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In einem Küssnachter Wohngebiet klafft ein Erdloch – jetzt ist klar, warum



Zuerst Wasser und nun auch noch Sand: Rund ein Jahr nach dem Anstich für den bergmännischen Tunnel der Südumfahrung in Küssnacht mussten die Tunnelbauer die Arbeiten erneut unterbrechen. Eine Sandschicht hatte sich gesenkt. In der Erdoberfläche klafft nun ein Loch.

Mitte Juli war rund die Hälfte der 348 Meter Untertagebau des Tunnels Burg ausgebrochen, als ein unerwarteter Wasserzutritt die Arbeiter zwang, den Tunnelvortrieb einzustellen. Während der Abklärungen dazu, was gegen den Wasserzutritt unternommen werden kann, sollte der Tunnel als Herzstück der Umfahrung statt von Norden von Süden her vorgetrieben werden.

Ein Erdloch von rund fuenf Metern Durchmesser und acht Metern Tiefe in einem Wohnquartier in Kuessnacht, anlaesslich des Tunnelbau der Suedumfahrung in Kuessnacht am Donnerstag, 21. September 2017. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Das Sicherheitsverfahren hat sehr überraschend versagt. Bild: KEYSTONE

Keine Verletzten

Nun stocken auch da die Arbeiten, wie das Baudepartement Schwyz am Donnerstag mitteilte. Erst Anfang September waren die Arbeiten aufgenommen worden. Rund 18 Meter weit wurde gebohrt, als sich am Mittwoch über dem Vortrieb eine Sandlinse senkte. Dadurch entstand ein acht Meter tiefer Schlot mit einem Durchmesser von rund fünf Metern.

In der Erdoberfläche, einem Rasenplatz, klafft seither ein Loch, knapp zehn Meter von einem Mehrfamilienhaus entfernt. Die Bewohner des Hauses seien kurzfristig in Sicherheit gebracht worden. Verletzt worden sei niemand, führte Oberbauleiter Kurt Waber auf Nachfrage aus.

«Sehr überraschend versagt»

Es handle sich um einen sogenannten Tagbruch, sagte Waber: «Das ist ein grösserer Vorfall.» Das Sicherheitsverfahren habe sehr überraschend versagt, drei Meter neben der betroffenen Stelle habe man Erkundungsbohrungen gemacht. Waber gab zu Bedenken, dass man im Spezialtiefbau stets mit Modellen arbeite. Nun gelte es, die Sicherung anzupassen.

Die angrenzenden Liegenschaften und die neu gebaute Stützmauer wurden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die instabile Zone werde nun mit technischen Massnahmen verfestigt und als Vorsichtsmassnahme zusätzlich überwacht und vermessen. Das entstandene Loch könne anschliessend wieder aufgefüllt werden.

Der Vortrieb dürfte in zwei bis drei Wochen wieder aufgenommen werden, sagte Waber. Auch die Massnahmen gegen das eindringende Wasser auf der anderen Seite des Tunnels könnten wohl im Oktober umgesetzt werden, sodass im November die Tunnelbauer weiterarbeiten können. «Wir bewegen uns immer noch innerhalb des bewilligten Kredits.»

Ein Erdloch von rund fuenf Metern Durchmesser und acht Metern Tiefe in einem Wohnquartier in Kuessnacht, anlaesslich des Tunnelbau der Suedumfahrung in Kuessnacht am Donnerstag, 21. September 2017. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Die instabile Zone wird nun mit technischen Massnahmen verfestigt und als Vorsichtsmassnahme zusätzlich überwacht und vermessen. Bild: KEYSTONE

120 Millionen Franken

Die Südumfahrung Küssnacht wird als Hauptstrasse gebaut und total 1230 Meter lang sein. Die Kosten für die Strasse, die den Ort vom Durchgangsverkehr entlasten soll, werden auf 120 Millionen Franken veranschlagt. Bauherr der Südumfahrung ist der Kanton Schwyz.

Küssnacht hat seit 1972 eine Nordumfahrung, die das Dorfzentrum vom Verkehr in Richtung Luzern entlastet. Auf die Südumfahrung – die Entlastung vom Verkehr zu den Luzerner Seegemeinden an der Rigi-Südflanke – mussten die Küssnachter jahrzehntelang warten. Spatenstich war im Juni 2015.

Die Südumfahrung wird zusammen mit der Nordumfahrung in ein Gesamtverkehrssystem eingebunden. Zu diesem gehören weitere Strassenausbauten, aber auch eine Verkehrsberuhigung im Dorfkern und in den zentrumsnahen Quartieren. (whr/sda)

Häuser in Florida in einem Erdloch versunken

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • WilliMu 22.09.2017 11:54
    Highlight Highlight War etwa die "deutsche Ingenieurskunst" beteiligt, wie jene von Rastatt?
  • Nuka Cola 21.09.2017 18:49
    Highlight Highlight Da wird man schon doof gucken, wenn man am Abend nachhause kommt, und da mal einfach ein Loch klafft. - Müsst ich nicht haben.
  • Posersalami 21.09.2017 17:40
    Highlight Highlight «Sehr überraschend versagt»

    Da hat nix versagt, man kann halt nicht alle 10cm ein Loch bohren und nachsehen, wie der Boden ausschaut. Wir haben auch immer wieder Mehrkosten auf Baustellen weil der Boden partiell nicht so ist, wie man dachte und man dann zB. 10 Pfähle in den Boden rammen muss. Geologie ist keine exakte Wissenschaft! Ein guter Projektleiter plant da von Anfang an einen Puffer und Reserven ein.
  • Angelo C. 21.09.2017 17:00
    Highlight Highlight Da sieht man anschaulich, wie hier sowas ähnliches wie auch am Rastatter Bahngeleise, Beide im Zusammenhang mit Tunnelbauten, passieren konnte 🤔!

    Schwer demach, nur den Statikern und Ingenieuren den schwarzen Peter zuzuschieben....
    • zettie94 21.09.2017 17:46
      Highlight Highlight Rastatt ist überall möglich wo Tunnel gebaut werden. Das schlimme an Rastatt ist auch nicht die Absenkung an sich, sondern die Organisation. Nur ein Beispiel: Wenn die wichtigste Nord-Süd-Achse im Schienengüterverkehr untertunnelt wird, dann kann man doch nicht gleichzeitig die potentiell beste geeignete Umleitungsstrecke (Singen - Stuttgart) für Bauarbeiten sperren!
  • Hugo Wottaupott 21.09.2017 16:29
    Highlight Highlight Warum Löcher bohren? Besser die benutzen die vorhanden sind.
    • Schluch 22.09.2017 08:47
      Highlight Highlight Loch ist Loch, sagte der Koch..

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