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Alt Bundesrat Leuenberger kritisiert SP für reines Frauenticket

«Wirkt undemokratisch»: Alt Bundesrat Leuenberger kritisiert SP für reines Frauenticket

16.11.2022, 14:18
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ZUM 70. GEBURTSTAG VON MORITZ LEUENBERGER AM 21. SEPTEMBER 2016 STELLEN WIR IHNEN HEUTE, DIENSTAG, 13. SEPTEMBER 2016, FOLGENDES NEUES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- Portrait of Moritz Leuenberger at  ...
Moritz Leuenberger kritisiert die SP Bild: KEYSTONE

Die SP-Parteileitung hat Kommunikationsfehler gemacht bei der Lancierung eines reinen Frauentickets für die Bundesratswahl Anfang Dezember. Das ist die Meinung von alt Bundesrat Moritz Leuenberger, Zürcher Mitglied der Landesregierung von 1995 bis 2010.

Frauen wollten doch nicht einfach deswegen gewählt werden, weil sie eine Frau sind, sagte Leuenberger in der Sendung «Tagesgespräch» des Deutschschweizer Radios SRF vom Mittwochmittag. Die Entscheidung der SP-Parteileitung, keine Männer als Kandidaten zuzulassen, wirke undemokratisch und von oben herab beschlossen. Es sei «zu rigide» dahergekommen - wie ein Diktat.

Aber das sei das Ergebnis einer Art «Twitterisierung» der Kommunikation: alles müsse so schnell wie möglich an die Öffentlichkeit. Es hätte zuerst einen Denkprozess innerhalb der Partei geben müssen, mahnte Leuenberger.

Leuenberger: Für den Bundesrat kandidieren soll jede und jeder dürfen

Dennoch sei es klar, dass eine Frau die Nachfolge von Bundesrätin Simonetta Sommaruga antreten solle. Die Frage sei aber eben, wie man das vermittle. Kommunikation könne immer schiefgehen.

Für den Bundesrat kandidieren soll aus Sicht von Leuenberger jede und jeder dürfen - auch Männer wie der Zürcher SP-Ständerat Daniel Jositsch. Und es sei dessen Recht, eine Diskussion über Diskriminierung anzustossen.

Der Freitag dieser Woche ist vorentscheidend für die Bundesratswahl: Die SVP bestimmt ihr definitives Ticket, die Auswahl ihrer Kandidierenden, und die SP legt die Kriterien für ihr Ticket fest. (aeg/sda)

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98 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Jonas der doofe
16.11.2022 14:42registriert Juni 2020
Absolut, völlig stümperhaft von der SP Parteileitung. Wären die einfach nur still gewesen und hätten danach von der Fraktion ein 2-Frauenticket aufstellen lassen, alle hätten applaudiert.

Jetzt ist riesentamtam und ein negatives Gschmäckli wird für die nächsten Wahlen hängenbleiben. Klassisches Eigentor.
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Berner_in
16.11.2022 14:37registriert September 2018
Da kann ich Hr. Leuenberger nur zustimmen.
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ELMatador
16.11.2022 15:19registriert Februar 2020
Die Kommunikation der Nachfolge von Simonetta Sommaruga wird zum Eigentor der SP, ich als Parteimitglied bin alles andere als zufrieden, wie es aktuell zu und her geht.


Auf der einen Seite verstehe ich, dass man gerne eine Frau hätte, gleichzeitig bin ich der Überzeugung, dass das ganze Tamtam um ein reines Frauenticket negative Auswirkungen haben wird. Es führt dazu, dass die Kandidatinnen egal wie qualifiziert sie sein mögen, immer ein Beigeschmack der Quote haben werden. Dies wird auch bereits schamlos von SVP und Konsorten ausgenutzt.
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