DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schweizer Weltraumteleskop schrammte knapp an Kollision vorbei

05.11.2020, 22:2406.11.2020, 13:37

Alles gut gegangen: Anfang Oktober musste das Team des Schweizer Weltraumteleskops Cheops wegen eines Trümmers eines chinesischen Satelliten in der Grösse eines Milchkartons ein Ausweichmanöver durchführen, wie die Universitäten Bern und Genf am Donnerstag mitteilten.

«Bei den enormen Geschwindigkeiten der Satelliten kann eine minimale Abweichung der Umlaufbahn fatale Folgen haben.»
Christopher Broeg

Das Space Debris Office der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) informierte die Wissenschaftler am 30. September, dass sich Weltraumschrott auf Kollisionskurs mit dem Weltraumteleskop Cheops befinde: Nur zwei Tage später sollte ein Trümmerteil eines chinesischen Satelliten an ihm vorbeiziehen.

Laut den Universitäten können solche Annäherungen brandgefährlich sein, da die Objekte schneller als eine Gewehrkugel durch den Weltraum rasen. Bei einer Kollision würde die Energie einer explodierenden Handgranate freigesetzt werden. Derzeit vagabundieren in der Erdumlaufbahn rund 30'000 Objekte, die grösser als zehn Zentimeter sind.

Es hätte böse enden können

Die Berechnungen des Teams ergaben, dass das Schrottteil bis auf 500 Meter an das Weltraumteleskop heranreichen würde. Das Kollisionsrisiko lag bei 1:10'000. «Es mag auf den ersten Blick nicht sehr dramatisch erscheinen. Doch bei den enormen Geschwindigkeiten der Satelliten kann eine minimale Abweichung der Umlaufbahn fatale Folgen haben», sagte der Berner Forscher und Cheops-Missionsleiter, Christopher Broeg. Oder konkret: Cheops hätte zertrümmert werden können.

Um 00:52 Uhr am 2. Oktober schaltete der Bordcomputer die Steuerdüsen von Cheops für 1,5 Sekunden ein, um die Umlaufbahn zu korrigieren. Für das Manöver mussten die Instrumente des Teleskops aus Sicherheitsgründen am 1. Oktober heruntergefahren werden.

Cheops ist eine gemeinsame Mission der ESA und der Schweiz unter Leitung der Universität Bern in Zusammenarbeit mit der Universität Genf. Anders als bisherige Missionen soll das auf 700 Kilometern Höhe fliegende Weltraumteleskop keine neuen Exoplaneten aufspüren, sondern nimmt bereits bekannte unter die Lupe.

Erst kürzlich enthüllten die ersten Daten des Weltraumteleskops einen heissen Planeten, der sein Muttergestirn in einer gefährlich nahen Umlaufbahn in weniger als drei Tagen umrundet. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So schön sieht ein «Blut-Blau-Super-Mond» aus

Video: srf

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

10 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Hinkypunk #wirsindimmernochmehr
05.11.2020 22:41registriert Oktober 2014
FYI: Für eine Orbithöhe von 700km ist eine Geschwindigkeit von ca 7.5km/s oder 27'000km/h nötig.
452
Melden
Zum Kommentar
avatar
Rethinking
06.11.2020 05:55registriert Oktober 2018
Der Mensch müllt nicht nurcden Planeten zu, nein auch das Weltall muss daran glauben...
4611
Melden
Zum Kommentar
avatar
Ribosom
06.11.2020 05:09registriert März 2019
Was ist das für ein falscher Titel?
Schrammen hinterlässt Spuren, Kratzer oder ähnliches. Wenn das Schrottteil in Tetrapackgrösse wirklich das Teleskop schrammte, wäre das Teleskop doch zerborsten.
4410
Melden
Zum Kommentar
10
«Brezelkönig-Filialen in Mexiko? Wieso nicht!» – Valora-Käufer verrät seine Strategie
Daniel Rodriguez ist Chef vom Handelsriesen Femsa mit 320'000 Angestellten und 25'000 Filialen. Nun möchte er den Schweizer Kiosk-Konzern Valora kaufen. Im Interview sagt er, was er sich davon verspricht und weshalb er vor Migros und Coop keine Angst hat.
Zur Story