DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

SBB kündigt Sparmassnahmen bei den Lohnabzügen des Personals an

29.04.2022, 19:5401.05.2022, 17:59

Das SBB-Personal soll bei den Lohnabzügen Abstriche machen. Die SBB haben entsprechende Sparmassnahmen angekündigt. Am Freitag begannen die Verhandlungen mit den Sozialpartnern. Für die Gewerkschaften sind die Massnahmen «inakzeptabel».

Die Sparmassnahmen der SBB wurden von den Gewerkschaften kritisiert.
Die Sparmassnahmen der SBB wurden von den Gewerkschaften kritisiert.Bild: sda

Auf der Suche nach Sparmöglichkeiten in der finanziell «äusserst angespannten Situation» möchten die SBB gezielt bei Lohnabzügen ansetzen, «wo sie sich bisher überdurchschnittlich stark» beteiligen, wie sie in der Information an die Mitarbeiter betont, die der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegt. Die Gewerkschaften hatten zuvor eine Mitteilung zu den geplanten Massnahmen verschickt.

Laut Angaben eines SBB-Sprechers hat der Bahnkonzern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Freitag über die Absichten informiert. 44 Prozent der SBB-Kosten sind Löhne und Sozialversicherungsleistungen. «Wir müssen uns darum auch hier Gedanken machen, was an Einsparungen möglich ist», lässt sich SBB-Chef Vincent Ducrot in der Mitarbeiter-Information zitieren.

Die SBB sehen zwei Massnahmen bei den Lohnabzügen vor, wobei die Leistungen gleich bleiben, wie der Konzern betont. Das Unternehmen will den Abzug für krankheitsbedingte Fehltagekosten erhöhen, ebenso den Risikobeitrag bei den Pensionskassenbeiträgen. Beantragt werde dieser beim Stiftungsrat der Pensionskasse SBB.

Keine Lohnkürzungen, kein Personalabbau

Die Aufhebung zusätzlicher Leistungen bei Berufsinvalidität können die SBB gemäss der Information in eigener Kompetenz beschliessen. Die Sozialpartner werden lediglich informiert. Auf Lohnkürzungen oder einen Personalabbau hingegen verzichten die SBB laut eigenen Angaben.

Die Anpassungen sollen ab 2023 gelten, wie es weiter hiess. Alle Mitarbeitenden würden auf Basis ihres Lohnes prozentual in gleichem Umfang beteiligt. Die geplanten Massnahmen sollten letztlich auch zur Arbeitsplatzsicherheit der SBB beitragen.

Die Gewerkschaften schlugen am Freitag Alarm und bezeichneten die Sparmassnahmen als «inakzeptabel». Die SBB-Leitung senke damit die Kaufkraft aller Beschäftigten und schwäche den Schutz der über 50-Jährigen. Die Mitarbeitenden müssten Managementfehler der Vergangenheit ausbaden und für die Folgen der Covid-Krise bezahlen, obwohl sie ständig an der Front gewesen seien, hiess es in der Mitteilung der Verhandlungsgemeinschaft der vier Personalorganisationen bei den SBB.

Milliarden-Einsparungen zum Ziel

Die SBB-Leitung wolle laut der Arbeitnehmervertretung «die Berufsinvalidität schlicht abschaffen» und bringe so die schwächsten Beschäftigten in eine prekäre Situation. Zur geplanten paritätischen Risikobeteiligung bei den Pensionskassenbeiträgen und der Erhöhung des Personalbeitrages an die Krankheitskosten heisst es in der Mitteilung weiter, die SBB-Leitung halte es für legitim, die Kaufkraft der Mitarbeitenden zu schmälern, obwohl die Lebenskosten ständig stiegen.

Die finanzielle Situation der SBB ist angespannt. Das Unternehmen will aus eigener Kraft rund sechs Milliarden Franken sparen, um die Finanzierung bis 2030 nachhaltig zu sichern. Zusätzlich erwartet der Bund ab dem Jahr 2024 weitere Einsparungen in Höhe von rund 80 Millionen Franken pro Jahr durch tiefere Kosten oder höhere Erträge. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Mit der SBB-Polizei im Einsatz gegen Maskenverweigerer

1 / 11
Mit der SBB-Polizei im Einsatz gegen Maskenverweigerer
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

29 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Cpt. Jeppesen
29.04.2022 21:04registriert Juni 2018
Wie viele Lokführer fehlen?
Liebes SBB Management, ihr lernt es nie.
1265
Melden
Zum Kommentar
avatar
Marc L
29.04.2022 21:17registriert April 2021
Wie wollen wir die Energiewende packen, wenn wir die SBB kaputt sparen? Oben im Management kann sehr viel gespart werden und Prunkbauten braucht keiner, wie der neue Hauptsitz. Dort sparen.
1118
Melden
Zum Kommentar
avatar
Pointer
29.04.2022 21:00registriert August 2015
Da sagt der SBB-Chef mehrmals, jeder Franken müsse mehrmals umgedreht werden, bevor er ausgegeben wird. Auf der anderen Seite sind unzählige Mitarbeitende über externe Stellenvermittler angestellt, was unter dem Strich viel mehr kosten dürfte, als wenn die intern angestellt wären. Vielleicht sollte zuerst hier angesetzt werden, bevor Lohnabzüge angetastet werden.
933
Melden
Zum Kommentar
29
Verschollen geglaubtes Tizian-Porträt in Italien gefunden – zwei Schweizer unter Verdacht

Ein verschollen geglaubtes Porträt des Malers Tizian (1485/90-1576) ist von den Turiner Carabinieri in der norditalienischen Stadt Asti wiedergefunden worden. Nach Angaben der Ermittler handelt es sich um einen aussergewöhnlichen Fund.

Zur Story