Zürcher Spitäler erhalten aus Holland Spenderhaut für Brandopfer
Zürcher Spitäler haben aus den Niederlanden 9,3 Quadratmeter Spenderhaut für Brandopfer von Crans-Montana erhalten. Das gab die holländische Gewebebank auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bekannt.
Die Haut von toten Spendern sei in drei Lieferungen per Kurier zum Universitätsspital und zum Kinderspital Zürich gebracht worden, so die Gewebebank «ETB-BISLIFE». «Glücklicherweise zeigten sich die Schweizer Zollbehörden sehr kooperativ und ermöglichten eine verzögerungsfreie Abfertigung der Spenderhaut», sagte ein Sprecher der Gewebebank in Haarlem.
Bei der gelieferten Spenderhaut handelt es sich den Angaben zufolge um postmortale Haut von altruistischen Spenderinnen und Spendern. Sie wird als temporärer Hautersatz eingesetzt, um die Wunden schwer brandverletzter Patientinnen und Patienten zu schützen, Infektionen zu verhindern und die Heilung zu unterstützen, bis eine definitive Deckung, in der Regel mit körpereigener Haut, möglich ist.
Keine Vollhautspenden in der Schweiz
Eine erste Anfrage aus Zürich für Spenderhaut habe die Gewebebank am frühen Nachmittag des Neujahrstags erhalten. «Noch am selben Abend wurden die ersten 20'000 Quadratzentimeter per Kurier verschickt und trafen in der Nacht ein. Am folgenden Freitag lieferten wir weitere 52'000 Quadratzentimeter, am darauffolgenden Montag nochmals 21'000 Quadratzentimeter», so der Sprecher.
Das Universitätsspital Zürich bestätigte auf Anfrage, Spenderhaut aus den Niederlanden erhalten zu haben.
Keine Vollhautspenden in der Schweiz
Ausserdem habe die niederländische Gewebebank auch Spenderhaut nach Leipzig geliefert, wo drei Schweizer Brandopfer behandelt werden. Weitere Lieferungen von Spenderhaut in die Schweiz seien zur Zeit nicht geplant. «Es ist jedoch damit zu rechnen, dass in zwei bis drei Wochen erneut Spenderhaut benötigt wird, wenn die Behandlung der Verletzten weiter fortschreitet», so der Sprecher der Gewebebank.
Vollhautspenden von Verstorbenen, die in die Gewebespende eingewilligt haben, werden nach Kenntnissen der Organspendestiftung Swisstransplant in der Schweiz nicht durchgeführt, wie deren Direktor Franz Immer zu Keystone-SDA sagte. (sda)
