Schweiz
Schule - Bildung

Historiker fürchten Abbau von Geschichtsunterricht wegen Lehrplan 2029

Der Unterricht einer Gymnasialklasse anlaesslich der Eroeffnung der neuen Kantonsschule Uetikon am See, am Montag, 20. August 2018, in Uetikon am See. Das neue Gymnasium bietet 500 Schuelerinnen und S ...
Unterricht an einem Gymnasium im Kanton Zürich. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Historiker sehen wegen Schulreformen den Geschichtsunterricht in Gefahr

11.08.2025, 11:3311.08.2025, 15:38

Die Gymnasien in der Schweiz müssen bis 2029 einen neuen Lehrplan implementieren. Der Unterricht wird künftig mehr Fächer umfassen – und einen neuen Unterrichtsbereich: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Das ist kein neues Fach, sondern eine inhaltliche Ausrichtung zur Orientierung.

Dafür werden die Schulen wohl den Geschichtsunterricht kürzen, schreibt die NZZ. Das alarmiert Martin Pryde, den Präsidenten des Vereins Schweizerischer Geschichtslehrpersonen. Gegenüber der Zeitung sagt er, es sei «absurd», Geschichtslektionen zu streichen. Es werde immer betont, man wolle die heutigen Ereignisse auch historisch einordnen.

«Wie will man das Zeitgeschehen ohne historische Kenntnisse verstehen? Es ist absolut stossend, dass offensichtlich das Gefühl vorherrscht: Das geht auch mit weniger Lektionen, das genügt schon.»
Martin Pryde 

Das Problem werde auf die leichte Schulter genommen. Weiter würden viele denken, historisches Wissen bringe nichts auf dem Arbeitsmarkt. Der Geschichtsunterricht bereite jedoch sehr wohl aufs Berufsleben vor.

«Man lernt etwa, mit Quellen umzugehen. Dass die Schüler das können: Das ist ja eine Forderung, die explizit an die Schulen gestellt wird.»

Philippe Weber, Dozent der Fachdidaktik Geschichte an der Universität Zürich, verweist gegenüber der NZZ auf das Ziel der Reform, die Mint-Fächer sowie Wirtschaft und Recht zu stärken. Darunter werde das Ansehen des Schulfachs Geschichte leiden. Historisches Denken – «also auch demokratisches Denken» – gerate in die Defensive. (rbu)

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