Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat am Mittwoch in Engelberg OW im Rahmen ihrer Vollversammlung Charles Morerod, 63, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg, zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Morerod folgt auf Felix Gmür, 58, Bischof von Basel. Gmür steht seit 2019 an der Spitze der SBK und trat aufgrund einer Amtszeitbeschränkung nicht zur Wiederwahl an.
Für das Präsidium der aus 14 Mitgliedern bestehenden Bischofskonferenz ist gemäss kirchenrechtlichen Vorschriften grundsätzlich nur einer der sechs Ortsbischöfe wählbar. Äbte und Weihbischöfe bräuchten zur Ausübung des Amts eine Ausnahmegenehmigung, ebenso wie Ortsbischöfe, die vor Ablauf der zweijährigen Amtszeit ihr 75. Lebensjahr erreichen.
Bischof Charles Morerord war das einzige SBK-Mitglied, das diese kirchenrechtlichen Kriterien erfüllte. Dennoch gab es im Vorfeld mediale Spekulationen, ob ihn die Bischofskonferenz zum neuen Vorsitzenden wählen würde. Grund dafür: Als Reaktion auf die von der Kirche selber in Auftrag gegebene, gross angelegte Untersuchung der Universität Zürich zu Missbrauchsfällen hatte der Vatikan Bischof Morerod im Oktober 2024 in einem Brief gerügt. Er habe zögerlich und spät auf Missbrauchs-Vorfälle reagiert, kirchenrechtliche Vorschriften im Umgang damit missachtet und bei der Überprüfung der Eignung bestimmter Kandidaten für kirchliche Ämter eine gewisse Naivität an den Tag gelegt.
Zu Morerods Stellvertreter wählte die SBK den Churer Bischof Joseph Bonnemain, zum dritten Präsidiumsmitglied den Basler Weihbischof Josef Stübi. Morerod hatte die Bischofskonferenz bereits zwischen 2016 und 2018 präsidiert, bevor er von Felix Gmür abgelöst worden war. (bzbasel.ch)