Schweiz
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Gehört die Alfred-Escher-Statue ins Museum? Historiker fordert Rassismus-Debatte

Wegen ihrer Sklaverei-Vergangenheit werden im Ausland Statuen Denkmäler abgerissen. Nun erreicht die Forderung auch in der Schweiz Auftrieb – in mehreren Kantonen. Eine Übersicht.

Benjamin Weinmann / ch media



Bronze sculpture of Zurich politician and entrepreneur Alfred Escher (1819-1882) from Swiss sculptor Richard Kissling at the Zurich main station, in Zurich, Switzerland, on June 20, 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)  

Bronzeplastik des Zuercher Politikers und Unternehmers Alfred Escher (1819-1882) des Schweizer Bildhauers Richard Kissling beim Hauptbahnhof Zuerich, am 20. Juni 2014. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Alfred Escher war ein Schweizer Politiker, Wirtschaftsführer und Eisenbahnpionier. Seine Biografie hat aber auch Schattenseiten. Bild: KEYSTONE

Es war die bisher grösste Protestkundgebung im Zuge der Black-Lives-Matter-Bewegung in der Schweiz. Am Dienstagabend kamen rund 10'000 Menschen in Genf zusammen, um Gerechtigkeit für schwarze Menschen einzufordern. Doch wie stark beschäftigt sich die Schweiz mit ihrer eigenen rassistischen Vergangenheit und Gegenwart, oder zeigt sie bloss mit dem Finger auf die Zustände in den USA?

«Die Schweiz hatte lange die Haltung, man habe nichts mit Sklavenhandel und Rassismus zu tun. Doch das ist falsch», sagt der St. Galler Historiker Hans Fässler, der zum Rassismus in der Schweiz forscht und das Buch «Reise in Schwarz-Weiss» dazu publiziert hat. «Erst in den letzten zehn, zwanzig Jahren sind mehr Analysen dazu erschienen.»

Er hofft, dass die Black-Lives-Matter-Kampagne nun zu einer vertieften Reflexion führt und regionalen Debatten zum Durchbruch verhilft. Anzeichen dafür gibt es. So wurde kürzlich in Neuenburg eine Onlinepetition gestartet, um die Statue des Bankiers David de Pury zu entfernen. Er verstarb 1786 in Lissabon und hinterliess seinem Heimatort viel Geld.

Nur: «Den Grossteil seines Vermögens erwarb er durch Diamanten-, Finanz- und Sklavenhandel am portugiesischem Hof», sagt Fässler, der schon vor zwölf Jahren einen Ein-Mann-Protest gegen de Pury veranstalte. Die Statuen-Diskussion wird auch im Ausland geführt. In Belgien sollen Statuen der Kolonialgeschichte verschwinden, und im englischen Bristol haben Demonstranten diese Woche gar eine Statue des Sklavenhändlers Edward Colston versenkt.

Und was ist mit der pompösen Statue von Alfred Escher am Zürcher Bahnhofplatz? Escher wird aufgrund seiner Verdienste im 19. Jahrhundert beinahe als Nationalheiliger verehrt, gilt er doch als Vater der heutigen SBB, der ETH Zürich, der Credit Suisse und der Swiss Life. Nur: Die Familie Escher errang einen Teil ihres Vermögens aufgrund von Kaffee-Plantagen in Kuba, wo sie Sklaven hielt, wie erst vor einigen Jahren bewiesen wurde.

Für Fässler braucht es deshalb auch bei seinem Denkmal ein Umdenken. «Man sollte sich überlegen, ob die Alfred-Escher-Statue in einem Museum nicht besser aufgehoben wäre.» Es sei eine Abwägung zwischen seinem immensen Einfluss auf die moderne Schweiz - und dem Sklavenblut. «Zumindest bräuchte es eine zusätzliche Plakette, die auf die Schattenseiten seiner Erfolge aufmerksam machen würde.»

In St. Gallen erreichte SP-Mitglied Fässler zusammen mit anderen Aktivisten 2009 nach langem Kampf, dass die über 100 Jahre lautende Krüger-Strasse umgetauft wurde in Dürrenmatt-Strasse. Krüger war ein Buren-Führer in Südafrika Ende des 19. Jahrhunderts und ein Wegbereiter der Apartheid.

Umbenennung in Neuenburg, Ergänzung in Lausanne

Zu mehrfacher Ehre brachte es der schweizerisch-amerikanische Naturforscher Louis Agassiz aus dem Kanton Freiburg, der sich unter anderem als Gletscher-Experte im 19. Jahrhundert einen Namen machte. Doch er war auch ein Vordenker der Nazi-Rassenhygiene. Ein erster Erfolg gelang Fässler und dem Komitee «Démonter Louis Agassiz» in Neuenburg 2018. Der nach ihm benannte Platz wurde in in «Espace Tilo Frey» umbenannt. Frey war 1971 die erste dunkelhäutige Nationalrätin der Schweiz.

In Lausanne lenkte die Stadt ein, indem sie an der «Avenue Agassiz» einen kritischen Text zu ihm anbringen will. Laut Historiker Fässler fordern lokale Aktivisten, sie solle komplett umbenannt werden in «Avenue Mike Ben Peter». Der Nigerianer erlitt in unmittelbarer Nähe zur «Avenue Agassiz» bei einer Polizeiaktion 2018 einen Herzstillstand und verstarb. Untersuchungen laufen noch, doch erinnert sein Fall an jenen von George Floyd in den USA.

Agassiz schaffte es auch zu topographischen Ehren: Auf der Grenze zwischen den Kantonen Bern und Wallis steht das Agassizhorn. Bereits 2007 forderte der Genfer Parlamentarier Carlo Sommaruga eine Umbenennung. Der Bundesrat erachtete dies als nicht nötig. Und bis heute würden sich die zuständigen Gemeinden dagegen wehren, sagt Historiker Fässler. «Wir haben ihnen vor kurzem aber einen neuen Brief geschrieben mit Verweis auf die Bewegung in den USA und hoffen, dass sie nun sehen, dass sich die Zeiten geändert haben.»

