Schweiz
Arbeitswelt

Bundesamt für Cybersicherheit warnt vor neuer Betrugsmasche bei Jobsuche

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bild: screenshots bacs / watson

«Nie zuvor» gesehene Betrugsmasche zielt auf arbeitslose Schweizer ab

In einem angespannten Arbeitsmarkt verdoppeln Betrüger ihren Einfallsreichtum und Glaubwürdigkeit mit einer neuen Masche.
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27.03.2026, 06:2027.03.2026, 07:22

Jobbetrug nimmt in der Schweiz zu. Laut dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) veröffentlichen Betrüger gefälschte Stellenanzeigen, indem sie sich als Schweizer Unternehmen ausgeben – mitunter sogar über offizielle Kanäle wie anerkannte Jobportale oder Zeitungen.

Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Vor einigen Jahren zielten Betrüger vor allem auf Bewerber im Gastgewerbe ab und verlangten Vorauszahlungen für angebliche Versicherungen oder Arbeitsgenehmigungen. Das BACS weist jedoch darauf hin, dass sich die Betrugsmaschen weiterentwickelt haben und die Methoden ausgefeilter geworden sind: Manche Angebote versprechen Online-Aufgaben (Bewertungen, Tests, Einkäufe), verlangen aber von den Bewerbern eine Zahlung, um Zugang zu weiteren Aufgaben zu erhalten.

Betrüger nutzen eine einfache Tatsache aus: Arbeitssuchende sind besonders angreifbar, vor allem wenn sie arbeitslos sind.

Gefälschte Websites, echte gestohlene Daten

Diese Variante bereitet den Behörden besondere Sorgen. Die Betrüger erstellen gefälschte Websites für reale Schweizer Unternehmen, häufig aus der Logistikbranche, und veröffentlichen dort Angebote fürs Homeoffice. Die Websites werden mitunter erst wenige Tage vor der Veröffentlichung der Anzeigen erstellt.

In diesem Beispiel hatte das real existierende Unternehmen keine Website, worauf die Betrüger selber eine erstellten.
In diesem Beispiel hatte das real existierende Unternehmen keine Website, worauf die Betrüger selber eine erstellten.
bild: screenshot bacs

Das Verfahren ist etabliert: Bewerber werden auf eine passwortgeschützte Seite weitergeleitet, wo sie ihren Lebenslauf, ihre Zeugnisse und Zertifikate einreichen müssen. Anschliessend müssen sie eine Messaging-App installieren, um die «Bewerbung» fortzusetzen. Das BACS ist verwundert darüber, worauf einige dieser Schritte abzielen könnten.

«Worauf diese Betrugsmasche im Detail abzielt, konnte bislang nicht abschliessend geklärt werden. In einem Fall wurde das Opfer jedoch im Verlauf des Bewerbungsprozesses aufgefordert, ‹Cryptonow›-Gutscheine im Wert von bis zu 2500 CHF zu kaufen. Eine Rückerstattung wurde für einen späteren Zeitpunkt in Aussicht gestellt. Zudem gelangen die Betrüger auf diesem Weg an umfangreiche persönliche Informationen, welche anschliessend für weitere Betrugsversuche missbraucht werden können.»

Gefälschte Inserate in Zeitungen

In einer beispiellosen Entwicklung wurden einige dieser betrügerischen Angebote in Printmedien veröffentlicht, was ihre Glaubwürdigkeit erhöht und das Aufdecken der Betrügereien erschwert. Das BACS schreibt:

«Die fiktiven Jobangebote werden auf den legitimen Jobportalen ausgeschrieben. Dem BACS sind sogar Fälle bekannt, in denen die betrügerischen Stellenangebote in gedruckten Zeitungen veröffentlicht wurden. Dies wurde so zuvor noch nie beobachtet.»
Offre d’emploi frauduleuse publiée sur un site d’emploi légitime et dans un journal papier.
In diesem Beispiel wurde ein betrügerisches Stellenangebot auf einer seriösen Jobbörse und in einer Print-Zeitung veröffentlicht.
bild: screenshots bacs

Das BACS betont, dass diese Betrugsmaschen alle Sprachregionen des Landes betreffen. Angesichts dieser Welle mahnt es zur Wachsamkeit: Lehne jedes Angebot ab, das eine Vorauszahlung verlangt; sei misstrauisch gegenüber Versprechungen hoher Verdienste für einfache Aufgaben; überprüfe die Echtheit von Unternehmen und Websites und breche jeglichen Kontakt sofort ab, wenn du Zweifel hast. Im Falle eines finanziellen Schadens solltest du Anzeige bei der örtlichen Polizei erstatten. (hun)

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B-Meise
27.03.2026 06:58registriert Februar 2026
Unschwer zu erraten was die Daten-Sammlerei soll: Material für gefälschte Identitäten sammeln.
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