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Kantonspolizei Zürich setzt Taskforce ein gegen gewalttätige Fans

Kantonspolizei Zürich setzt Taskforce ein gegen gewalttätige Fans

22.10.2024, 15:3422.10.2024, 16:12
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Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen FCZ- und GC-Fans in zwei Zürcher Landgemeinden reagiert die Polizei. Die Kantonspolizei Zürich bildet eine Taskforce gegen gewalttätige Fussballfans.

Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) kündigt eine härtere Gangart gegen gewalttätige Fussballfans an: «In meinen Augen sind diese Gewalttäter keine Fans, sondern gewöhnliche Kriminelle, denen es darum geht, andere einzuschüchtern und einen rechtsfreien Raum zu schaffen. Wir sehen nicht tatenlos zu», wird er in der Mitteilung der Zürcher Kantonspolizei vom Dienstag zitiert.

Die neu geschaffene Taskforce Sport soll zusammenhängende Straftaten und Tätergruppierungen erkennen, die Ermittlungen koordinieren und so den Verfolgungsdruck auf die Täterschaft erhöhen. Sie wird sich insbesondere auch mit den Ermittlungen zu den Vorfällen in Wiesendangen ZH und Rickenbach ZH befassen.

Nächtlicher Überfall an einer Dorfchilbi

Am 6. Oktober, kurz nach 1 Uhr, war die Kantonspolizei Zürich alarmiert worden, dass eine Gruppe von rund zwei Dutzend vermummten Personen Besucher der Chilbi in Wiesendangen angreifen würde. Mehrere Patrouillen der Kantonspolizei waren innert Minuten vor Ort und konnten Schlimmeres verhindern. Bisher ist eine Anzeige wegen Körperverletzung eingegangen.

Ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich bei den Angreifern um eine Gruppierung aus dem Umfeld des FCZ. Ein 17-jähriger Afghane wurde vorübergehend festgenommen und befragt. Die weiteren Ermittlungen laufen.

Der zweite Vorfall ereignete sich am 16. Oktober vor 22 Uhr bei einer Sporthalle in Rickenbach. Auch hier kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Gruppen aus dem Umfeld von FCZ und GC. Mehrere Personen wurde leicht verletzt, und es kam zu Sachbeschädigungen.

Die zahlenmässig deutlich überlegenen FCZ-Anhänger sollen die GC-Anhänger angegriffen haben, um ihnen Utensilien für ihre Choreografie für das Fussballderby vom 19. Oktober zwischen dem FCZ und dem GC zu entwenden. Beim Eintreffen der alarmierten Kantonspolizei waren die Täter bereits geflüchtet.

Die neue Taskforce der Kantonspolizei soll auch mit der Stadtpolizei Zürich zusammenarbeiten, die für derartige Delikte in der Stadt Zürich zuständig ist. Dort war es anlässlich des Fussballderbys am vergangenen Samstag unter anderem zu einem Angriff auf eine S-Bahn im Bahnhof Hardbrücke gekommen. (hkl/sda)

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54 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Magnum
22.10.2024 16:00registriert Februar 2015
Gut so und überfällig nach den Ereignissen der vergangenen Woche: gewaltsame Übergriffe fernab von der Start in Käffern wie Neftenbach und Rickenbach, der Sturm auf eine S9 um 2 Uhr nachmittags inklusive Schäden am Rollmaterial: Es wird Zeit, dass der Staat durch die Kantonspolizei den Ultras den Tarif durchgibt, klar und unmissverständlich. Denn das Mass ist übervoll und der Bogen so was von überspannt.
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BC2010
22.10.2024 15:45registriert August 2021
Solche Chaoten sollte es schon verboten werden, überhaupt mit einem Zug an die Spiele zu reisen (es gilt ein Vermummungsverbot). So waren vermummte, schwarz gekleidete Personen am Frühen Nachmittag in der S-Bahn 6 von der Goldküste aus auf dem Weg ans Spiel. Schon dies bewirkte bei einem Teil der Fahrgäste Unbehagen.
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Zürcher_
22.10.2024 17:15registriert März 2023
Kann ich bei der Taskforce solche "Fans" verpfeifen? Weis von einem Mitarbeiter, der regelmässig Sprayereien tätigt, prügelt und überall Sticker verteilt.
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