Schweiz
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Fans des FC Zuerich werden von Polizisten eingekesselt und durchsucht, vor dem Fussballspiel der Super League zwischen dem FC Aarau und dem FC Zuerich, am Samstag, 25. April 2015, in Aarau. In der Stadt Aarau steht eine Konfrontation zwischen den ausgesperrten Fans des FC Zuerich und der Polizei bevor. Die ersten Mitglieder der Zuercher Suedkurve sind bereits vor dem Bruegglifeld in Aarau. Auch die Polizei ist praesent. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Die FCZ-Fans wurden von der Polizei in Aarau regelrecht eingekesselt. Bild: KEYSTONE

Grosseinsatz gegen FCZ-Fans in Aarau: «Sperrung des Gästesektors ist sicher kein Dauerzustand»

Keine Ausschreitungen, keine Sachbeschädigungen: Die befürchtete gewaltsame Konfrontation zwischen FCZ-Fans und der Kantonspolizei Aargau ist am Wochenende ausgeblieben. Wurde also alles richtig gemacht?

peter brühwiler / aargauer zeitung



Ein Artikel der

Dass es nicht zu Ausschreitungen kam, kann natürlich verschiedene Gründe haben. Einerseits war die Polizei mit einem Grossaufgebot aus insgesamt sieben Polizeikorps im Einsatz, was potenzielle Krawallmacher abgeschreckt haben mag.

Andererseits schienen die angereisten FCZ-Anhänger aber auch keine Konfrontation herbeiführen zu wollen. Statt Steine zu werfen, tranken sie auf dem Parkplatz der Kunsteisbahn neben dem Stadion, wo die Polizei sie eingekesselt hatte, Dosenbier und hörten Reggae-Musik.

Jene, die sich der Aufforderung der Polizei, das Gelände zu verlassen, widersetzten, wurden nach Spielbeginn am frühen Samstagabend gruppenweise in Kleintransportern abgeführt. Insgesamt nahm die Polizei vor dem Stadion und am Bahnhof Aarau gegen 300 Personen in Gewahrsam, wie Polizeisprecher Roland Pfister sagt.

Personen werden von Polizisten in Vollmontur kontrolliert und verhaftet, vor dem Fussballspiel der Super League zwischen dem FC Aarau und dem FC Zuerich, am Samstag, 25. April 2015, in Aarau. In der Stadt Aarau steht eine Konfrontation zwischen den ausgesperrten Fans des FC Zuerich und der Polizei bevor. Die ersten Mitglieder der Zuercher Suedkurve sind bereits vor dem Bruegglifeld in Aarau. Auch die Polizei ist praesent. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Rund 300 Personen wurden abgeführt. Bild: KEYSTONE

Die Fans hätten maximal 24 Stunden festgehalten werden können. Die letzten von ihnen seien aber noch am selben Abend um 22 Uhr wieder entlassen und entweder zu ihren Autos oder zum Bahnhof eskortiert worden, so Pfister.

Also alles richtig gemacht? 

Ja, meint FDP-Grossrat Thierry Burkart: «Ich kann der Polizei und auch dem Justizdirektor Urs Hofmann nur Komplimente machen.» Der Entscheid der Behörden, keine Gästefans zuzulassen, könne durchaus als Muster für künftige kritische Begegnungen dienen, findet er. «Als Staat kann man nicht einfach nur zuschauen und muss irgendwann auch zu drastischen Mitteln greifen.» Zu den Kosten des Einsatzes macht die Polizei keine Angaben.

Dass diese ziemlich hoch waren, ist aber auch Burkart klar. Der Politiker hofft jedoch, dass die Sicherheitskosten dank der aussergewöhnlichen Massnahme langfristig sinken – «weil die Vereine und Fangruppierungen intern jetzt für mehr Ordnung sorgen werden». Bisher, so sein Eindruck, «haben nicht alle den Willen, gegen die gewaltbereiten Fans vorzugehen».

Etwas kritischer zum Vorgehen der Polizei äussert sich Burkarts Parteikollegin Jeanine Glarner. Es sei grundsätzlich problematisch, die Freiheit wegen Sicherheitsbedenken einzuschränken. Glarner geht aber davon aus, «dass der Entscheid gefällt wurde, weil die öffentliche Sicherheit akut gefährdet war» und kann ihn deshalb auch nachvollziehen.

Sicherheitspersonal bewacht den Zugang zum Fansektor der Gaestefans, vor dem Fussballspiel der Super League zwischen dem FC Aarau und dem FC Zuerich, am Samstag, 25. April 2015, in Aarau. Die Aargauer Polizei hat am Samstagnachmittag rund 200 Anhaenger des FC Zuerich vor dem Stadion Bruegglifeld in Aarau eingekesselt. Ein Teil dieser Fans hat inzwischen eingesehen, dass sie nicht zum Spiel des FC Aarau gegen den FC Zuerich ins Stadion gelassen werden. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Leere Ränge im Brügglifeld: Kein Dauerzustand. Bild: KEYSTONE

Von Justizdirektor Hofmann erhofft sie sich an der heutigen Sitzung der Sicherheitskommission des Grossen Rats genauere Auskünfte darüber, wie der Entscheid zustande kam. Dass das Instrument «Gästesektor-Sperrung» Schule macht, hofft sie nicht: «Es wäre nicht im Interesse des Fussballs und der Freiheit im Besonderen.»