«Bewusstsein fehlt hierzulande weitgehend»

Fässlers Vorschlag ist, dass der Berg neu symbolisch nach Renty benannt wird, einem kongolesischen Sklaven, den Agassiz auf einer Plantage in South Carolina fotografieren liess, um die von ihm postulierte Minderwertigkeit der «schwarzen Rasse» zu beweisen. Der Genfer SP-Ständerat Sommaruga bereitet zudem einen neuen politischen Vorstoss vor.

Fässler betont, dass die Diskussionen über eine Demontierung der Statuen oder die Umbenennung von Strassen vielerorts seit Jahren laufen würden. «Aber nun erhalten sie im Zuge der US-Proteste mehr Beachtung, und das ist gut so, denn bisher fehlte das Bewusstsein dafür hierzulande weitgehend.»

Bild

Der St. Galler Historiker Hans Fässler 2008 an seiner Ein-Mann-Demonstration am Place Pury in Neuenburg. bild: zvg (bzbasel.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hüendli 11.06.2020 18:06
    Highlight Highlight Ein Fernsehbeitrag zur seinerzeitigen Debatte ums Agassizhorn ist mir noch immer in negativer Erinnerung: Auf die Idee angesprochen, den Berg neu nach Renty zu benennen, meinte der zuständige Gemeindepräsident doch tatsächlich, er sei dagegen, weil "wir hee hie bi üs obe kener N*ger". Solange sich sogar ein politischer Verantwortungsträger eine solche Haltung erlauben kann, ist die entsprechende Diskussion absolut notwendig (auch wenn sie, wie bei Dubler oder Escher, teilweise übers Ziel hinausschiesst).
  • Guido Zeh 11.06.2020 14:30
    Highlight Highlight Jedem Historiker/jeder Historikerin seine/ihre 15 Minuten Berühmtheit und ein paar Körner Wahrheit, aber: die Schweiz hatte NIE Kolonien und war auch nie direkt am Sklavenhandel beteiligt. Einige Eidgenossen haben sich im Ausland daran bereichert, aber deswegen vor lauter einzelnen Bäumen den Wald nicht zu sehen, ist voll daneben gegriffen. Ohne Alfred Escher wäre die Schweiz noch lange ein rückständiges Ländchen geblieben und viel Gutes (Flüchtlinge, Arbeitskräfte) hätte keine Heimat gefunden. Und überdies ist Sippenhaft auch nicht gerade die feine Art, nicht?
  • Posersalami 11.06.2020 14:12
    Highlight Highlight Da brauchts keine Debatte. Das im 21 Jhd. in der Schweiz Rassisten geehrt werden durch Namensgebung von Bergen, Strassen oder Plätzen ist nicht hinnehmbar.

    Punkt
    • Jaberg Stefan 11.06.2020 23:12
      Highlight Highlight DU hast nicht zu entscheiden was in der Schweiz "hinnehmbar" ist! Da braucht es KEINE Debatte!
  • Skip Bo 11.06.2020 14:01
    Highlight Highlight Wer bestimmt, wie weit zurück die Vergangenheit zum Blidersturm genutzt wird?
    Im 17. Jahrhundert wurden ca. 1 Million Menschen aus Europa in Nordafrika als Sklaven gehalten. Wie sollen nun Tunesien und Co. darauf reagieren?
    Im Koran wird die Sklavenhaltung explizit erwähnt und nicht negativ dargestellt. Muss der Koran nun auf einen Index?
    Man soll die Statuen stehen lassen und mit einer Inschrift ergänzen, welche die aus heutiger Sicht, problematischen Fakten auflistet.
  • Gigle 11.06.2020 13:52
    Highlight Highlight Sind Statuen an sich nicht sowieso irgendwie überholt?
    • Jaberg Stefan 11.06.2020 23:14
      Highlight Highlight Wie die Bilder deiner Vorfahren? So ein Schwachsinn
  • Oh du goldigs Sünneli 11.06.2020 13:18
    Highlight Highlight Eben genau wegen diesem Hintergrund ist es wichtig, dass die Statue bestehen blebt. Sich der eigenen Geschichte bekennen und die Fehler ausbessern. Man darf solche ungereimtheiten nicht verbannen, sondern die Leute darauf aufmerksam machen.
  • joevanbeeck 11.06.2020 12:39
    Highlight Highlight Ein Historiker muss doch auch irgendwie überleben, und wer ständig zurückschaut hat ja mit der Zeit einen an der Waffel.

    "Der Historiker ist ein Reporter, der überall dort nicht dabei war, wo etwas passiert ist."

    William Somerset Maugham Zitat
    • drasti 11.06.2020 18:40
      Highlight Highlight @joevanbeeck: Was wollen Sie damit sagen?

      Sie verstehen: Wer zitiert, hat keine Argumente, bloss ein gutes Gedächtnis...

      Ersetzen Sie Ihre Waffel bitte...
  • Pisti 11.06.2020 12:39
    Highlight Highlight Avenue Ben Peter, genau benennen wir Strassen doch nach Drogendealern..
  • Blitz 11.06.2020 12:22
    Highlight Highlight Für was musste ich in der Schule fast alles über Alfred–Eschler lernen/ wissen?? Bitte zerstört doch ALLES was eine „ risikoreiche „ Vergangenheit hatte!! Denkmäler: alle Kriege, halb Rom, Weltgeschichte, Familien die früher/ heute noch billig Arbeitskräfte beschäftigen!! Wir hätten dadurch wieder sehr viel mehr Platz......! Auch weniger linke!!
  • BlickvonAussen 11.06.2020 12:12
    Highlight Highlight Escher war sicher kein Rassist. Er war nach meiner Sicht wie die Mehrheit aller Unternehmer zu jener Zeit ein Ausbeuter. Sein Verhalten war üblich als Unternehmer.

    Der Schweizer Bundesrat weigerte in der 2-ten Hälfte des 19-ten Jahrhunderts die Sklaverei zu verurteilen.

    Siehe:
    https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20183072

    "Die Reaktion der Bundesbehörden war von den Normen geprägt, die in den 186er Jahren vorherrschten. "

    Die Schweiz war und ist nie ein Sonderfall, sondern immer das Spiegelbild der aktuellen Zeit.
  • Florian ZH 11.06.2020 11:51
    Highlight Highlight Laut den neusten Historischen berichten ist nich Bewiesen das Alfred Escher etwas mit der Sklaverei zu tun hatte.

