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Jetzt also doch: Autobahn-Vignette soll deutlich teurer werden – die Kantone finden's gut

Autobahn-Vignette 2015: Wird sie bald 30 Franken teurer?
Autobahn-Vignette 2015: Wird sie bald 30 Franken teurer?Bild: KEYSTONE

Jetzt also doch: Autobahn-Vignette soll deutlich teurer werden – die Kantone finden's gut

10.07.2015, 06:3310.07.2015, 11:42

Zwei Jahre nachdem das Volk eine Verteuerung der Vignette klar abgeschmettert hat, könnten die Gebühren nun doch erhöht werden. Die Verkehrskommission des Ständerats hat letzte Woche vorgeschlagen, den Preis für die Autobahnvignette von heute 40 auf 70 Franken pro Jahr zu erhöhen. Das Geld soll es dem Bund ermöglichen, das Nationalstrassennetz um 400 Kilometer zu erweitern. 

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Der «Tages-Anzeiger» berichtet am Freitag von mehrheitlich positiven Reaktionen auf die Idee der Ständeräte – kein Wunder: Schliesslich könnten die Kantone millionenschwere Kosten für Bau, Unterhalt und Betrieb der Strassen sparen. So hofft der Zuger SVP-Regierungsrat Heinz Tännler, der Bund werde Grossprojekte wie den geplanten Hirzeltunnel realisieren. CVP-Staatsrat Jacques Melly (Wallis) sagt, der Bund würde so einen Beitrag an die Randregionen leisten. 

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Gemäss «Tages-Anzeiger» würde (neben den Autoverbänden, die sich gegen jegliche Verteuerungen aussprechen) nur der Aargau Kritik am Vorschlag üben. Regierungsrat Stephan Attiger (FDP) hielte es für sinnvoller, statt die Vignette zu verteuern künftig mehr Geld aus den Einnahmen der Mineralölsteuer in Verkehrsprojekte fliessen zu lassen. (dwi)

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Als die Linke die Zuwanderung stoppen wollte
In den 1960er-Jahren wachsen Bevölkerung und Wirtschaft in der Schweiz so stark wie nie zuvor – auch durch die vielen ausländischen Arbeitskräfte, ohne die der beispiellose Wirtschaftsboom nicht möglich wäre. Gleichzeitig breitet sich die Angst vor «Überfremdung» aus. Mit der Forderung nach einer Begrenzung der Zuwanderung greift der Schweizerische Gewerkschaftsbund diese Stimmung auf und prägt die politische Debatte nachhaltig.
«Man hat sogar ein neues Wort geprägt – Überfremdung [inforestieramento]!», schreibt die Gazzetta Ticinese am 22. Februar 1965 irritiert. Im Gegensatz zur italienischen ist der Begriff in der deutschen Schweiz keineswegs neu, doch erlebt er wie die Schweizer Wirtschaft in der Nachkriegszeit eine Hochkonjunktur. Die vom Wirtschaftswachstum angetriebene Zuwanderung hat zusammen mit dem Babyboom zum grössten bisherigen Bevölkerungswachstum in der Schweiz geführt. Mitte der 1960er-Jahre leben ungefähr 5,8 Millionen Menschen im Land.
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