«Nie zuvor» gesehene Betrugsmasche zielt auf arbeitslose Schweizer ab
Jobbetrug nimmt in der Schweiz zu. Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) veröffentlichen Betrüger gefälschte Stellenanzeigen, indem sie sich als Schweizer Unternehmen ausgeben – mitunter sogar über offizielle Kanäle wie anerkannte Jobportale oder Zeitungen.
Übersetzung
Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.
Vor einigen Jahren zielten Betrüger vor allem auf Bewerber im Gastgewerbe ab und verlangten Vorauszahlungen für angebliche Versicherungen oder Arbeitsgenehmigungen. Das BACS weist jedoch darauf hin, dass sich die Betrugsmaschen weiterentwickelt haben und die Methoden ausgefeilter geworden sind: Manche Angebote versprechen Online-Aufgaben (Bewertungen, Tests, Einkäufe), verlangen aber von den Bewerbern eine Zahlung, um Zugang zu weiteren Aufgaben zu erhalten.
Betrüger nutzen eine einfache Tatsache aus: Arbeitssuchende sind besonders angreifbar, vor allem wenn sie arbeitslos sind.
Gefälschte Websites, echte gestohlene Daten
Diese Variante bereitet den Behörden besondere Sorgen. Die Betrüger erstellen gefälschte Websites für reale Schweizer Unternehmen, häufig aus der Logistikbranche, und veröffentlichen dort Angebote fürs Homeoffice. Die Websites werden mitunter erst wenige Tage vor der Veröffentlichung der Anzeigen erstellt.
bild: screenshot bacs
Das Verfahren ist etabliert: Bewerber werden auf eine passwortgeschützte Seite weitergeleitet, wo sie ihren Lebenslauf, ihre Zeugnisse und Zertifikate einreichen müssen. Anschliessend müssen sie eine Messaging-App installieren, um die «Bewerbung» fortzusetzen. Das BACS ist verwundert darüber, worauf einige dieser Schritte abzielen könnten.
Gefälschte Inserate in Zeitungen
In einer beispiellosen Entwicklung wurden einige dieser betrügerischen Angebote in Printmedien veröffentlicht, was ihre Glaubwürdigkeit erhöht und das Aufdecken der Betrügereien erschwert. Das BACS schreibt:
bild: screenshots bacs
Das BACS betont, dass diese Betrugsmaschen alle Sprachregionen des Landes betreffen. Angesichts dieser Welle mahnt es zur Wachsamkeit: Lehne jedes Angebot ab, das eine Vorauszahlung verlangt; sei misstrauisch gegenüber Versprechungen hoher Verdienste für einfache Aufgaben; überprüfe die Echtheit von Unternehmen und Websites und breche jeglichen Kontakt sofort ab, wenn du Zweifel hast. Im Falle eines finanziellen Schadens solltest du Anzeige bei der örtlichen Polizei erstatten. (hun)