    Alfred Escher seine Leistungen sind weit grösser und bedeutender als manche meinen.

    Abgesehen davon ist es politisch nicht korrekt Sippenhaftung zu betreiben, nur weil sein Vater eine Plantage hatte heisst dies nicht das Alfred Escher dies unterstützte.
  • Capslock 11.06.2020 11:30
    Highlight Highlight Jahrzehntgelang haben die Historiker sich keinen Deut um solche Dinge gekümmert und nun geben sich sich als Trittbrettfahrer zu erkennen, welche auf den Zug gegen den Rassismus aufspringen wollen. Warum nur haben diese Leute so lange geschwiegen und warum nun machen sie sich nun plötzlich bemerkbar? Welche Vorteile wollen sie sich dadurch erheischen oder ergeben sie sich schlicht und einfach der Wichtigtuerei?
    • kupus@kombajn 11.06.2020 12:28
      Highlight Highlight Ist es nicht oft so, dass irgendwann irgendetwas die Änderung eines Missstandes auslöst? Es geschieht etwas, dadurch gerät etwas anderes in den Fokus, man denkt darüber nach, stellt den Missstand fest.

      Aber nein, Historiker haben sich mitnichten Jahrzehntelang keinen Deut um solche Dinge gekümmert. Die breite Öffentlichkeit hat sich keinen Deut darum gekümmert.
  • Militia 11.06.2020 11:04
    Highlight Highlight Am besten lösen wir auch gleich die SBB, die ETH, die Credit Suisse und Swiss Life auf! Damit würden wir nicht nur einen grossen Schritt zur Bekämpfung des Rassismus machen, wir könnten sogar die Vergangenheit ungeschehen machen und uns allen die moralische Absolution erteilen.
    • BlickvonAussen 11.06.2020 12:58
      Highlight Highlight Bei der ETH hätte ich an Escher schon eine Frage. Hast du die ETH im Interesse der Schweiz gegründet oder damit die Schweiz auf ihre Kosten dir deine erforderlichen Eisenbahningenieure ausbildet?

      Escher war ein Unternehmer seiner Zeit und kein Wohltäter. Das zeigen die Arbeitsbedingungen beim Bau des Gotthard-Eisenbahntunnels.
  • Victor Paulsen 11.06.2020 11:00
    Highlight Highlight Die Entfernung gewisser Statuen ist sicher berechtigt, doch sollte man sich lieber in der Gegenwart gegen Konzerne, Regierungen oder weitere stellen, die das auch heute noch so handhaben
  • kupus@kombajn 11.06.2020 10:44
    Highlight Highlight Ich denke nicht, dass Escher selbst in diese Debatte gehört. So viel ich weiss, hatte er persönlich nichts mit Sklaverei zu tun, bin aber kein Experte.

    Falsch erachte ich jedoch den Ansatz, dass das Entfernen von Statuen von Personen, welche im Sinn eines Leopold II. wirklich Blut an den Händen hatten, mit Totschweigen gleichzusetzen. Eine Statue auf einem öffentlichen Platz oder die Benennung einer Strasse, eines Platzes etc. nach dieser Person ist eine Hulidgung. Ein Museum mit entsprechenden Erläuterungen halte ich deshalb für den richtigen Platz.
    • drasti 11.06.2020 19:02
      Highlight Highlight @kupus@kombajn: Debatte ist vielleicht ein zu grosses Wort für das, was hier an Argumenten geboten wird ( wenn Plaudertaschen erwachen..) . Ich bin sehr Ihrer Meinung im Fall Leopold ll. Ich vermute, dass Belgien unter diesen Denkmälern mehr und mehr leidet. Die Diskussion ist ja schon ziemlich alt.
  • Tirggeltoni 11.06.2020 10:35
    Highlight Highlight Vorschlag:
    Gewiss gibt es Statuen/Fresken/Bilder/Tafeln, die an Menschen erinnern, die auch ihre Schattenseiten hatten. Ich gehe mal davon aus, dass wirklich üble Zeitgenossen ohnehin schon kein Denkmal erhalten haben.
    Wäre es da nicht klüger, die Statuen stehen zu lassen und diese mit entsprechenden Schildern zu versehen?
    Dies hätte nebst einem bildenden Charakter die Kostenersparnis der Entfernung zur Folge.
    Soll etwa nur positivem gedacht werden? Will man die dunkle Vergangenheit totschweigen?
    Ist es zielführender, die Thematik zu verblenden statt darüber zu sprechen?
    • Vecchia 11.06.2020 12:18
      Highlight Highlight Gedenk- und Informationstafeln wären in Fällen wie bei Escher sicher die beste Lösung.

      Denn wenn man anfängt jede bauliche Erinnerung zu eleminieren, müsste der Gotthardbahntunnel konsequenterweise ebenfalls abgebrochen werden...Damit haben sich nämlich auch umstrittene Personen durch Ausbeutung armer ausländischer Arbeiter ein Denkmal gesetzt.
  • Bivio 11.06.2020 10:10
    Highlight Highlight Wir als Gesellschaft müssen aufpassen, dass wir nicht in immer grössere sektierischere Züge verfallen. Wegen jedem kleinen Fehler, wird ein Bildersturm verlangt.
    Das Problem ist, dass fast alle Leute von denen eine Statue etc. existiert, auch eineige "Tolgen" in ihrem Lebenslauf haben. In Alfred Eschers Fall geht es nicht um ihn sonern um seinen Vater bzw. dessen Familie, welche in den "Kolonien" Geld verdient haben.
    Man muss aufpassen, denn eines Tages kann das Pendel in die andere Richtung schwingen. Plötzlich ist die Nelson Mandela dran, da er ja am Anfang Gewalt befürwortet hat.
    • ikbcse (ehem.: weachauimmo) 11.06.2020 10:23
      Highlight Highlight Besten Dank. Alles gesagt mit Deinem Kommentar. Danke.
    • Tirggeltoni 11.06.2020 11:06
      Highlight Highlight kann ich so nur unterschreiben. Eben. Ich frage hier "nur". Bewusst, aber "nur".

