Schweiz
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ZUM 100. JAHRESTAG DES SCHWEIZERISCHEN NATIONALPARKS IM ENGADIN AM 1. AUGUST 2014, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Ein Hirsch im Schnee beim Parkplatz 6, aufgenommen im Schweizerischen Nationalpark bei Zernez im Kanton Graubuenden am 16. Oktober 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Nationalpark bei Zernez. Bild: KEYSTONE

Die Schweiz ein Musterland in Sachen Naturschutz? Weit gefehlt!

Weite Kreise der Bevölkerung und der Politik haben die Vorstellung, die Schweiz sei in Sachen Naturschutz und Förderung der Biodiversität ein Musterland. Tatsache ist, dass die Schweiz im Vergleich mit anderen Ländern weit hinterherhinkt.



6,5 Prozent der Landesfläche sind in der Schweiz als Schutzgebiete ausgewiesen. Damit belegt das Land den letzten Platz von 38 europäischen Ländern, wie ein Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA zeigt. Die Schweiz müsse sich mehr für den Erhalt der Biodiversität einsetzen, fordern Umweltorganisationen. 

Der Umweltbericht «SOER 2015» zeige einmal mehr, dass die Schweiz in Sachen Schutzgebiete europäisches Schlusslicht ist, schreiben die Umweltorganisationen SVS/BirdLife, Pro Natura und WWF Schweiz in einer Mitteilung vom Dienstag. So weist Slowenien einen Flächenanteil von über 50 Prozent aus. Bulgarien, Kroatien und Griechenland haben mehr als 30 Prozent ihrer Flächen unter Schutz gestellt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern in Europa hat die Schweiz in den letzten Jahren keine neuen nationalen Schutzgebiete ausgewiesen, wie es in der Mitteilung heisst. Schutzgebiet sind jedoch das Kernstück einer ökologischen Infrastruktur, die die biologische Vielfalt langfristig sichern kann.

Deutlich längere Rote Listen

Die Umweltverbände kritisieren, dass die Schweiz auch in anderen Bereichen zu wenig mache, etwa bei der «biodiversitäts-freundlichen» Nutzung der ganzen Landschaft. Das zeige sich daran, dass die Roten Listen in unserem Land deutlich länger seien als in vielen Teilen Europas.

SVS/BirdLife, Pro Natura und WWF fordern deshalb, dass die Schweiz beim Schutz der Natur, der Landschaft und der biologischen Vielfalt endlich einen grossen Schritt vorwärts macht. Ziel müsse es sein, den längst überfälligen Aktionsplan Biodiversität rasch zu verabschieden und zusammen mit den Kantonen umzusetzen. (whr/sda)

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