Trotz Sparpaket: HSG-Professoren winkt eine klare Lohnerhöhung
Die Universität St.Gallen (HSG) plant, die Löhne ihrer rund 100 ordentlichen Professorinnen und Professoren deutlich zu erhöhen. Wie eine Recherche des «St. Galler Tagblatt» zeigt, soll ihnen ein neuer Maximallohn von 300'000 winken – eine Lohnerhöhung von mehr als 20 Prozent. Bislang lag der Maximallohn bei 235’000 Franken.
Der Zeitpunkt der Lohnerhöhung überrascht: Kürzlich hat der St.Galler Kantonsrat entschieden, dass die HSG ab 2028 jedes Jahr 7,2 Millionen Franken einsparen muss. Dabei sollen die Anzahl Studierender mittelfristig bei 9500 stabilisiert oder die Studiengebühren an die Teuerung angepasst werden.
Dass trotz Sparmassnahmen die Löhne der Professoren erhöht werden sollen – im Gegensatz zu denjenigen der anderen rund 1700 Mitarbeitenden der Hochschule – begründet die HSG mit der Wettbewerbsfähigkeit. So seien die Löhne der Professoren an der HSG tiefer als diejenigen an anderen privaten Spitzenuniversitäten in Paris, Mailand oder Frankfurt. Bereits im August 2027 soll ein Teil der Revision des Personalreglements, in welchem die neue Entlöhnung des wissenschaftlich-akademischen Personals geregelt werden soll.
Die HSG hat gegenüber dem «St. Galler Tagblatt» die Stossrichtung bestätigt. Man wolle dadurch «die Exzellenz der HSG in Zukunft nicht nur zu gewährleisten, sondern weiter auszubauen», lässt die Hochschule verlauten. Dazu wolle man nicht nur mit den besten Studierenden, sondern auch mit herausragende Dozierende werben können.
Die konkreten Zahlen zur Lohnerhöhung bestätigt die HSG derweil nicht. Es sei noch nichts entschieden, so die Hochschule. So gebe es weitere Optionen, um die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern – etwa Freisemester oder den Einkauf in die Pensionskasse.
Wie das «St. Galler Tagblatt» weiter schreibt, stossen diese Pläne an der HSG auch auf Unverständnis. Vor allem, weil nur wenige von diesen Plänen profitieren. Die ständigen Dozierenden im akademischen Mittelbau behalten nicht nur den gleichen Lohn von maximal 175'000 Franken wie bisher, sondern haben auch zwei zusätzliche Wochenlektionen aufgebrummt bekommen.
Diese wachsende Kluft zwischen den Angestellten sei «stossend», so ein Professor gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Auch andere bemängeln die Pläne der Uni-Spitze. Die Rede ist von einem Klima der «resignativen Ruhe». Und eine andere Quelle sagt: «Es mangelt an internen Gegengewichten.»
HSG-Rektor Manuel Ammann bestreitet die Vorwürfe. Er sagt gegenüber dem «St. Galler Tagblatt», der Mittelbau sei nicht übergangen worden. Dieser sei bei der Sitzung vertreten gewesen, in welcher der Beschluss zur Erhöhung der Wochenstunden beschlossen wurde, und habe diesen zur Kenntnis genommen. (dab)