      Mandela sass 9'000 Tage im Knast, gebrandmarkt als bombenlegender Terrorist. Hat er auch gemacht. Doch Tata starb als Held, als Retter meines Heimatlandes und Botschafter des Verzeihens. Madiba würde sich im Grabe drehen wenn er sähe was jetzt in seinem Land abgeht.
      Und wir heulen wegen ein paar Kupferfiguren rum...
  • ulmo 11.06.2020 10:10
    Highlight Highlight Es ist gut, wenn es eine Diskussion zu solchen Statuen, und auch unserem Geschichtsverständnis gibt.

    Für viele Menschen scheint Statuen einfach Zeitzeugen der abgebildeten Geschichte zu sein. Dabei geht häufig unter, dass diese später in einem bestimmten Kontext und zu einem bestimmten Ziel aufgestellt wurden.

    Zudem vertreten sie das Geschichtsbild (aus dem 19 Jhd), nach dem die Geschichte von Grossen Männern gestaltet wird, deren Statuen von Nachfolgenden Generationen dann als Götzen verehrt werden.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Great_man_theory
  • Swissbex 11.06.2020 09:54
    Highlight Highlight Alfred Escher hatte nie etwas mit Sklavenhandel zu tun. Das wurde in den Nachforschungen genauso bewiesen, weshalb man also seine Statue ins Museum verfrachten will ist mir dann doch ein Rätsel und weshalb Watson das nicht aufgreift ebenso.
  • fidget 11.06.2020 09:47
    Highlight Highlight Im Falle der Escher-Statue vor dem Zürcher HB kann man wohl sagen, dass die nicht zur Verherrlichung der Sklaverei aufgestellt wurde. Im Zusammenhang mit dem Standort ist sie eine Huldigung Alfred Eschers als Eisenbahnpionier.
    Einen Abbau halte ich insofern für falsch, weil es ein Ausblenden der Geschichte wäre. All diese Dinge geschahen, daher ist es besser, wenn man sich damit auseinandersetzt, statt zu versuchen es aus dem kollektiven Gedächtnis zu streichen.
  • Sapientia et Virtus 11.06.2020 09:39
    Highlight Highlight Nimm einem Volk seine Geschichte, und es wird eine neue suchen. Der Marxismus steht allzeit bereit, einzuspringen!
    • karl_e 11.06.2020 15:26
      Highlight Highlight Der böse, böse Marxismus! Pfui.
    • drasti 11.06.2020 19:07
      Highlight Highlight Das hat mir jetzt sehr gefallen.....
  • ulmo 11.06.2020 09:39
    Highlight Highlight Ich fände es toll wenn ihr ein bischen konkreter darauf eingehen würdet, was in Belgien, statt nur Andeutungen zu machen:
    Es geht nicht um irgendwelche Statuen der kolonialen Geschichte, die evtl. entfernt werden sollen.
    Es geht um Statuen des belgischen Königs Leopold II, der bei der Ausbeutung seiner Privatkolonie, dem Kongo (um 1900), Millionen von Einwohnern umbringen und verstümmeln liess (https://de.wikipedia.org/wiki/Kongogr%C3%A4uel)

    Dies führte zur Schöpfung des Begriffs "Crimes against Humanity".
  • mauro schmid 11.06.2020 09:38
    Highlight Highlight Für mich ist die Zukunft von viel grösseren Bedeutung als die Vergangenheit. Statuen abreissen ist bestenfalls fragwürdig. Es nunmal ein Fakt, dass die Schweiz ihren Reichtum nicht aus der Luft geholt hat, sondern duch die Ausnutzung von Menschen und anderen Staaten.
    • THEOne 11.06.2020 10:07
      Highlight Highlight ach... und was hat sich da bis heut genau geändert?
  • Madison Pierce 11.06.2020 09:37
    Highlight Highlight Soweit ich weiss war Escher nicht direkt an der Sklavenhaltung beteiligt, hat aber so erworbenes Geld geerbt.

    Aber: ist das so wichtig? Was ist mit den Arbeitern aus Italien, die er unter unmenschlichen Bedingungen hat arbeiten lassen im Tunnel? Den Verunfallten, die er ohne Entschädigung entlassen hat?

    Das sehe ich als problematischer an, aber das ist erstaunlicherweise kaum ein Thema.

    Trotzdem sollte seine Statue stehen bleiben. Sonst dürfte ausser vielleicht der Tell-Statue keine mehr stehen. Auch "Unverdächtige" wie Calvin und Zwingli waren aus heutiger Sicht Verbrecher.
    • Martel 11.06.2020 10:02
      Highlight Highlight Zwingli und Calvin sind keineswegs unverdächtig. Oder ist es unverdächtig, Andersgläubige (Wiedertäufer) in der Limmat zu ertränken?
    • karl_e 11.06.2020 15:30
      Highlight Highlight Der Louis Favre liess seine Arbeiter unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten und notfalls mit Militäreinsatz die Streiks brechen. Dies, weil er sein Projekt zu einem Dumpingpreis offeriert hat, das ihn dazu zwang, die Arbeiter auszupressen. Escher hat damit höchstens indirekt etwas zu tun.
  • ostpol76 11.06.2020 09:29
    Highlight Highlight Eieiei, spinnen wir langsam alle? Bei gewissen Leuten ist die Fähigkeit zu differenzieren völlig verloren gegangen.
  • Rezeptilop20 11.06.2020 09:29
    Highlight Highlight Entfernen / Umbenennen = Todschweigen. Das erachte ich als falsch. Und deswegen macht man es schliesslich nicht ungeschehen. Wichtiger wäre eine Aufarbeitung und Richtigstellung in angemessenem Kontext und eine Entglorifizierung dieser Personen. Soll der Escher doch vor dem HB stehen, aber soll da halt auch drauf hingewiesen werden, dass er nicht nur Eisenbahnen gebaut hat sondern auch Leute versklavt.
    • Swissbex 11.06.2020 09:56
      Highlight Highlight Was er eben nicht hat, das war sein Onkel.
    • ein_dicken_huhn 11.06.2020 10:34
      Highlight Highlight Wer Alfred Escher war, weiss ich weil wir das in der Schule behandelt haben. Nicht weil irgendwo eine Statue steht.

