noch vor dem geplanten Start am 1. Juli. Der Grund: Feusi habe im Herbst 2024 über 90 Prozent einer Nahost-Analyse der britischen Tageszeitung «Telegraph» abgeschrieben und im «Nebelspalter» publiziert.
In besagtem Artikel in der konservativen britischen Zeitung «The Telegraph» machte der Autor Allister Heath Stimmung für einen israelischen Angriff auf den Iran. Dominik Feusi übersetzte diesen Text und verkaufte die Gedanken seines britischen Berufskollegen im «Nebelspalter» als seine eigenen.
«Es gibt keine Entschuldigung»
«Wir können Sie darüber informieren, dass Dominik Feusi die Stelle bei der NZZ nicht antreten wird», erklärte ein Sprecher der «NZZ» nach der Konfrontation des «Blicks». Zum Zeitpunkt der Anstellung sei der Sachverhalt den zuständigen Personen noch nicht bekannt gewesen. Der Fall sei mit den publizistischen Grundsätzen des Hauses nicht vereinbar. «Vor diesem Hintergrund hat die NZZ entschieden, den Vertrag mit Dominik Feusi vor seinem Stellenantritt zu kündigen», so der Sprecher weiter.
Feusi selbst antwortete dem «Blick»: «Es gibt überhaupt keine Entschuldigung für das, was ich gemacht habe. Das ist ein klares Plagiat, so etwas darf nicht passieren.» Der «Nebelspalter» hätte an jenem Tag dringend noch eine Geschichte gebraucht, und er sei allein für die Website verantwortlich gewesen. Deshalb habe er auf Notizen zurückgegriffen, in denen auch die Analyse des «Telegraph» enthalten gewesen sei.
Als Mitglied der Geschäftsleitung trägt Dominik Feusi beim rechtsbürgerlichen «Nebelspalter» seit 2021 viel Verantwortung. Zusammen mit dem Verleger Markus Somm moderierte er den Polit-Podcast «Bern einfach». Davor arbeitete er als Wirtschaftsredaktor im Hause Tamedia. (val)
