Schweiz
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Schlechte Neuigkeiten für Pendler: Der Bahnhof Luzern bleibt wohl den ganzen Tag gesperrt



Der Bahnhof Luzern bleibt wegen der umfassenden Reparaturarbeiten bis voraussichtlich Montagmorgen nicht befahrbar, teilen die SBB mit. Ausnahme: Die Züge der Zentralbahn verkehren ohne Einschränkungen. Wer per Bahn ins Zentrum von Luzern reisen will, muss in Vorortsbahnhöfen rund um Luzern auf Busse umsteigen. Das verlängert die Reisezeit beträchtlich, wie ein SBB-Sprecher am Donnerstagmorgen sagte.

Der am Mittwochnachmittag zum Teil entgleiste italienische Eurocity-Zug konnte noch nicht geborgen werden. Bei der SBB geht man davon aus, dass es am späteren Vormittag soweit ist. Zur Unfallursache lagen noch keine Angaben vor.

Der Bahnhof Luzern am Donnerstagmorgen: Ausgestorben

Unter diesem Link findest du die aktuellsten Informationen.

Fernverkehrszüge nach Luzern wenden laut dem SBB-Blog in den Bahnhöfen von Sursee, Ebikon, Luzern Verkehrshaus und Arth-Goldau. Für die S-Bahnen nach Luzern ist in Emmenbrücke, Gersag, Ebikon, Littau respektive Luzern Verkehrshaus Endstation. Die SBB wollte um die Mittagszeit über die Dauer der Störung informieren.

Diese Züge fallen aus oder werden umgeleitet

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Seit 5 Uhr wieder ohne Einschränkungen fahren kann dagegen die Zentralbahn (zb). Nach der Zugentgleisung war auch ihre Schmalspur-Strecke von Luzern nach Horw gesperrt worden. Die Züge der Zentralbahn verkehren ab sofort wieder gemäss Fahrplan.

Bahnhof blockiert

Beim gestrigen Unfall verletzten sich sieben Personen. Insgesamt befanden sich 160 Gäste an Bord.

Der Eurocity 158 kam von Mailand her und fuhr um 13:58 Uhr weiter Richtung Basel. Der vierte und fünfte Wagen der siebenteiligen ETR 610 der italienischen Staatsbahn Trenitalia entgleisten noch im Bahnhof unter der Langensandbrücke. Der vierte Wagen kippte und beschädigte einen Querträger der Fahrleitung, die auf den Zug fiel.

Durch den Unfall wurden alle drei dort vorhandenen Gleise der normalspurigen Bahnhofszufahrt blockiert. Weil der Strom ausfiel, konnten auch die Schmalspurzüge der Zentralbahn (zb) nicht mehr verkehren.

Hier geht's zum Beitrag von TeleZüri:

Video: kaltura.com

Der Bahnverkehr kam in Luzern ab 14 Uhr zum Erliegen. Die Züge verkehrten nur noch bis zu Vororten. Von dort wurden Busse eingesetzt.

Die Heimreise der Pendler dauerte bereits am Mittwochabend erheblich länger als sonst. Einige Pendler organisierten sich via Twitter und beschafften so Mitfahrgelegenheiten in Autos. Die SBB riet zudem von Reisen von und nach Luzern ab.

Der Unfall löste ein Grossaufgebot der Blaulichtorganisationen aus. Die Polizei, Ambulanzen aus der ganzen Zentralschweiz, die Feuerwehren der SBB und der Stadt Luzern sowie Fachdienste der SBB seien rasch ausgerückt, sagte Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei.

«Daumen nach oben»

Die Bergung der Passagiere verlief relativ einfach, weil der entgleiste Zug leicht zu erreichen war. Die Passagiere hätten den Rettungskräften durch die Scheiben mit dem «Daumen nach oben» signalisieren können, dass nichts Schlimmeres passiert sei, sagte Graf.