      Wenn man diese Logik weiterverfolgt, bräuchten wir einen Stalin Platz und eine Pol Pot Strasse damit die Geschichte nicht totgeschwiegen wird.
  • Frankygoes 11.06.2020 09:26
    Highlight Highlight Bei Denkmälern finde ich die Idee mit der Ergänzung nicht verkehrt. Transparent machen ist besser als im Museum versorgen (wo eine unangenehme Realität dann eher vergessen geht).
    Bei Strassen und Plätzen finde ich eine Umbenennung besser. Strassennamen (und auch Gebirgsnamen) brauchen nicht in Stein gemeisselt sein. Da können wir uns ja auch weiterentwickeln.
  • Hemi 11.06.2020 09:25
    Highlight Highlight Ja, es ist halt schon einfacher einen kleinen Unternehmer zu zwingen, seine Schoggispezialität für das eigene gute Gefühl umzubenennen als sich mit den wirklichen schwarzen Flecken des eigenen Landes zu beschäftigen.
    • ein_dicken_huhn 11.06.2020 09:55
      Highlight Highlight Niemand wurde gezwungen seine Schoggispezialität umzubenennen.
  • Füdlifingerfritz 11.06.2020 09:24
    Highlight Highlight Und das kommt dabei heraus wenn linke Historiker zuviel Zeit haben...
    • Jürg Müller - Der Katzenmann 11.06.2020 23:35
      Highlight Highlight Und was zum Teufel hat das jetzt wieder mit Links zu tun? Dieses Rechts/Links Geseiere geht mir langsam auf die Nerven. Das kommt von gewissen Kommentatoren bei jedem, aber wirklich jedem Aritkel hier. Was haben Statuen damit zu tun? Bitte erkläre mir das. Bin vielleicht dumm ...
    • Füdlifingerfritz 12.06.2020 10:58
      Highlight Highlight Würden Sie Hans Fässler (früher Juso-Mitglied und politisch linksaktivistisch unterwegs) kennen, würden Sie es verstehen. Diese Meinung, die er hier vertritt speist sich zu grossen Teilen aus seiner politischen Haltung. Und die ist nunmal streng links.
  • N. Y. P. 11.06.2020 09:14
    Highlight Highlight Ach, wir sind doch die grössten Heuchler der Welt.

    Firmen, die im Ausland Kinderarbeit zumindest wissentlich zulassen, haben Sitz in der Schweiz.

    Firmen, die die Bodenschätze diverser Länder plündern, haben Sitz in der Schweiz.

    etc.

    Was heute aus der Schweiz gesteuert wird, ist mindestens gleich schlimm, wie die Vergehen des Herrn Eschers.

    Wenn ihr also über Escher diskutieren wollt, diskutiert auch gleich über die Geschäftsmodellel der Firmen, die zum Beispiel afrikanische Kinder in Minen arbeiten lassen, zumindest aber nicht dagegen vorgehen.

    Hört auf zu heucheln.
    • Raw Olu 11.06.2020 09:25
      Highlight Highlight Nun, die gleichen Leute, die Eschers Geschäftspraktiken seit x Jahren anprangern, tun dies such mit Nestle, Glencore, etc. Nix mit Heuchelei.
    • GraveDigger 11.06.2020 10:32
      Highlight Highlight @N. Y. P.
      Punkto Heuchler wird sich auch zukünftig nichts ändern. Nicht nur Firmen, allen voran die SNB mit ihrem auch so sauber erwirtschafteten Geld aus Aktien von grossen ausländischen Techunternehmen und anderen zwielichtigen Quellen. Dazu kommt noch die Vergangenheit mit der Beschaffung der Devisen für den "Nachbarn" im WW2 und das Bankgeheimnis das Jahrelang missbraucht worden ist um Geld zu waschen und Geld zu verstecken für viele ausländische Diktatoren, Wirtschaftsbosse etc. Der gesamte Wohlstand hier baut auf Krieg, Mord, Ausbeutung und Blutgeld auf. Geschützt durch die Regierung.
    • N. Y. P. 11.06.2020 11:18
      Highlight Highlight Vor allem der 2. Weltkrieg ist ein absolutes Tabuthema bei uns.

      Während viele Soldaten gestorben sind, um die Welt von den Nazis zu befreien, sind wir Schweizer den Nazis in den..

      Kein Wunder, nennen/nannten uns viele Länder Feiglinge, die sich hinter der Neutralität verstecken/versteckten.
    Weitere Antworten anzeigen
  • 7immi 11.06.2020 09:13
    Highlight Highlight Sollte man dann nicht auch VW verbieten? Wurde schliesslich von einem Nazi gegründet. Viele Sicherheitsregeln basieren auf Menschenversuchen aus der Nazizeit (Wie lange ein Mensch im Wasser überlebt z.B.), ebenso diverse Giftrichtlinien. Ganz Rom und alle Denkmäler aus der Zeit müsste man abreissen, steht es doch für die beispiellose Versklavung in Europa...
    Geschichte bedeutet nicht, sie politisch korrekt zu "zensieren", sondern sie aufzuarbeiten und zu verstehen. Denn ändern kann man sie nicht mehr, aber vielleicht gleiche Fehler verhindern. Vergisst man, so kann man auch nicht lernen.
  • Itallion 11.06.2020 09:12
    Highlight Highlight Historiker fordert Rassismus-Debatte....ich fordere, dass bei gewissen Historikern und Politikern geprüft wird, ob sie Zurechnungsfähig-Urteils- und Handlungsfähig sind. Oder ob sie Medikamentenkrank sind oder sonst was eingenommen haben....
    • Shabaqa 11.06.2020 09:25
      Highlight Highlight Denen hast du es jetzt aber gegeben. Bin beeindruckt.
  • The Majestic Sloth 11.06.2020 09:12
    Highlight Highlight All diesen Personen die Leistungen abzusprechen, weil sie in, aus heutiger Sicht, teilweise rassistische Geschäfte involviert waren finde ich insofern problematisch, da es mehr nach einem "Unter-unter-Teppich-Kehren" aufgrund der momentanen wichtigen Diskussion, aussieht.
    Wichiger fände ich die Verdienste weiterhin zu ehren, sie jedoch mit Hinweisen zu versehen. Positive zu den Errungenschaften wie auch negative zu den Schattenseiten ihrer Handlungen.
    (Ausgenommen de Pury, der scheinbar ausser schmutzigem Geld hinterlassen nichts getan hat. Weg mit dem.)
  • Basti Spiesser 11.06.2020 09:11
    Highlight Highlight Zum Glück regelt das bei uns das Stimmvolk und nicht der Mob.
  • Stambuoch 11.06.2020 09:10
    Highlight Highlight Wegsperren und somit aus den Augen, aus dem Sinn. Das ist die billigste Variante: Sie generiert am Meisten Effekt und man kann sich selbtsgerecht gegenseitig auf die Schulter klopfen, wie antirassistisch und toll man doch sei.

