Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A man wearing a protective mask watches Swiss President Simonetta Sommaruga as she gestures during a press conference in Bern on TV screens inside a showroom at the Fnac store announcing new measures against the Coronavirus (COVID-19) in Lausanne, Switzerland, Wednesday, October 28, 2020. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Belästigungs- und Mobbingaffäre: Das Westschweizer Fernsehen (RTS) steht nun auch politisch unter Druck. Bild: keystone

Sexuelle Belästigung beim RTS – jetzt schaltet sich Medienministerin Sommaruga ein

Die Bundespräsidentin betont: Sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz zu verhindern, liege in der Verantwortung der Unternehmensleitung.

Francesco Benini / ch media



Bundespräsidentin und Medienministerin Simonetta Sommaruga äussert sich erstmals zur Belästigungs- und Mobbingaffäre beim Westschweizer Fernsehen (RTS). Sie hat sich vom Verwaltungsratspräsidenten der SRG, Jean-Michael Cina, persönlich über die Untersuchungen informieren lassen, die der Verwaltungsrat jetzt einleitet. Dies bestätigt Sommarugas Kommunikationschefin Annetta Bundi auf Anfrage von CH Media.

«Bundespräsidentin Sommaruga begrüsst, dass der Verwaltungsrat Abklärungen in Auftrag gegeben hat, zu denen hinsichtlich der Verantwortlichkeiten auch eine externe Untersuchung gehört», erklärt Bundi. Sommaruga werde das weitere Vorgehen mit der SRG «anlässlich der nächsten Gespräche thematisieren».

Sommaruga zeigt mit ihrer Stellungnahme, dass sie sich des Problems in Genf persönlich annimmt. Aus dem Departement ist zu hören, dass sie betroffen reagiert habe auf die Recherche der Zeitung «Le Temps».

Das Blatt hatte vor zehn Tagen geschrieben, dass es beim Westschweizer Fernsehen während Jahren zu sexueller Belästigung und Mobbing gekommen sei. Die Vorgesetzten hätten die Fälle nicht gründlich abgeklärt; beim Sender habe eine «Kultur des Schweigens» geherrscht. RTS-Chef war von 2001 bis 2017 Gilles Marchand, der heutige Generaldirektor der SRG.

Der ehemalige Star des Westschweizer Fernsehens RTS, Darius Rochebin, weist die Vorw

Moderator Darius Rochebin wird der sexuellen Belästigung beschuldigt. Bild: sda

Sommaruga gibt nun zu verstehen, dass sie beim öffentlichen Rundfunk direkt eingreifen wird, wenn es ihr geboten scheint. «Bundespräsidentin Sommaruga wird in Kenntnis der Untersuchungsresultate über das weitere Vorgehen entscheiden», erklärt ihre Sprecherin Bundi. Die SRG lässt zurzeit abklären, ob die Vorgesetzten bei RTS angemessen auf die Beschwerden der Angestellten reagiert hatten. Ausserdem prüft die Radio- und Fernsehgesellschaft, ob das interne System zur Meldung von Belästigungsfällen funktioniert.

Annetta Bundi betont, dass Bundespräsidentin Sommaruga alle Formen von Belästigung und Mobbing am Arbeitsplatz verurteile. «Die SRG hat eine Vorbildfunktion, und es gehört zur Verantwortung der Unternehmensleitung, sexuelle Belästigungen zu verhindern.»

Der abschliessende Satz der Stellungnahme kann wie eine Warnung an Marchand gelesen werden. Sollte die Untersuchung zum Schluss kommen, dass er als Chef in Genf nicht professionell genug auf die Klagen der Angestellten reagierte, steht die Medienministerin vor der Frage: Braucht die SRG einen neuen Generaldirektor?

Bernard Rappaz, Chefredaktor von RTS, übergibt seine Funktion an Stellvertreter, bis die Untersuchung abgeschlossen ist. Zwei weitere Kaderpersonen des Senders sind suspendiert worden. Der Moderator Darius Rochebin, gegen den Angestellte ebenfalls Vorwürfe erheben, hat eine Klage gegen die Zeitung «Le Temps» wegen Verleumdung angekündigt. (aargauerzeitung.ch)

Mehr zum Thema:

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die SRF-«Tagesschau»-Moderatoren seit den 60er Jahren:

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unbekannte Anrufer: Das solltest du am Telefon nie sagen

Nicht nur per Spam-Mails, auch mit Anrufen versuchen Betrüger immer wieder, an Daten oder Geld von Nutzern zu kommen. Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte darum besonders ein Wort vermeiden.

Wer am Telefon von unbekannten Anrufern dazu aufgefordert wird, laut «Ja» zu sagen, sollte aufpassen. Denn hierbei kann es sich um eine Betrugsmasche handeln. Davor warnen Faktenprüfungsseiten wie «Mimikama.at» oder auch die Verbraucherzentralen.

Denn Berichten zufolge sollen Nutzer im Anschluss an das Telefonat Rechnungen oder Vertragsunterlagen bekommen haben. Das «Ja» wurde dabei als Vorwand genommen, dass Nutzer dem Vertrag zugestimmt hätten. In Extremfällen soll das «Ja» sogar im …

Artikel lesen
Link zum Artikel