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Mobilität

So viele Staus wie noch nie auf den Schweizer Nationalstrassen

Der Oster Reiseverkehr auf der Autobahn A-2 vor dem Gotthardtunnel zwischen Goeschenen und Erstfeld in Richtung sueden staut sich bei Erstfeld auf mehrere Kilometer laenge, am Freitag, 29. Maerz 2024. ...
Nicht nur an Ostern, fast an jedem Wochenende staut sich der Verkehr mittlerweile vor dem Gotthardtunnel.Bild: keystone

So viele Staus wie noch nie auf den Schweizer Nationalstrassen – das sind die Hotspots

17.06.2024, 10:3217.06.2024, 11:22
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Die Nationalstrassen in der Schweiz müssen immer mehr Verkehr bewältigen. Im vergangenen Jahr gab es 48'807 Staustunden. Das waren 22,4 Prozent mehr als noch 2022 und damit so viele wie noch nie.

Autobahnen, Autostrassen und Nationalstrassen dritter Klasse machen nur knapp 3 Prozent des gesamten Strassennetzes aus, wie das Bundesamt für Strassen (Astra) am Montag schrieb. Sie wickelten aber gut 45 Prozent aller gefahrenen Fahrzeugkilometer ab.

Auf dem Nationalstrassennetz wurden 2023 insgesamt 29,6 Milliarden Kilometer zurückgelegt, also 1,5 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Davon entfielen 84 Prozent der Fahrzeugkilometer auf Personenwagen. Die Nationalstrassen werden zudem weiterhin stark durch den Güterverkehr beansprucht. LKWs, Lieferwagen und andere Lieferfahrzeuge legten über 68 Prozent ihrer Fahrleistung auf den Nationalstrassen zurück.

Nationalstrassennetz kommt an Belastungsgrenze

Die Staus auf den Nationalstrassen erreichten laut Astra im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert. Fast 90 Prozent der insgesamt 48'807 Staustunden seien auf Verkehrsüberlastung zurückzuführen.

Die wichtigsten Nationalstrassenachsen der Schweiz.
Die wichtigsten Nationalstrassenachsen der Schweiz.bild: watson/Astra

Dass die Staustunden innerhalb eines Jahres um 22,4 Prozent zunahmen, die Zahl der Fahrzeugkilometer aber lediglich um 1,5 Prozent stieg, zeigt laut dem Astra die Belastungsgrenze des Nationalstrassennetzes. Diese Entwicklung gefährde dessen Stabilität und Belastbarkeit.

Wo das Verkehrsaufkommen auf den Schweizer Nationalstrassen am höchsten ist.
Wo das Verkehrsaufkommen auf den Schweizer Nationalstrassen am höchsten ist.bild: astra

Die Nationalstrassen könnten trotz der zahlreichen vom Astra ergriffenen Massnahmen zur Optimierung des Verkehrsflusses das zusätzliche Verkehrsaufkommen nicht mehr auffangen.

Zürich, Luzern, Gotthard, Lugano-Chiasso, Basel und Härkingen-Luterbach – das sind die Schweizer Stau-Hotspots.
Zürich, Luzern, Gotthard, Lugano-Chiasso, Basel und Härkingen-Luterbach – das sind die Schweizer Stau-Hotspots. bild: astra

Um den Verkehr zu verflüssigen, setzt das Astra nach eigenen Angaben in erster Linie auf eine Geschwindigkeitsharmonisierung oder die temporäre Umnutzung von Pannenstreifen. Um aber die gravierendsten Engpässe zu beseitigen, seien punktuelle Ausbauten notwendig.

A1 wird besonders stark belastet

Die A1 zwischen Genf und St. Margrethen ist laut der Astra-Statistik mit ihren 391 km die längste Nationalstrasse der Schweiz. Auf ihr wurden im vergangenen Jahr mit 32,7 Prozent fast ein Drittel aller auf den Nationalstrassen zurückgelegten Fahrzeugkilometer abgewickelt.

Dieser Anteil ist deutlich höher als ihr Anteil an der Netzlänge von rund 19 Prozent. Auf den meisten anderen Nationalstrassen entsprachen die Fahrleistungsanteile in etwa ihrem Anteil an der Netzlänge.

Nutzfahrzeugverband plädiert für Ausbau

Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband (Astag) zeigte sich am Montag besorgt über die Stauentwicklung. Die Belastung auf dem Nationalstrassennetz steige weiterhin ungebremst. Die massive Zunahme der Staustunden im vergangenen Jahr liege deutlich über dem langjährigen Schnitt von 10 Prozent.

Der Ausbauschritt der Nationalstrassen, über den im Herbst abgestimmt werde, müsse darum realisiert werden, so der Verband in einer Mitteilung. Das Astra sei zwar intensiv bestrebt, die Stauspitzen mit Massnahmen wie der Umnutzung von Pannenstreifen oder mit temporärer Geschwindigkeitsreduktion zu brechen, aber Verkehrsmanagement allein reiche nicht. (pre/sda)

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(Bild: Comet Photo AG)
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107 Kommentare
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co2_bremser
17.06.2024 11:08registriert Februar 2023
Jedes Jahr ca. 80k Leute mehr in der Schweiz die sich gerne fortbewegen. Ob Zug oder Strasse alles wird voller. Da muss man kein Rechter sein um die negativen Auswirkungen des ewigen Wirtschaftswachstums zu sehen.
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DerMedicus
17.06.2024 10:48registriert Juli 2018
..und in jedem Auto sitzt meist nur eine Person. Autofahren ist eine riiiiesige Platzverschwendung. Es soll endlich ein gutes System für das "Streckensharing" geben.
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Pontifax
17.06.2024 12:19registriert Mai 2021
A1 zwischen Aarau West und Lenzburg. Kilometerlange Spurverengung wegen Belagsarbeiten. 3km später: Spurverengung wegen Brückenarbeiten. Begleitet von unfähigen Autofahrern, die ums Verrecken auf der linken Spur fahren müssen, sich aber nicht am Verkehr vorbei trauen und alle dahinter behindern. Hinzu kommt noch die Meute an Autofahrern mit ihrem geistigen Unvermögen, bei der Einfahrt Aarau Ost via Reissverschlusssystem auf die Autobahn einzufahren. Rein- und rüberdrücken wo's nur geht. Polizei? Ist wohl mit Blitzkästen beschäftigt.
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