    Doch das ist meiner Meinung nach der falsche Weg. Blicken wir stattdessen nach Süd-Tirol, welches sich mit faschistischen Baudenkmäler auseinandersetzen muss.

    Dort wählt man zur Zeit den Weg der Kontextualisierung. Ich finde dies ein guter Weg: Erklärende Tafeln zu den Denkmälern, welche uns täglich von Neuem dazu auffordern, uns mit dem Thema zu befassen.
  • soulcalibur 11.06.2020 09:06
    Highlight Highlight Die Debatte um das Agasszihorn habe ich aus nächster Nähe miterlebt. Im Heimatmuseum Grindelwald gab es sogar eine Ausstellung dazu; unter anderem waren da Instrumente von Herr Agassiz zur Schädelvermessung ausgestellt. Damit dokumentierte er die Minderwertigkeit von anderen Rassen... Schade, hat man den Berg nicht in Rentyhorn - Renty, ein Sklave den er als Beispiel von Minderwertigkeit aufführte - nicht umbenannt. Das wäre mal ein Zeichen aus dem Oberland gewesen. Und alle, die jetzt sagen: "Mit Kolonialismus hatten wir nichts zu tun": Lest doch mal das Buch "Postkoloniale Schweiz".
  • Rundlauf 11.06.2020 09:03
    Highlight Highlight Die einzig konstruktive Lösung sind Hinweisschilder, wo aufgezählt wird, dass diese Menschen neben ihren guten und wichtigen Tagen auch schlechte und verurteilenswürdige Taten begangen haben.

    Nur so lässt sich doch ein differenziertes und korrektes Bild der tatsächlichen Verhältnisse schaffen. Statuen abreissen und jeden mit einer Schandtat aus unserer Wahrnehmung streichen, nur weil es unangenehm ist, bewirkt doch genau nix.

    Statuen abreissen ist doch keine Aufarbeitung der Vergangenheit. Das ist effekthaschende Verdrängung. Und löst keine Rassismusprobleme.
  • mstuedel 11.06.2020 09:02
    Highlight Highlight Eigentlich müsste George Washington von allen Dollarnoten und Podesten entfernt werden, war er doch selber ein Sklavenhalter.
    Dunkle Seiten gehören bei historisch wichtigen Figuren genauso erwähnt wie ihre Verdienste. Dies bedeutet meiner Meinung nach aber nicht, dass sie aus der kollektiven Erinnerung gestrichen gehören.
    • HabbyHab 11.06.2020 09:28
      Highlight Highlight Sie werden nicht aus der kollektiven Erinnerung gestrichen.. nur weil man eine Statue entfernt. In Geschichtsbüchern kommen sie immer noch vor.
    • mstuedel 11.06.2020 10:40
      Highlight Highlight @habbyhab
      Die Umschreibung der Geschichte ist einfach ein weiterer Schritt. Statuen, und Namen von Plätzen, Berggipfeln etc. dienen der kollektiven Erinnerung.
  • Kola 11.06.2020 09:00
    Highlight Highlight Interessant wie hier die genau gleichen Reaktionen kommen wie in den USA wenn es um Statuen geht. Von wegen man könne die Geschichte nicht ändern und das beste Argument ever: „haben wir keine wichtigeren Probleme?“.

  • Turicum04 11.06.2020 08:53
    Highlight Highlight Rassismus beginnt im Kleinen! Somit muss diese Statue verschwinden! Linke Kreise fordern, dass auf dem Brunnen Karl Marx drauf kommt. Zudem gehören diverse Plätze in der Stadt Zürich umbenannt: z.B. Friedrich-Engels-Platz statt Paradeplatz, Rosa-Luxemburg-Platz statt Stauffacher.
    • Bündn0r 11.06.2020 09:54
      Highlight Highlight Ja, ersetzten wir den Erbauer der modernen Schweiz mit einem Philosophen, dessen Gesellschaftssystem wir nicht teilen und das nebenbei noch für rund 100 mio Tote (mit)verantwortlich gemacht wird.
    • Mijasma 11.06.2020 17:05
      Highlight Highlight 100 Mio Tote also 40 Mio Tote mehr als im ganzen 2 Weltkrieg? Wer Engels? Wie konstruieren sie sich denn dass zusammen?
    • Bündn0r 12.06.2020 12:09
      Highlight Highlight Nein, Marx.
      2/3 fallen dabei auf China.
      Alleine bis zu 40 mio auf die Hungernot um 1960, ausgelöst durch die Umstrukturierung der Landwirtschaft auf ein sozialistisches System unter Mao.
  • PalaverFeuer 11.06.2020 08:46
    Highlight Highlight "Hans Fässler 2008 an seiner Ein-Mann-Demonstration am damaligen Espace Louis-Agassiz in Neuenburg."

    Kleiner Fehler:

    ... es ist der Place Pury mit der Statue von de Pury im Hintergrund....
    • Martin Lüscher 11.06.2020 09:54
      Highlight Highlight @PalaverFeuer: Danek für den Hinweis, ist korrigiert.
  • Vecchia 11.06.2020 08:44
    Highlight Highlight Die Ausbeutung von Arm durch Reich wird durch das Stürzen alter Statuen nicht gestoppt.
  • Hierundjetzt 11.06.2020 08:37
    Highlight Highlight De Pury und Escher mit König Leopold azs Belgien gleichsetzen?