Zu seinem nächsten Heimspiel empfängt der FCA am 3. Mai den FC Luzern. Wiederum ohne Gästefans? «Jedes Spiel wird neu beurteilt», sagt Pfister dazu. «Die Sperrung des Gästesektors ist jetzt aber sicher kein Dauerzustand.»

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Aarau FCA-FCZ

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tom Garret 27.04.2015 09:28
    Highlight Highlight Ich denke man sollte ab jetzt Strassen sperren auf denen Betrunkene Fahrer entdeckt wurden. Auch sollte man generell das Töff fahren an Wochenenden verbieten da es gewalttätige Motorradclubs gibt. Auch gab es an einem Bahnhof eine Schlägerei am Samstag Abend, ich denke von nun an sollte man den Bahnhof Samstags abriegeln damit das nicht mehr passiert. Was für eine kranke Welt... Man kann Krawall und Hooliganismus genau so ausrotten/verhindern wie Morde, Diebstähle, Vergewaltigung, Betrug oder andere Straftaten. Warum kann man hier nicht einfach wie sonst nach Tätern fahnden und sie bestrafen?
  • Admiral Adonis 27.04.2015 09:28
    Highlight Highlight Dieser «grandiose» Polizei-Einsatz wird sicher das eine oder andere gekostet haben. Wer zahlt das? Der FC Aarau? Kein Problem, der schwimmt ja in Geld …
    • Tom Garret 27.04.2015 09:51
      Highlight Highlight Jep, wird dem FC Aarau in Rechnung gestellt. Genau DEM FC Aarau dem man verboten hat Tickets an Auswärtsfans zu verkaufen und der den Vorverkauf Zwei Tage vor dem Spiel stoppen musste und auch keine Tageskasse führen durfte. Aber der Grossteil der Wutbürger wollte das so, man hat das Konkordat mit grosser Mehrheit angenommen.
    • Lagovai 27.04.2015 15:43
      Highlight Highlight Hat man im Kt. Aargau überhaupt das Referendum gegen das Konkordat in Anspruch genommen?
  • Zwiebelbrot 27.04.2015 09:12
    Highlight Highlight Egal was passiert wäre, die Polizei hätte von einem Erfolg gesprochen. Die SK haben das einzig richtige gemacht. Trotzdem angereist um ein Zeichen zu setzten, aber dabei kein bisschen negativ aufgefallen. Chapeau, und das als Basler.
    • stiberium 27.04.2015 09:56
      Highlight Highlight Schade dass es dafür zuerst eine Sektorsperrung und ein Grossaufgebot braucht.
  • Coach Cpt. Blaze 27.04.2015 08:18
    Highlight Highlight Fans, darunter Familienväter und Kinder sowie andere Personen, die nichts (!!) mit Fussball am Hut habe, werden abgeführt und 5-6 Stunden auf engstem Raum eingesperrt, obwohl sie nichts getan haben. Ich hoffe definitiv, dass dieses System keine Schule macht! Eine Frechheit was sich da abgespielt hat. Ausser Steuergeldverschwendung und Machtdemonstration erkenne ich hier keinen Nutzen.
    • stiberium 27.04.2015 10:04
      Highlight Highlight Es ging allein um die Machtdemonstration. Den Fussballfans musste mal wieder aufgezeigt werden wer am längeren Hebel hockt und dass sie nicht zurückschreckt wegen ein paar wenigen zu drastischen Mitteln zu greifen.
    • Tom Garret 27.04.2015 10:41
      Highlight Highlight Die Polizei sollte nie ein "Zeichen setzen" oder eine Machtdemonstration durchführen. Dazu ist sie nicht da, das ist Missbrauch der vom Staat gegebenen Macht.
    • stiberium 27.04.2015 10:59
      Highlight Highlight Und am 1. Mai? Marschieren da nicht auch mehrheitlich friedliche Demonstranten? Wegen ein paar wenigen Idioten, welche in der Vergangenheit mit Randalen und Sachbeschädigung negativ aufgefallen sind gibt es jeweils ein riesiges Polizeiaufgebot.
      Ich als Staat würde genauso handeln. Es muss ja nicht immer zuerst etwas schlimmes passieren bevor er eingreift. Reden ja sowieso immer alle von Prävention hier, Prävention dort...
    Weitere Antworten anzeigen
  • samy4me 27.04.2015 08:16
    Highlight Highlight Na logisch muss dieser wahnwitzige Einsatz nun als Erfolg verkauft werden. Dass es am Ende friedlich geblieben ist, ist aber letztlich auch den Fans zu verdanken. Gewinner gibt es nach diesem Vorgehen aber bestimmt keine, vor allem der Rechtsstaat Schweiz hat an diesem Samstag verloren. Was da seitens Polizei abgegangen ist (Hubschrauber, Grosseinsatz, Festnahmen, Gefangenen Transport) übertrifft meiner Meinung nach jede Keilerei zwischen zwei Fangruppen.... Wenn jetzt nicht eine Lösung gefunden wird endet diese Szenerie nicht schön, noch einmal spielen die Fans dieses Spielchen nicht mit - garantiert.

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