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«Telegiornale»-Moderatorin Alessia Caldelari. Bild: SRF

SESSELTAUSCH «TAGESSCHAU» - «TELEGIORNALE»

Was uns die Tessiner Nachrichtensprecherin kostet

Heute Abend führt «Telegiornale»-Moderatorin Alessia Caldelari vom Tessiner Fernsehen RSI durch die «Tagesschau». Vier Fakten, die der geneigte Gebührenzahler über Quersubventionen zwischen den Sprachregionen wissen sollte. 

1. Deutschschweizer subventionieren das Tessiner SRG-Angebot massiv

Der im Gesetz festgeschriebene Integrations-Auftrag der SRG kostet die Deutschschweizer Gebührenzahler finanziell einiges. Sie stellen zwar rund 70 Prozent der Bevölkerung, kriegen für ihr deutschsprachiges SRG-Programm aber nur 45 Prozent der gesamten SRG-Mittel zur Verfügung gestellt. Die Tessiner mit lediglich 4,3 Prozent Bevölkerungsanteil kriegen für ihr Programm satte 21,8 Prozent des SRG-Budgets. 

Sprachregionales Austauschprogramm der SRG

2010 verlangte der Bündner Ständerat Theo Maissen (CVP) in einer Motion, dass die SRG zwecks besserer interkultureller Verständigung der Sprachregionen einen viersprachigen Kanal einrichtet und bespielt. Der Bundesrat wollte von Maissens Vorschlag nichts wissen, worauf das Parlament den Bundesrat verpflichtete, den Austausch zwischen den Sprachregionen im SRG-Programm zu verbessern. 

Der heutige Besuch der Tessiner Nachrichtenmoderatorin Alessia Caldelari im Studio der «Tagesschau» ist eine Folge dieses parlamentarischen Auftrags. Ihren Platz im «Telegiornale»-Studio wird heute SRF-Moderatorin Maureen Bailo einnehmen. Bereits letztes Jahr tauschten der «Tagesschau»-Moderator Urs Gredig vom SRF und Olivier Dominik von RTS die Sessel. (thi)

2. Tessiner SRG-Mitarbeiter sind am produktivsten

Dafür leisten die Tessiner SRG-Mitarbeiter von RSI auch was. Gemessen an den TV-Eigenproduktionen ist die Tessiner Regionalgesellschaft der SRG die effizienteste. Pro Mitarbeiter werden jährlich zwei Programmstunden Eigenproduktionen hergestellt und gesendet. Mehr als in allen anderen Regionalgesellschaften. 

3. Nur die Rätoromanen sind journalistisch besser betreut

Obwohl sie gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung sehr viel des gesamten SRG-Budgets benötigen, sind die Tessiner nicht die journalistisch bestversorgte Bevölkerungsgruppe der SchweizAuf 1000 Tessiner kommen nur 1,7 RSI-Mitarbeiter. Ein noch besseres Verhältnis haben die Rätoromanen. Auf 1000 rätoromanische Radio- und TV-Konsumenten kommen 3,5 Mitarbeiter von Radio Televisiun Svizra Rumantscha (RTR).



4. Die Menge macht's

Der Vergleich mit den beiden deutschen Sendeanstalten ARD und ZDF zeigt, dass die SRG ihr Programm ab einer gewissen kritischen Marktgrösse gleich günstig produzieren kann, wie die Öffentlich-Rechtlichen im umliegenden Ausland. Was ins Geld geht, ist der Service Public für die Sprachminderheiten, die das gleiche Programm erhalten, wie die Deutschschweizer Mehrheit. Da es kostenseitig keinen Unterscheid macht, ob man ein Programm für eine halbe Million oder fünf Millionen Zuschauer macht, steigt der Pro-Kopf-Preis des Programms, je weniger Zuschauer und Hörer ein Programm hat. So wendet SRF pro Deutschschweizer Zuschauer und Hörer 107 Franken auf. Ein Rätoromane kostet 513 Franken im Jahr.    

Anmerkung

Die statistischen Angaben halten einer strengen methodischen Prüfung nicht stand, sondern dienen der Veranschaulichung der Dimensionen des Finanzausgleichs der SRG. 

Die Mitarbeiter der Produktionsabteilung TPC sind in den Rechnungen nicht enthalten und die SRG weist die Mitarbeiter seit Einführung der Konvergenz nicht mehr einzeln nach Radio- oder TV-Abteilung aus. 