    Wow.

    Als nächstes Willi Tell als Terrorist (den er aus Habsburger Sicht war) entfernen?

    Geschichtliche Einordnung auf Sekundarstufe I bringt viel mehr als hochakademische Diskussionen zu führen.
  • KinDoKo 11.06.2020 08:36
    Highlight Highlight Ich kann die Anliegen des obrigen Beitrages gut verstehen und unterstütze sie auch.
    Doch bei Escher finde ich die Reaktion übertrieben.
    Hatte er selbst diese Kaffeeplantagen oder seine Familie bereits vor ihm?
    Für mich ich Escher einer der wichtigsten Personen der schweizer Geschichte und seine Statue gehört für mich an diesen Platz.
  • uhl 11.06.2020 08:36
    Highlight Highlight Die Menschen haben in der Vergangenheit sehr viele Fehler gemacht und werden das auch weiterhin tun. Diese zu erkennen ist wichtig und im Rückblick gibt es immer Dinge, die man verhindern oder verändern möchte. Auch klar und richtig. Was ich aber nicht verstehe: Wir haben so viele Probleme zu lösen, die noch VOR uns liegen. Weshalb schauen wir jetzt in die Vergangenheit? Da können wir nichts mehr ändern. Den Rassismus bekämpfen wir nicht, in dem wir ein paar Statuen entfernen.
    • 155West 11.06.2020 09:29
      Highlight Highlight Also dass die Statue da steht, wo sie heute steht, das haben WIR heute so entschieden. Das hat rein gar nichts mit der Vergangenheit zu tun. Niemand will Geschichte “ändern”. Es ist doch nicht dasselbe, ob wir die technischen Errungenschaften eines Rassisten ehren oder ob wir einem Rassisten ein Denkmahl setzen. Das Denkmahl steht heute und jetzt da. Es liegt in Deiner und Meiner Verantwortung.

      Darum: Richtig, wir können die Vergangenheit nicht ändern. Aber wir können verhindern, dass wir sie wiederholen. Die Entfernung der Statue ist ein erster, kleiner Schritt in diese Richtung.
    • uhl 11.06.2020 11:48
      Highlight Highlight Ein Denkmahl können wir bereits Verstorbenen ehr nicht mehr (zu)bereiten.
  • James Smith 11.06.2020 08:34
    Highlight Highlight Nennt mir eine Statue und ich gebe euch den Grund sie abzureissen
    • James Smith 11.06.2020 08:39
      Highlight Highlight Wilhelm Tell war ein anarchofaschistischer Terrorist, Gewalttäter und ein skrupelloser Gefährder seines eigenen Kindes.
    • Domimar 11.06.2020 08:57
      Highlight Highlight @James ganz genau diese Aussage sollte beachtet werden. Es gibt keine historische Persönlichkeit (und natürlich entsprechende Statuten), die nicht in irgend einer Form Dreck am Stecken hat.
    • Team Insomnia 11.06.2020 09:07
      Highlight Highlight Mahatma Gandhi Statue, London.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Nunja 11.06.2020 08:30
    Highlight Highlight Soweit ich weiss ist Escher reich geboren worden aufgrund des Profits seiner Vorfahren. Seine eigenen Leistungen als Vater der modernen Schweiz stehen sonst nicht in direktem Zusammenhang mit Sklaverei und Rassismus.
  • frächevogel 11.06.2020 08:30
    Highlight Highlight ich weiss ja nicht... Ich finde der Diskurs um BLM ist sehr wichtig und langr Überfällig.

    Aber ich muss auch ehrlich sagen, ich finde die ganze Aktion um Escher ein bisschen Ignorant (kenne die anderen Fälle zu wenig). Es mag sein, dass ein Teil seines Geldes aus der Sklaverei kommt. Aber dann müsst man sich sich mit ganz viel Anderem befassen.

    Zum Besipiel der Rolle der Schweiz im 2. Weltkrieg, Nestle, Glencore, Ruag. Mir fällt da noch einiges ein.

    Ist ein bisschen wie ein gesellschaftlicher Ablasshandel. Schaut wir tun etwas dagegen, ohne wirklicj etwas zu machen..
  • Zyniker haben es leichter 11.06.2020 08:29
    Highlight Highlight Was ist mit... Karl Marx? Die von ihm geprägte Ideologie hat Millionen auf dem Gewissen... Ist ja aber was gaaaaanz anderes...
    • Horobar 11.06.2020 09:06
      Highlight Highlight Der eine wird kritisiert, weil er seine Projekte durch problematischen Wohlstand umsetzen konnte. Das ist doch ein Unterschied zu Missbrauch von wirtschaftstheoretischen Werken.
    • Juliet Bravo 11.06.2020 09:16
      Highlight Highlight Wo gibts hier eine Marxstatue?
    • HabbyHab 11.06.2020 09:29
      Highlight Highlight .. weil Kapitalismus ja nicht Millionen auf dem Gewissen hat. Nein. Niemals.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 11.06.2020 08:28
    Highlight Highlight Die Schweizer demontieren sich selbst. Alle die Italienisch klingende Namen haben, könnten doch früher einen Onkel oder so, gehabt haben, der mit dem Faschisten Mussolini korrespondierte. Selbstverständlich sind alle Adeligen auch anzuklagen, da sie Untertanen unterdrückt haben. Wir als Schweizer müssen uns natürlich anprangern. Es ist zum Rückwärtsessen!
  • Abendländer 11.06.2020 08:26
    Highlight Highlight Spinnen wir nun alle? Haben wir keine anderen Probleme?
    • Juliet Bravo 11.06.2020 09:17
      Highlight Highlight Leute, das ist mir ja ein schönes „Argument“😏
  • ELMatador 11.06.2020 08:20
    Highlight Highlight Eine Diskussion und darüber zu reden ist sehr angebracht.

    Mir stellt sich aber hier die Frage, wieso wollen wir Statuen von Persönlichkeiten stürzen die am rande an ein schlimmes aber damals gängiges muster gehandelt haben? Bei Escher ist es gegenüber seinem Schaffen nur eine Randerscheinung gewesen.