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Ein Bild aus dem Innern des Zugs. instagram/bettinacasanova

Die Fahrgäste mussten eine Stunde im verunfallten Zug ausharren. Bevor sie geborgen werden konnten, musste der Wagen in Schräglage gesichert und die beschädigte Fahrleitung geerdet werden. Alle Passagiere konnten den Zug dann selbst verlassen. Sieben Personen erlitten leichte Verletzungen, fünf von ihnen wurden ins Spital gebracht. Sie erlitten hauptsächlich Prellungen und Schürfungen.

Eine S-Bahn nach Stans NW sowie ein Interregio nach Genf blieben nach der Entgleisung des Intercity-Neigezugs ebenfalls im Bahnhof stecken. Auch diese Passagiere wurden evakuiert.

Ein umgekippter Wagen eines Eurocity-Neigezugs, aufgenommen am Mittwoch, 22. Maerz 2017, im Bahnhof in Luzern. Im Bahnhof Luzern ist am fruehen Mittwochnachmittag ein Eurocity-Neigezug bei der Ausfahrt entgleist. Ein Wagen kippte zur Seite. Ueber Verletzte gibt es keine Angaben. Passagiere mussten nach dem Unglueck im Zug ausharren. Die Unfallursache war vorerst unklar. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Bild: KEYSTONE

Ermittlungen laufen

Zur Unfallursache war am Mittwoch noch nichts bekannt. Die Untersuchung führt die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle SUST.

Wie gross der Sachschaden ist, war zunächst unbekannt. An der Fahrleitung und an den Gleisanlagen sei erheblicher Sachschaden entstanden, teilte die SBB mit. Mehrere Fachteams der SBB sollten in der Nacht auf Donnerstag Aufgleisungsarbeiten und weitere Schadenbehebungen vornehmen.

Erst wenn der Unfallzug weggeräumt sei, seien die detaillierten Schäden an den Gleisanlagen richtig erkennbar. Aus diesem Grund seien derzeit auch noch keine belastbaren Aussagen zur vollständigen Inbetriebnahme des Bahnhofs Luzern machbar, schreibt die SBB.

Der Bahnhof Luzern ist ein Kopfbahnhof mit einer engen Zufahrt. Um die Kapazitäten zu erhöhen, möchte Luzern den bestehenden Bahnhof mit einem unterirdischen Durchgangsbahnhof ergänzen. (sda)

Aktuelle Polizeibilder: Hanf-Indoor-Anlage ausgehoben

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42
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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dewar 23.03.2017 10:57
    Highlight Highlight Zum Glück wurde niemand ernsthaft verletzt. Bin aber gespannt was die Ursache ist, wird sicher auch interesssant wer für den Schaden aufkommt. Neben dem Sachschaden und den Bergungskosten verursacht eine anderthalbtägige Sperre eines grossen schweizer Bahnhofs wohl immense Umtriebskosten, mit Umleitungen, zusätzlichem Personal, Busbetrieb, Zugausfällen...
  • Yosh1 23.03.2017 08:04
    Highlight Highlight Hab eigentlich damit gerechnet, dass die Berichte heute morgen in eine andere Richtung gehn...
    Terror in Luzern! Hochgeschwindigkeits-Zug entgleist und kippt, direkt am Banhhof. Wie durch ein Wunder keine verletzten.
    #fakenewsunfucked
  • Philboe 23.03.2017 08:01
    Highlight Highlight Ich bin glaub der einzige Pendler der sich freut da ich nicht über Luzern wenden muss für den IR nach Zürich 2' zu Fuss bis an den Bahnhof und erst noch schauen schneller da :-)
  • SwissMafia 23.03.2017 07:05
    Highlight Highlight Der Eurocity 1(58)kam von Mailand her und fuhr um 13:(58) Uhr weiter Richtung Basel.

    58!

    8-5 = 3

    Was hat drei Ecken?

