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Hirslanden-Chef entschuldigt sich wegen Impfung von Südafrika-Milliardär

22.01.2021, 16:4122.01.2021, 17:08
Johann Rupert.
Johann Rupert.Bild: Getty Images Europe

Der Chef der Hirslanden-Gruppe hat sich wegen der Corona-Impfung des südafrikanischen Unternehmers und Hirslanden-Mitbesitzers Johann Rupert im Kanton Thurgau entschuldigt. Es wäre klüger gewesen, Rupert hätte sich in seinem Wohnkanton Genf für die Impfung angemeldet.

Dies schreibt Hirslanden-CEO Daniel Liedtke in einem am Freitag veröffentlichten Brief an die Thurgauer Bevölkerung. Hirslanden betreibt im Auftrag des Kantons ein Impfzentrum in Frauenfeld. Dass sich Rupert am 11. Januar als eine von zwölf Testpersonen im Thurgau durch Hirslanden impfen liess, stiess auf Kritik.

Symbolkraft unterschätzt

Der Hirslanden-Chef räumte jetzt ein, man habe «unterschätzt, welche Symbolkraft mit der Impfung eines vermögenden Patienten verbunden ist, auch wenn dieser aufgrund seiner schweren Herzkrankheit, Diabetes, Bluthochdruck und Übergewicht zur Risikokategorie zählt und damit Anrecht auf eine sofortige Impfung hat.»

Er akzeptiere den Vorwurf, «dass wir mit der Wahl von Herrn Rupert unsensibel waren», und verstehe die Kritik, schreibt Liedtke. Laut seinem Brief hatte Rupert am 24. Dezember angefragt, ob es eine Möglichkeit gebe, ihn in einer Hirslanden-Klinik zu impfen. Zuerst habe Hirslanden dies abgelehnt.

Zwei Wochen später, am 7. Januar, nahmen die Ereignisse laut Liedtke eine neue Wendung. In einer Videokonferenz zur Koordination der Vorbereitungen für die Impfkampagne habe Hirslanden von den Verantwortlichen des Kantons die Erlaubnis erhalten, einen Test mit maximal zwölf Personen «unserer Wahl» durchzuführen.

Treffen mit Urs Martin

Am virtuellen Treffen nahmen sowohl Gesundheitsdirektor Urs Martin als auch Hirslanden-CEO Liedtke teil. Die Pilotimpfungen fanden am 11. Januar im Spital Münsterlingen TG statt - mit Rupert als einer von sieben durch Hirslanden ausgewählten Testpersonen. Die Tamedia-Zeitungen machten diese Impfung publik.

Als Lehre aus der ganzen Sache ordnete der Hirslanden-CEO jetzt an, dass in anderen Kantonen, in denen die Gruppe mit der Organisation eines Impfzentrums betraut werde, die Testpersonen ausschliesslich vom Kanton bestimmt würden, wie es im Brief an die Thurgauer Bevölkerung weiter heisst.

Pikant an der Geschichte ist, dass der Thurgauer Gesundheitsdirektor Urs Martin (SVP) vor seiner Wahl in die Regierung im März 2020 selber für die Hirslanden-Gruppe tätig war. Beim Entscheid des Kantons, Hirslanden mit dem Betrieb der Impfzentren zu beauftragen, trat Martin nach eigenen Angaben in den Ausstand. (aeg/sda)

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35 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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lilie ❤ Bambusbjörn
22.01.2021 17:29registriert Juli 2016
Nun, da scheint zumindest der Groschen gefallen zu sein, dass das kein Geniestreich war.

Was ich aber nicht verstehe: Warum wurden "Testpersonen" geimpft? Das ist doch völlig unnötig, der Impfstoff ist schon getestet worden, und solche "Tests" verzögern doch nur den Impfstart? 🤔
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Hirngespinst
22.01.2021 19:58registriert August 2019
Das ist doch jetzt geheuchelt. 🙃
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Phrosch
22.01.2021 18:25registriert Dezember 2015
Ich bin immer wieder verblüfft, wie blauäugig man in so einen Schlamassel geraten kann. Ift genug gibt es Kritik an solchen Ereignissen, aber niemand scheint daraus zu lernen.
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