    Im Gegensatz lassen wir es zu das Glencore und Nestle weiterhin ihr Unwesen treiben und zwar nicht gestern sondern heute und morgen!

    Die Ungerechtigkeiten von gestern können nicht mehr gut gemacht werden, versuchen wir sie nicht zu wiederholen!
    • Vecchia 11.06.2020 08:42
      Highlight Highlight Exzellenter Kommentar! So ist es.
    • bokl 11.06.2020 08:56
      Highlight Highlight "Die Ungerechtigkeiten von gestern können nicht mehr gut gemacht werden, versuchen wir sie nicht zu wiederholen!"

      Es geht auch nicht darum vergangene Ungerechtigkeiten ungeschehen zu machen. Aber wenn wir Profiteuren solcher Ungerechtigkeiten nicht mehr huldigen, sendet dies auch ein Zeichen an die aktuellen Profiteure, dass solches Verhalten nicht (mehr)goutiert wird.
    • Horobar 11.06.2020 09:04
      Highlight Highlight Prinzipiell geb ich dir recht. Ich finde die kritische Aufarbeitung der Schweizer Geschichte jedoch sehr wichtig. Und gerade Alfred Escher gehört da dazu. Ist der Nimbus der unfehlbaren Schweiz gefallen, können wir uns hoffentlich ehrlicher mit unserem jetztigen Wohlstand auseinandersetzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rosen nell 11.06.2020 08:19
    Highlight Highlight Streng genommen könnte man wohl die Hälfte aller Statuen entfernen, weil auf Kosten anderer etwas erreicht wurde. Inkl. Helden von Schlachten und viel Kirchliches. Für mich etwas gar über dem Ziel der aktuellen Probleme.
    • Sebi Schacher 11.06.2020 10:05
      Highlight Highlight Wir können alle entfernen, weil es bestimmt bei jeder statue jemanden gibt, der etwas findet, das ihm nicht passt.
  • D(r)ummer 11.06.2020 08:07
    Highlight Highlight Hinfort mit Profiteuren von unmenschlichen Zuständen auch wenn es nur deren Statuen sind!
    Das mit Escher hat mich jetzt sehr enttäuscht.
    • Shlomo 11.06.2020 08:34
      Highlight Highlight Dann wird dich jeder Wohlhabende des 18. und 19. Jahrhunderts entäuschen.
    • Amras 11.06.2020 08:36
      Highlight Highlight Geht's eigentlich noch?! Als würde es irgendwas ändern, wenn Statuen verschwinden & in einem Museum verstauben. Sichtbar machen & dann sollen sie u.a. als Mahnmal dienen. Diese unsägliche Moralkeule, die Geschichte am liebsten ausradieren möchte; auch die negativen Seiten gehören dazu.
      Neben dem äussert sich Rassismus im Hier & Jetzt und nicht durch eine Statue. Und diese Escher-Statue hat jetzt wahrlich keinen symbolischen Charakter für Rassismus.
    • bokl 11.06.2020 08:59
      Highlight Highlight @Amras
      "Sichtbar machen & dann sollen sie u.a. als Mahnmal dienen."
      Wie wäre es mit einer Statue von Hitler auf Bahnhofsplatz?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Finöggeli 11.06.2020 08:06
    Highlight Highlight Wir können alles was uns stört wegpacken oder in Museen verfrachten. Oder es stehen lassen, damit wie erwachsene Menschen mit gesundem Menschenverstand umgehen und aus der Geschichte für die Zukunft lernen. Jeder einzelne Mensch hat Ecken und Kanten. Früher gab es mehr Sklaverei, aber das war Teil von einer ganzen Gesellschaft, die es heute in der Form (zum Glück) nicht mehr gibt. Und das ist ebenso ein Teil unserer Gesellschaft wie die modernen wirtschaftlichen Sklaven aus Italien, welche uns einen Gotthardtunnel gebuddelt haben...
  • Smeyers 11.06.2020 08:05
    Highlight Highlight Täter vor Gericht, dass scheint mir das wichtigste. Ob man wirklich jede Statue und Straßenschild demontieren muss bezweifle ich. Zumal gerade der Sklavenhandel zu dieser Zeit Weltweit angewandt wurde und Teil des Zeitgeistes gehörte. So müsste man in Zürich die Waldamann Statue ebenfalls vom Sockel reißen, weil er in Zürich Progrome gegen Juden durchgeführt hat. Es waren andere Zeiten und lässt Sie stehen als Zeugen der Vergangenheit und des Scheiterns.
    • HabbyHab 11.06.2020 09:34
      Highlight Highlight "Es waren andere Zeiten" - das heisst nicht, dass man sich nicht kritisch damit auseinandersetzen soll und vielleicht nicht Statuen von solchen Leuten rumstehen haben sollte.
  • chrissy_dieb 11.06.2020 08:05
    Highlight Highlight Die Verschleppung des US Problems in die Schweiz ist problematisch: Schliesslich hat sich der sehr verstörende und erdrückende Floyd Vorfall nicht hier ereignet.

    Dennoch habe ich den Eindruck, dass hier verlangt wird Sühne zu zeigen: Das neuste Ziel ist Escher. Ist erwiesen, dass er von Sklaven auf den Planatagen wusse? Hat er dazu angestossen? Hat er sich jemals stark gemacht für Sklaverei (wohlgemerkt hatte die Schweiz nie Kolonien)? Ich vermute nein (klären Sie mich auf, falls ich falsch liege) Damit sollte man die Diskussion hier auch wieder abschliessen.
  • Mate 11.06.2020 07:57
    Highlight Highlight Ja nach heutigem Standard wäre wohl jede historische Person ein Rassist, ein Sexist oder sonst ein -ist. Mit heutiger "Moral" zu urteilen ist falsch.
    Und ich sags mal so, diese Menschen haben allesamt mehr für die Gesellschaft gemacht, als all diese Moralisten zusammen.
  • MaskedGaijin 11.06.2020 07:56
    Highlight Highlight Man kann über die umbennenung von Plätzen oder Strassen diskutieren. Aber dann kommt bitte mit besseren vorschlägen als: "Laut Historiker Fässler fordern lokale Aktivisten, sie solle komplett umbenannt werden in «Avenue Mike Ben Peter».

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