Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Democratic presidential candidate Hillary Clinton listens as vice presidential candidate Sen. Tim Kaine, D-Va. speaks during a campaign event at the Taylor Allderdice High School, Saturday, Oct. 22, 2016, in Pittsburgh, Pa. (AP Photo/Mary Altaffer)

Wikileaks enthüllt: Hillary Clinton weiss bestens über die Schweiz Bescheid.  Bild: Mary Altaffer/AP/KEYSTONE

Weshalb Hillary Clinton von der Schweiz schwärmt 

Gehackte E-Mails auf der Enthüllungsplattform Wikileaks zeigen: Die Präsidentschaftskandidatin ist eine Anhängerin des Schweizer Gesundheitswesens.

lorenz honegger / schweiz am Sonntag



Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

Schokolade, Käse und Banken – dafür kennt man die Schweiz in den USA. Die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton ist noch aus einem ganz anderen Grund angetan von der Alpenrepublik: dem Gesundheitswesen.

Das zeigen kürzlich veröffentlichte Dokumente auf Wikileaks. Die Enthüllungsplattform hat in den vergangenen Wochen fast 20000 Seiten gehackter E-Mails von Clintons Wahlkampfleiter John Podesta ins Internet gestellt. Für besonders viel Aufsehen sorgten Ausschnitte aus ihren bezahlten Reden vor Wirtschaftsvertretern, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.

Bei einem Auftritt vor dem «Economic Club» der Stadt Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan sprach die Politikerin im Juli 2013 über das amerikanische Gesundheitswesen und kam in diesem Zusammenhang auch auf die Eidgenossenschaft zu sprechen: Clinton lobte, Staaten wie die Schweiz hätten nicht bloss eine Einheitskasse wie Kanada oder skandinavische Länder: «Sie haben gemischte Systeme mit sehr klaren Kontrollen über Budgets und Verantwortlichkeiten.»

In this photo taken Oct. 5, 2016 file photo, Hillary Clinton's campaign manager John Podesta speaks to members of the media outside Democratic presidential candidate Hillary Clinton's home in Washington. Hacked emails reveal internal disagreement among top Clinton aides about her determination to hold a Clinton Foundation summit in Morocco that later drew attention over its reliance on large donations from foreign governments.  (AP Photo/Andrew Harnik, File)

John Podesta: Weil seine Mails gehakt wurden, wissen wir jetzt, dass Hillary Clinton Fan des Schweizer Gesundheitswesens ist. Bild: Andrew Harnik/AP/KEYSTONE

Ein weiteres E-Mail aus Podestas E-Mail-Account offenbart, wie Clinton im Jahr 2007 davon schwärmte, dass in der Schweiz alle Bürger ein Minimum an Leistungen erhielten und je nach Wunsch Zusatzversicherungen abschliessen könnten. «Diese Systeme scheinen besser zu funktionieren (als rein staatliche Gesundheitssysteme; Anm. d. Red.), weil die Menschen eine Auswahl haben. Wir müssen auch in unserem Land Wahlmöglichkeiten aufrechterhalten, das ist Teil der amerikanischen Kultur

Alles begann mit «Hillarycare»

Auf den ersten Blick erstaunt es, dass eine amerikanische Präsidentschaftskandidatin derart profunde Kenntnisse vom Gesundheitswesen eines Landes mit acht Millionen Einwohnern hat.

Doch Gerold Stucki, Professor am Seminar für Gesundheitswissenschaften und Gesundheitspolitik der Universität Luzern, wiegelt ab: «Mich überrascht das überhaupt nicht.» Zu Beginn von Bill Clintons Präsidentschaft Anfang der 1990er-Jahre habe Hillary eine Task-Force geleitet – mit dem Ziel, eine Gesundheitsreform aufzugleisen. Dabei seien auch Systeme in Europa und Kanada diskutiert worden, so Stucki. Das als «Hillarycare» bekannt gewordene Reformprojekt scheiterte 1994 am Widerstand der Republikaner.

Der Gesundheitswissenschafter hält Clintons Aussagen zur Schweiz für präzis: «Die von ihr positiv erwähnte Kostenkontrolle besteht darin, dass der Bundesrat die Medikamentenpreise und Krankenkassenprämien reguliert.» Auch die Wahlmöglichkeiten bei der Grundversicherung – jedes Jahr kann zu einer günstigeren Versicherung gewechselt werden – habe Hillary Clinton «treffend beschrieben».

Former U.S. president Bill Clinton campaigns on behalf of his wife, Democratic U.S. presidential nominee Hillary Clinton, at Montgomery County Community College in Pennsylvania, October 18, 2016.  REUTERS/Dominick Reuter

Auch Bill Clinton ist Anhänger des Schweizer Gesundheitswesens. Bild: DOMINICK REUTER/REUTERS

Ein Blick in das Zeitungsarchiv zeigt, dass auch Hillarys Ehemann und Ex-Präsident Bill ein Anhänger des Schweizer Gesundheitswesens ist. 2010 sagte er am Rande des World Economic Forum in Davos gegenüber Journalisten der «Aargauer Zeitung» und der «Schweiz am Sonntag»: «Als Hillary und ich 1994 das US-Gesundheitssystem reformieren wollten, haben wir das Schweizer System genau angeschaut, es war in vielem unser Vorbild.»

