Schweiz
Schule - Bildung

Bund will Werbung für Ungesundes von Kindern fern halten

Züni ohne Süssigkeiten ist Standart an Schweizer Schulen -doch je älter die Kinder werden, desto mehr Übergewichtige gibt es dennoch.
Die Werbereduktion von Süssigkeiten soll bei Kindern für eine gesündere Ernährung sorgen.Bild: Getty

Bund will Werbung für Ungesundes von Kindern fern halten

26.05.2026, 14:5626.05.2026, 14:56

Der Bund möchte Werbung für zu süsse, fettige und ungesunde Produkte, die sich speziell an Kinder unter 13 Jahren richten, verbannen. Reklame zum Beispiel für Chips, Schokolade oder Süssgetränke soll von Schulen ferngehalten werden. Ziel ist eine Selbstregulierung.

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) präsentierte Vertretern der Lebensmittel- und Werbeindustrie am Dienstag in Bern einen Vorschlag für eine Selbstregulierung, wie dieses mitteilte.

Die Bedingungen sind folgende: Die Selbstregulierung muss über die gesamte Branche erfolgen und alle relevanten On- und Offline-Werbekanäle abdecken, über die Kinder unter 13 Jahren zahlreich und gezielt erreicht werden. Dazu gehören Fernsehen, Internet, Social Media, Online-Games oder Plakate in der Nähe von Schulen.

Die Werbereduktion muss zudem wissenschaftlich fundiert anhand des Nährwertprofils der Weltgesundheitsorganisation (WHO/Europa) erfolgen. Schliesslich soll die Selbstregulierung durch den Bund kontrolliert werden.

Die Lebensmittel- und Werbebranche hat bis Mitte Juli Zeit, um ihre Teilnahme an der Selbstregulierung zu bestätigen und sich zu den geforderten Kriterien zu bekennen.

Jedes fünfte Kind zu schwer

Werbung für Süssigkeiten, Snacks und Süssgetränke beeinflusse das Essverhalten von Kindern und fördere den Verzehr kalorienreicher Lebensmittel und Getränke, argumentiert das Bundesamt.

Gleichzeitig leide in der Schweiz eines von fünf Kindern an Übergewicht oder Fettleibigkeit. Dies steigere erheblich das Risiko, dass nicht-übertragbare Krankheiten wie Diabetes Typ 2, sogenannter Alterszucker, oder Herzkreislauferkrankungen entstehen.

Frühe Muster von Essverhalten beeinflussen laut Bund die Ernährung in späteren Lebensphasen nachhaltig. Daher sollen Kinder und Jugendliche von Anfang an ein gesundes Ernährungsverhalten entwickeln können.

An Kinder gerichtete Werbung für zu süsse, zu fetthaltige und zu salzige Esswaren beeinflusse nachweislich das Konsumverhalten und trage zu einer ungesunden Ernährungsweise bei. Kinder brauchen demnach einen besonderen Schutz, da sie für die Werbung sehr empfänglich seien. (sda/fwa)

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