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Bild: EPA

Rakete mit Schweizer Weltraumteleskop Cheops ist gestartet

18.12.2019, 10:0018.12.2019, 12:35

Beim zweiten Anlauf hat es geklappt: Am Mittwochmorgen ist das Schweizer Weltraumteleskop «Cheops» zu seiner Mission aufgebrochen. Eine Sojus-Fregat-Rakete mit dem Teleskop an Bord hob um 5.54 Uhr Ortszeit in Kourou, Französisch-Guayana ab.

Unter tosendem Lärm und mit gleissend hellem Schweif in der Dunkelheit machte sich die Sojus-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou auf den Weg in den Orbit. Als erstes wird sie die Hauptlast, einen Erdbeobachtungssatelliten namens Cosmo-Skymed in der Erdumlaufbahn abladen. Nach zwei Stunden und 23 Minuten ist Cheops an der Reihe. Erst wenn die Abkopplung bestätigt wurde, können die Beteiligten der Cheops-Mission aufatmen.

Der Start war zunächst auf Dienstagmorgen angesetzt, musste aber aufgrund einer fehlerhaften Komponente in der Raketen-Oberstufe verschoben werden. Das defekte Teil, das nicht näher definiert wurde, sei ausgetauscht worden, hiess es von Arianespace, dem Unternehmen, das den Start verantwortet. Es gab grünes Licht, die Startprozedur erneut zu beginnen, die Rakete erneut zu betanken und alle Checks durchzuführen.

Cheops (für Characterising Exoplanets Satellite) ist die erste ESA-Mission unter Schweizer Leitung und das erste Schweizer Weltraumteleskop. Entwickelt und gebaut wurde es unter der Leitung von Willy Benz von der Universität Bern. Die ursprüngliche Idee für die Mission stammt von Didier Queloz, der 1995 zusammen mit Michel Mayor den ersten Exoplaneten entdeckte. Die beiden Astronomen der Uni Genf erhielten für ihre Entdeckung vor wenigen Tagen den Nobelpreis in Physik 2019.

Cheops soll bereits bekannte Exoplaneten genauer studieren und läutet damit eine neue Epoche in der Exoplanetenforschung ein. Bisherige Missionen sind darauf ausgelegt, neue Exoplaneten aufzuspüren.

Das Schweizer Weltraumteleskop soll die genaue Grösse und Beschaffenheit von Planeten bei Sternen in unserer kosmischen Nachbarschaft bestimmen, also ob es sich um Gas- oder Gesteinsplaneten handelt, oder auch solche, die von tiefen Ozeanen bedeckt sind. Damit liefert Cheops auch vielversprechende Kandidaten für noch genauere Untersuchungen durch zukünftige Missionen. Dahinter steht die Frage, unter welchen Bedingungen sich Sonnensysteme wie unseres bilden können - mit lebensfreundlichen Planeten.

Im Laufe von 3,5 Jahren oder länger wollen die Forschenden Cheops auf mehrere hundert helle Sterne mit Planeten richten. Bevor es losgeht muss das Weltraumteleskop allerdings erst eine Reihe von Tests durchlaufen, ob alle Systeme funktionieren und den Erwartungen entsprechen. Das soll etwa drei Monate dauern. (sda)

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quelle: watson/keystone
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