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Schweizer Börse: SMI sackt wegen Ölpreisen ab

Iran-Krieg: SMI sackt wegen Ölpreisen ab – Gaspreis steigt um 30 Prozent

09.03.2026, 09:1009.03.2026, 10:22

Ein sprunghafter Anstieg der Ölpreise zum Wochenstart hat den Ausverlauf an den Finanzmärkten nochmals beschleunigt. Hierzulande sackt der SMI im frühen Handel zunächst um mehr als 3 Prozent ab, nachdem er bereits in der Vorwoche um 6,6 Prozent eingebrochen war.

Der Iran-Krieg tobt derweil weiter ohne Aussicht auf ein Ende. Entsprechend bleibt die Verunsicherung gross und die Volatilität an den Finanzmärkten erhöht. «Wenn die globalen Märkte 'brennen', liegt das daran, dass Energie eine zentrale Rolle bei der Inflation spielt», fasst eine Händlerin zusammen.

«Die Ereignisse im Nahen Osten haben sich über das Wochenende noch einmal überschlagen, und so werden die Anleger heute sowohl mit einem neuen Führer im Iran als auch mit Ölpreisen über 100 US-Dollar konfrontiert», ergänzt ein weiterer Händler. Die Aktienmärkte stünden vor einer extremen Bewährungsprobe. «Einerseits erschweren die stark gestiegenen Energiepreise eine Konjunkturerholung und heizen zugleich das Inflationsthema wieder an. Zum anderen stehen in den USA die Private-Equity-Unternehmen stark unter Druck.»

Breiter Ausverkauf an den Börsen

Der SMI fiel gegen 09.25 Uhr um 2,54 Prozent auf 12'763,05 Punkte zurück. Von den 20 SMI-Titeln gaben alle nach. Der breitere SPI gab um 2,39 Prozent auf 17'667,60 Punkte nach.

Ähnlich rasant ging es an der wichtigsten europäischen Börsen abwärts. Die asiatischen Märkte hatten zum Teil sogar noch etwas stärker nachgegeben. Die Wall Street wird ebenfalls mit deutlichen Abgaben erwartet. Gleichzeitig sorgte die Suche nach sicheren Häfen dafür, dass der Euro auf unter 90 Rappen gefallen ist.

Roche durch Studiendaten belastet

In dem aktuellen Umfeld rücken Unternehmensnachrichten wieder einmal etwas in den Hintergrund. Die Verliererliste wird bei den Blue Chips von Roche GS (-5,7 Prozent) angeführt. Enttäuschende Studiendaten belasteten die Aktien zusätzlich. Dahinter folgten die Papier von ABB, Sika, Amrize und Holcim mit Abgaben von bis zu 4,1 Prozent. Sie alle gelten als sehr konjunktursensibel. (sda/awp)

Gaspreis steigt um 30 Prozent

Der Preis für europäisches Erdgas ist wegen des Kriegs im Nahen Osten weiter stark gestiegen. An der Börse in Amsterdam sprang die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zum Handelsbeginn um rund 30 Prozent auf 69,50 Euro je Megawattstunde (MWh) nach oben. Im frühen Handel ist der Preis wieder ein Stück weit zurückgefallen, auf 61,80 Euro. Das sind immer noch etwa 16 Prozent mehr als am Freitag.

Mit dem aktuellen Preisanstieg hat sich europäisches Erdgas seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran vor mehr als einer Woche in etwa verdoppelt. Dies ist der stärkste Anstieg seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine von vier Jahren.

Die globalen Energiemärkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeinträchtigt. Der Transport von Flüssiggas aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige Strasse von Hormus ist durch den Krieg faktisch zum Erliegen gekommen.

Preissprung bei Erdgas folgt zeitgleich zu Ölpreisanstieg

Der Preissprung beim Erdgas folgte zeitgleich zu einem Ölpreisanstieg auf über 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter), da weitere grosse Produzenten im Nahen Osten ihre Produktion drosselten. Auch der Preis für Erdgas in den USA ist zuletzt gestiegen.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern befindet sich der Gasmarkt in Europa in einer schwierigen Lage, da die Gasspeicher nach dem Winter einen vergleichsweise niedrigen Füllstand haben. Das bedeutet, dass in diesem Sommer zugekauft werden muss, um die Speicher wieder aufzufüllen.

Dabei konkurrieren die europäischen Versorger mit Käufern in Asien um die begrenzten Liefermengen, falls Lieferungen aus dem Nahen Osten über einen längeren Zeitraum ausbleiben.

«Der Markt erkennt allmählich die Realität anhaltender Lieferengpässe», sagte Florence Schmit, Analystin bei der Rabobank. Sie geht davon aus, dass die Lieferengpässe etwa drei Monate andauern könnten. (awp/sda/dpa)

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62 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Christian Mueller (1)
09.03.2026 09:54registriert Januar 2016
Zum Glück haben wir dank den rechtsbürgerlichen eine von Fossilen Treibstoffen unabhängige Wirtschaft und behalten die Wertschöpfung der Energieproduktion im Land! - oh.
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Menel
09.03.2026 10:10registriert Februar 2015
Nur gut, haben wir in den letzten Jahren daraufhin gearbeitet, energietechnisch unabhängig zu sein...oh wait...🤦‍♀️
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Peter77
09.03.2026 10:04registriert August 2024
Hätten wir uns doch schon lange von fossilen Brennstoffen unabhängig gemacht.. Nur sagen dazu 70 Prozent nein und jammern über die Steigenden Benzinpreise. Findet den Fehler. Mutige These? Die Linken und Grünen haben recht? Die ganze Zeit?
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