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Warum Philipp und Sarah, wenn auch Francis und Khaleesi möglich ist?
Warum Philipp und Sarah, wenn auch Francis und Khaleesi möglich ist?Bild: shutterstock/watson

«Khaleesi und Francis, chömet cho ässe!» 2014 haben noch mehr Schweizer Eltern ihre Kinder nach Serien-Stars benannt

Gemäss einer Studie benennen zahlreiche Briten ihre Kinder nach Figuren aus «Game of Thrones». Die neusten Zahlen aus der Schweiz zeigen: Wir ticken ganz genauso! Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass wir uns bei der Namensgebung vom TV beeinflussen lassen.
31.08.2015, 08:2701.09.2015, 06:24

«Wer sein Baby nach einer ‹Game of Thrones›-Figur benennt, liegt total im Trend!» Diese Schlagzeile wanderte kürzlich durch die britische Presse. In der soeben aktualisierten Version der Vornamen-Datenbank, die vom Bundesamt für Statistik geführt wird, sind nun auch jene Babynamen aufgeführt, die im Jahr 2014 in der Schweiz vergeben wurden. Und es zeigt sich: Der «Game of Thrones»-Trend kommt jetzt auch hierzulande so richtig ins Rollen!

Doch das ist nur eine von 6 amerikanischen Serien, die uns bei der Namensgebung beeinflussen – wie unser Listicle zeigt.

1. «Game of Thrones»

Ihr richtiger Name ist Daenerys, Schweizer Eltern machen aber lieber aus ihrem Titel – nämlich Khaleesi – einen Vornamen.
Ihr richtiger Name ist Daenerys, Schweizer Eltern machen aber lieber aus ihrem Titel – nämlich Khaleesi – einen Vornamen.Bild: AP HBO

Daenerys, Theon und Tyrion: Diese Namen sind den Schweizern wohl doch etwas zu abgefahren. Im Gegensatz zu den Briten hat hierzulande bisher noch niemand sein Kind so genannt. Doch zum Glück gibt die Serie «Game of Thrones» noch ein paar weitere Namen her, die zwar ebenfalls sehr ungewöhnlich – aber immerhin auch auszusprechen sind:

  • Beispielsweise der Mädchen-Name Sansa: Seit dem Jahr 1902 wurde dieser in der Schweiz genau dreimal vergeben, und zwar allesamt im Jahr 2013. Zufall? Wohl kaum!
  • Weiter geht's mit Arya: Dieser Name ist auch schon vor dem Serien-Start im Jahr 2011 ab und zu mal in der Schweiz aufgetaucht. Dass das beliebte TV-Format aber einen echten Arya-Trend ausgelöst hat, beweist die folgende Grafik:
bild: screenshot bfs
  • Als Nächstes widmen wir uns Khaleesi: Das ist zwar eigentlich nur der Titel der Figur Daenerys – bedeutet also sowas ähnliches wie «Königin» – das hält die Schweizerinnen und Schweizer jedoch nicht davon ab, ihr Kind so zu nennen. Tauchte Khaleesi zwischen 1902 und 2013 kein einziges Mal in der Datenbank auf, wurden im Jahr 2014 drei Mädchen so genannt.
  • Bei den Jungs-Namen macht sich der Einfluss der Serie ebenfalls bemerkbar. Zum Beispiel bei dem sehr seltenen Namen Bran: Dieser wurde zwischen 1902 und 2011 – also vor Erscheinen der Serie – lediglich dreimal vergeben. In den Jahren 2012, 2013 und 2014 ist je ein Bran dazugekommen. Die Häufigkeit des Namens in der Schweiz hat sich also spontan verdoppelt.
  • Der Name Jon ist nun nicht ganz so selten. Dass es seit dem «Game of Thrones»-Start aber wieder deutlich mehr Baby-Jons gibt, zeigt die folgende Grafik:
bild: screenshot bfs

2. «House of Cards»

Schweizer nennen ihre Söhne Francis – dank Kevin Spacey.
Schweizer nennen ihre Söhne Francis – dank Kevin Spacey.Bild: AP/Netflix

Die Serie «House of Cards» ist im Jahr 2013 an den Start gegangen. Kurz darauf ist der Hype dann auch in die Schweiz geschwappt. Dass Hauptdarsteller Kevin Spacey in seiner Rolle als Francis Schweizer Mütter und Väter bei der Namenauswahl für ihre Babys beeinflusst, lässt sich wohl nicht leugnen: Wurden in den Jahren 2011, 2012 und 2013 je drei beziehungsweise vier Jungs Francis genannt, waren es im Jahr 2014 plötzlich acht Stück

3. «Breaking Bad»

Wer würde seine Kinder nicht nach diesen beiden netten Herren benennen wollen?
Wer würde seine Kinder nicht nach diesen beiden netten Herren benennen wollen?

