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In 10 Bildern: Flüchtlinge zeigen, was sie an der Schweiz so schätzen

Was Flüchtlinge staunen lässt, ist für uns Einheimische zumeist alltäglich und selbstverständlich. Zehn Schüler eines Deutschkurses haben mit der Handy-Kamera festgehalten, was für sie so speziell in der Schweiz ist. Die entstandenen Bilder sind höchst überraschend.
30.05.2016, 06:4803.06.2016, 16:46
Jörg Meier / Aargauer Zeitung

Wenn über Asylsuchende berichtet wird, kommen die Asylsuchenden höchst selten zu Wort. Sie müssen sich meist damit begnügen, Anlass und Gegenstand der medialen Aufmerksamkeit zu sein.

Entsprechend wird auch meistens aus der Perspektive von uns Einheimischen erzählt und argumentiert. Für einmal wird hier die Sicht auf das scheinbar Gewöhnliche verändert.

Was gefällt Asylsuchenden am Alltag in der Schweiz? Was macht ihnen Eindruck? Was freut sie? Mit diesen Fragen im Gepäck besuchten wir die Konversationsklasse Deutsch für Asylsuchende vom Netzwerk Aargau in Nussbaumen.

Deutsch verbindet

Gegen 30 Asylsuchende besuchen jeweils am Mittwochnachmittag den Unterricht bei Isabella Günthardt. Der Deutschkurs ist freiwillig. Deutschlehrerin Isabella Günthardt arbeitet ehrenamtlich.

Asylsuchende zeigen, was sie an der Schweiz besonders schätzen

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Asylsuchende zeigen, was sie an der Schweiz besonders schätzen
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Ihre Schülerinnen und Schüler kommen aus rund einem Dutzend verschiedener Länder, alle mit ihren eigenen Geschichten in ihren eigenen Sprachen. Wenn sie sich verständigen wollen, ist es am einfachsten, wenn sie dies in ihrer neuen Sprache tun, die sie hier am Lernen sind: auf Deutsch.

Kurs für Asylsuchende in Brugg.
Kurs für Asylsuchende in Brugg.Bild: KEYSTONE

Die Kenntnisse sind höchst unterschiedlich; einige könne sich schon recht gewandt ausdrücken, für andere scheint die deutsche Sprache noch für einige Zeit ein Mysterium zu bleiben. Die unterschiedlichen Niveaus sind aber kein Hinderungsgrund für einen attraktiven Unterricht; Es wird geschrieben und diskutiert und gelacht – und wenn das richtige Wort sich partout nicht finden lässt, wird das Handy zur Übersetzungshilfe.

Zehn Asylsuchende aus der Klasse haben sich schliesslich bereit erklärt, am kleinen Schreibprojekt mitzumachen. Sie erhielten den Auftrag, eine Besonderheit, die ihnen in der Schweiz aufgefallen ist und die ihnen Eindruck macht, kurz zu beschreiben und mit einem Handyfoto zu illustrieren. Mit grossem Einsatz gingen die Teilnehmenden ans Werk und sie brachten völlig individuelle Antworten zurück.

Die Ergebnisse findest du in der obigen Bildergalerie, die Texte wurden moderat redigiert. Die Fotos sind von unterschiedlicher Qualität, aber höchst überraschend.

Fotos ohne Menschen

Überraschend war auch, wie von den Asylsuchenden vieles, was für uns selbstverständlich und alltäglich ist, als aussergewöhnlich wahrgenommen wird. Dass man sich hier frei bewegen kann, dass die Züge pünktlich abfahren, dass man keine Bettler sieht.

Mehr zum Thema

Mag sein, dass die Berichte der Asylsuchenden uns auch wieder etwas bewusster machen, dass unser gesicherter Alltag keine Selbstverständlichkeit ist.

Jetzt auf

Nur wenige der teilnehmenden Flüchtlinge waren bereit, sich fotografieren zu lassen. Zu sehr schwingt noch die Furcht mit, dass das Bild in die ursprüngliche Heimat gelangen könnte und deshalb die zurückgelassenen Familienangehörigen Repressionen ausgesetzt würden. Man einigte sich auch darauf, aus Sicherheitsgründen nur den Vornamen und das Herkunftsland zu nennen.

(aargauerzeitung.ch)

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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zoobee1980
30.05.2016 08:29registriert Oktober 2014
Danke watson für diesen Artikel zu etwas Positivem! HappyThankYouMorePlease!
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j_west3
30.05.2016 07:36registriert Dezember 2014
Das ist doch schön. Beiträge wie dieser können vielleicht auch uns Schweizern mal wieder in Erinnerung rufen, wie privilegiert wir sind, in diesem Land aufwachsen und leben zu dürfen. Viele jammern nämlich rum. Es scheint also nicht allen klar zu sein, wie gut wir es im Allgemeinen haben.
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Fumo
30.05.2016 08:31registriert November 2015
"Ich finde es lustig, dass kaum ein Schweizer den Walliser Dialekt versteht."

Das scheint schnell aufzufallen :D
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Kaum offizielle Abmeldungen: Wo sind die ukrainischen Flüchtlinge?
Beim Bund haben sich bis heute erst 200 ukrainische Flüchtlinge abgemeldet. Auch bei den Kantonen ist der Aufenthaltsort oft nicht bekannt. Die Zahl jener Flüchtlinge, welche den Kanton gewechselt oder die Schweiz verlassen haben, dürfte also deutlich höher liegen.

Der Kanton Bern kontaktiert seit einigen Wochen die Gastfamilien, um zu erfahren: Leben die Geflüchteten aus der Ukraine immer noch bei den Gastgebern? Sind sie überhaupt noch im Kanton Bern? Haben die Gastfamilien oder die Geflüchteten Anliegen? Bern verschaffte sich auf diese Weise einen Überblick; auch über den Verbleib von 1000 Menschen aus der Ukraine.

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