Als Basis der Pro-Kopf-Angaben dienen nicht die Bevölkerungszahlen der Deutschschweizer oder der welschen Kantone und des Tessins, sondern die Sprachgruppen innerhalb der Gesamtbevölkerung. Es gelten hier also alle italienisch-sprachigen Einwohner der Schweiz als Tessiner, alle französisch-sprechenden als Welsche und alle mit Muttersprache Deutsch als Deutschschweizer.  

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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 21.03.2014 07:23
    Highlight Highlight Wer eine Statistik so aufbaut, will aussagen, dass es finanziell nicht lohnt, für weniger Menschen ein sprachregionales Programm zu bieten. Und zwar bevor er die Statistik macht, weil das Ergebnis ja schon am Anfang fest steht. Was sollen wir jetzt damit?
    • Maurice Thiriet 21.03.2014 09:27
      Highlight Highlight Die Zahlen zeigen, dass es sich in finanzieller Hinsicht nicht lohnt. Das ist richtig. Aber es ist nicht die Aufgabe der SRG gewinnbringend und effizienzmaximierend zu arbeiten. Es ist der gesetzliche Auftrag, für alle den gleichen Service Public zu machen und so eine Klammer um die stets vom Auseinanderfallen bedrohte Willensnation Schweiz zu bilden.
  • goschi 20.03.2014 20:39
    Highlight Highlight Mir gefällt nicht, wie hier auf die anderen Sprachrgionen durch solche Beispiele heruntegeschaut wird.
    Die Mehrsprachigkeit, die Vielseitigkeit der Kulturen, das macht die Schweiz aus, dazu gehört eben auch die Pflicht, dass alle Sprachregionen mit einer gleichwertigen Qualität an Service public ausgestattet werden, ein hochwertiges TV- und radioprogramm gehört dazu.
    Oder wollen wir wirklich, dass sich unsere tessiner Landsmänner über die italienischen bunga-bunga-Sender informieren müssen?
  • Chaose 20.03.2014 16:39
    Highlight Highlight Die Grafik zu den "Betriebskosten pro Zuschauer/Hörer" sollten sich mal alle jene gut anschauen, die bei jeder Gelegenheit motzen, dass SRF so teuer sei, ja gar viiiiiiiiiiel teurer als im Ausland... NOT!

    Wir sind nun mal ein kleines Land und dazu noch eines mit vielen Minderheiten, die auch alle ihre Bedürfnisse haben. Das merkt man bei den Preisen im Laden - und halt auch bei der SRG. Für mich vollkommen okay.
    • JeMaBo 20.03.2014 18:04
      Highlight Highlight Teuer ja, aber wo bleibt die Qualität? Wenn Du schon das Ausland mit einbeziehst! Und zwar meine ich die Qualität in den Nachrichten, Regionale News und Spielfilme. Wegen mir müsste es die SRG nicht geben, die es noch nötig findet alle 20 Jahre den Namen zu ändern, was ebenso allgemein schadet!
    • svebu 20.03.2014 19:08
      Highlight Highlight viel schlimmer dass die srg rund 95% der billaggebühren erhält, und all die vielen kleinen radios & tvs um die existenz kämpfen müssen. bei nicht weniger qualität als im leutschenbach.
    • goschi 20.03.2014 20:36
      Highlight Highlight Ach bitte, also wo ist die Qualität in den Regionalen?
      Selbst die grössten, TeleZüri und TeleBärn fallen sichtbar ab in der Qualität.
      Abgesehen davon produziert die SRG durchaus ein qualitativ hochwertiges und über ein breites Spektrum gespanntes Programm, gerade betreffend Objektivität und Sachlichkeit übertrifft es die anderen deutschsprachigen Staatssender der Nachbarn problemlos.
    Weitere Antworten anzeigen
  • belzig 20.03.2014 16:11
    Highlight Highlight zu diesem Thema empfehle ich euch den Artikel von Kurt Zimmermann in der aktuellen Weltwoche "Schuss ins eigene Knie"
    • elivi 20.03.2014 18:03
      Highlight Highlight Weltwoche? Ne is eher nichts für mich ....
  • belzig 20.03.2014 16:01
    Highlight Highlight Gebühren ist gut, hahaaa mittlerweile eine 2. dir. Bundessteuer .

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