Die Serie «Breaking Bad» wurde im Jahr 2008 ins Leben gerufen – von 2009 bis Mitte 2011 wurden die ersten drei Staffeln im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt. Diese Zeit war wohl auch nötig, um hierzulande einen echten «Breaking Bad»-Hype auszulösen. Dass dieser im Jahr 2012 vollständig angekommen ist, zeigen die Zahlen aus der schweizerischen Vornamen-Datenbank: Denn sowohl Walter als auch Jesse erlebten genau dann einen Aufschwung.

Walter:

bild: screenshot bfs

Jesse:

bild: screenshot bfs

4. «The Walking Dead»

Rechts im Bild: «Lori» hält den kleinen «Carl» im Arm.
Rechts im Bild: «Lori» hält den kleinen «Carl» im Arm.Bild: AP AMC

Will man seine Kinder wirklich nach Darstellern einer Zombie-Serie benennen? Scheinbar schon! Warum sollten sonst die beiden Vornamen Carl und Glenn seit dem Jahr 2010 auf der Beliebtheitsskala spontan ein paar Stufen nach oben geklettert sein?

Carl:

bild: screenshot bfs

Glenn:

bild: screenshot bfs

Und auch der Mädchen-Name Lori, der über einen längeren Zeitraum betrachtet nicht sonderlich häufig in der Schweiz auftaucht, wurde im Jahr 2010 plötzlich viermal vergeben. Zwischen 2010 und 2014 sind insgesamt elf Schweizer Mädchen Lori genannt worden.

5. «Grey's Anatomy»

Die Helden in Hellblau haben die Schweizer ebenfalls angesteckt.
Die Helden in Hellblau haben die Schweizer ebenfalls angesteckt.

Die – vor allem bei Frauen – beliebte Ärzte-Serie «Grey's Anatomy» ist im Jahr 2005 an den Start gegangen. Bis heute werden neue Folgen produziert. Und auch dieser Hype ist in Sachen Baby-Namen nicht völlig an der Schweiz vorbei gegangen:

  • Der Vorname der Hauptperson Meredith ist in der Schweiz seit 1902 insgesamt 41-mal vergeben worden. Neun davon – also knapp ein Viertel – sind seit dem Start der Ärzte-Serie dazu gekommen.
  • Noch seltener ist der Mädchenname Callie: Lediglich 15-mal wurde dieser seit 1902 gezählt – 11 von diesen Callies sind im Jahr 2005 oder später auf die Welt gekommen.
  • Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Arizona: Denn dieser Name wurde seit 1902 ebenfalls 15-mal gezählt – 7 davon nach 2005.

6. «Friends»

Rachel (links) nennt ihr Kind Emma – und alle machen mit.
Rachel (links) nennt ihr Kind Emma – und alle machen mit.Bild: AP WARNER BROS

Als letzten untrüglichen Beweis dafür, wie sehr wir uns von TV-Serien beeinflussen lassen, wollen wir den Namen Emma etwas genauer unter die Lupe nehmen: In den 1920er-, 1930er- und 1940er-Jahre war dieser in der Schweiz schon einmal sehr beliebt. Dann ist die Emma-Kurve stark abgefallen, um Anfang der 2000-er Jahre wieder hochzuklettern.

bild: screenshot bfs

Was ist passiert? Ganz einfach! In der beliebten Serie «Friends», die im Jahr 1994 ihr Debüt gegeben hat, bekommt Hauptdarstellerin Rachel (Jennifer Aniston) in der 8. Staffel ein Baby. Und sie nennt es: Emma! Erstausstrahlung dieser Folge war am 16. Mai 2002, ein Jahr später kommt die Staffel auf DVD raus. Und schon ist die Emma-Welle losgetreten.

bild: screenshot bfs

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