    Genau ein Dreieck!
    Benutzer Bild
  • SVRN5774 22.03.2017 18:48
    Highlight Highlight Tja shit happens
  • NoName 22.03.2017 17:25
    Highlight Highlight Zum Glück bin ich nachhause gegangen und geblieben für den Marketing Infoanlass an der HSLU 🙄
    • flohehe 22.03.2017 21:35
      Highlight Highlight Ich war da alles easy... Präsentation ist auf dem Blog des Instituts für Kommunikation und Marketing abrufbar und die Modulbeschriebe findest du auf Mycampus... Gruss aus der LG 102
    • SemperFi 22.03.2017 21:53
      Highlight Highlight Ja, da sind wir wirklich alle auch froh drüber.
  • Skip Bo 22.03.2017 16:52
    Highlight Highlight Was würden die SBB ohne die Ersatzbusse machen? Es lohnt sich schon bald eine eigene Ersatzbusflotte anzuschaffen...
    • Calvin Whatison 22.03.2017 17:00
      Highlight Highlight Versehentlich geherzt. ⚡️
    • zugizz 22.03.2017 17:03
      Highlight Highlight was kann denn die sbb dafür?
    • danmaster333 22.03.2017 17:11
      Highlight Highlight Die SBB hat übrigens eine der grössten Fahrzeugflotten der Schweiz, welche aber eher aus Einsatz- und Dienstfahrzeugen besteht. Eine Busflotte wäre zu teuer im Unterhalt und solange sie nicht genutzt wird (rumsteht) würde man ja das Personal auch bezahlen müssen. Dann doch lieber die regionalen Verkehrsunternehmen um Hilfen bitten, bei denen steht ja meistens auch was im Depot rum oder ist auf Dienstfahrt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SVARTGARD 22.03.2017 16:20
    Highlight Highlight Oh Oh
  • doomsday prophet 22.03.2017 16:12
    Highlight Highlight offensichtlich hat schettino einen neuen job gefunden 🤔
    • _sunnyloove 23.03.2017 09:29
      Highlight Highlight Das fand ich jetzt lustig 😂😂
  • moedesty 22.03.2017 15:35
    Highlight Highlight "Trenitalia"-Zug. Der Zug gehört halb der SBB halb Trenitalia bzw. ist ein Tochterunternehmen der beiden Firmen.
    • 7immi 22.03.2017 16:49
      Highlight Highlight die eine hälfte der züge gehört den SBB, die andere hälfte der trenitalia. ansonsten gäbe es ein grosses problem mit den zuständigkeiten...
    • purpletrain 22.03.2017 17:12
      Highlight Highlight Bei der Auflösung von CIS Ende 2009 wurde die ETR 610 Flotte aufgeteilt, seitdem gehören die Züge entweder FS oder den SBB.
    • danmaster333 22.03.2017 17:18
      Highlight Highlight Jup, aus Italien ist ein Spezialist der Trenitalia unterwegs um die Schäden anzusehen. Die SBB ETR610 sind entsprechend an das Schweizer Farbschema angepasst (weiss-rot-schwarz / "Kolibri").
    Weitere Antworten anzeigen
  • SuicidalSheep 22.03.2017 15:07
    Highlight Highlight Vor 30 Minuten am Bahnhof vorbei gelaufen auf dem Weg zur Arbeit... hoffe es bleibt beim Sachschaden...
  • Alex Inderkum (1) 22.03.2017 14:48
    Highlight Highlight Ich drücke allen Betroffenen mein Mitgefühl aus und den Helfenden meinen Dank.
    • Baba 23.03.2017 06:50
      Highlight Highlight Wieso dieser freundliche Kommentar so häufig geblitzt wurde, erschließt sich mir echt nicht 😕.
  • CASSIO 22.03.2017 14:29
    Highlight Highlight Wenn ich "Cisalpino" lese.....
    • dollendeckel 22.03.2017 15:03
      Highlight Highlight Cisalpino war eine Tochterfirma von FS und SBB, welche sich nun in Auflösung befindet. Die korrekte Zugsbezeichnung ist Eurocity (EC).
    • Normi 22.03.2017 15:20
      Highlight Highlight it's not a bug it's a Cisalpino
    • coronado71 22.03.2017 15:46
      Highlight Highlight Cisalpino war bis 2009 der Name der Betreibergesellschaft. Der Zug der hier verunfallt ist, ist ein Alstom ETR 610 - und den Farben nach von Trenitalia.
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