Analyse

Das könnte dich auch interessieren:

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

21
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • vision27 24.10.2016 08:10
    Highlight Highlight Wieso Hillary ins Rampenlicht stellen? Sie hat so viel auf dem Kerbholz, dass man sicher nicht mehr mit gutem Gewissen hinter ihr stehen kann. Da ist mir Trump schon lieber!
  • atomschlaf 23.10.2016 12:57
    Highlight Highlight Das Schweizer Gesundheitswesen ist sicher nicht schlecht, aber teuer und offenbar auch wenig effizient.
    Da fragt es sich, was z.B. Singapur oder Hongkong anders oder besser machen.
    http://influence.ch/index.php?id=13&tx_pmxcontentcontainer_contentcontainer[item]=133

    Es stellt sich allerdings auch die Frage, ob ein Index der nur auf Lebenserwartung und Kosten bzw. Anteil der Kosten am BIP basiert, ein sinnvolles Bild ergibt.
  • dmark 23.10.2016 12:20
    Highlight Highlight Klar ist das Schweizer Gesundheitswesen gut. So gut, dass man u.a. zur Zahnbehandlung nach Deutschland geht.
  • saco97 23.10.2016 08:48
    Highlight Highlight Dass unser Gesundheitssystem das drittteuerste der Welt ist, kann ihr ja egal sein. Von den Profiten der Krankenkassen würde sie ja durch ihre Reden direkt profitieren. Dort kann sie dann ja über die schweizer Banken schwärmen.
    • trio 23.10.2016 09:15
      Highlight Highlight Unser Gesundheitssystem ist teuer, das stimmt. So wie alles in der Schweiz ;). Das amerikanische Gesundheitssystem ist meines Wissens nach aber noch teurer!
    • icarius 23.10.2016 10:09
      Highlight Highlight Naja das amerikanische ist das teuerste und bei weitem nicht das beste. Das preis/leistubgsverhältnis ist in der CH sicher besser. Also kein Wunder wenn ihr das besser gefällt.
    • rodolofo 23.10.2016 10:20
      Highlight Highlight Niää niää niää!
      Nörgel nörgel nörgel!
      Du schaust anscheinend zu viele "Kassensturz"- Sendungen.
      Im "Kassensturz" finden sie auch immer das Haar in der Suppe...
      Entweder sie reklamieren, dass ein Produkt zu teuer sei, oder dann reklamieren sie, dass das Personal schlecht bezahlt und ausgebeutet werde.
      "Der Fünfer und das Weggli" geht nun mal nicht!
      Wenn Du von Deiner Familie kostengünstig gepflegt werden willst, dann viel Spass mit Deiner komplett überforderten, aber eigenverantwortlich handelnden "Cowboy-Familie"!
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 23.10.2016 07:34
    Highlight Highlight DAS ist der Unterschied zum aufgeblasenen "Ballon Man" Trump:
    Hillary Clinton sucht nach Lösungen, indem sie zuerst forscht und sich ein Wissen erarbeitet!
    Und dabei sieht sie auch über den Rand des "Gossen Teichs" hinaus!
    Während Trump wahrscheinlich die Schweiz mit Schweden verwechselt, aber auch nicht weiss, wo Schweden liegt, und er demzufolge auch nicht weiss, wo er eine Atombombe abwerfen soll, um ein Problem aus der Welt zu schaffen, weiss also Hillary Clinton sehr genau Bescheid über unser Schweizer Gesundheitswesen!
    Das muss aber eine böse Frau sein, wenn die so viel weiss... ;)
    • dmark 23.10.2016 12:18
      Highlight Highlight Naja... China den Krieg erklären zu wollen, ist nicht gerade "ein Weg", welcher von Wissen begleitet ist, oder?
  • Pana 23.10.2016 05:44
    Highlight Highlight Herrlich. Herrlich. Was sagen jetzt die eidgenössischen Anti-Hillarys? Lol.
    • _kokolorix 23.10.2016 10:38
      Highlight Highlight Ohne mich als Antihillary zu bezeichnen, sage ich die hat keine Ahnung!
      Kostenkontrolle? Bei jährlich etwa 6% Kostensteigerung? Lol.
      Wahlfreiheit? Ich muss zwar das billigste Angebot nehmen, bin aber wegen der exorbitanten Franchise ruiniert wenn ich ernsthaft erkranke. Ausserdem muss ich zum Arzt der mir die KK vorschreibt...
      Freiheit ja, aber nur für die Reichen. Kein Wunder, dass das Hillary und Bill beeindruckt!
    • MarZ 23.10.2016 11:10
      Highlight Highlight @kokolorix: Wenn du wegen 2500 Franken ruiniert bist, würde ich mir mal ernsthaft Gedanken machen über deine Budgetplanung. Aber eben, keine Ahnung von Finanzen, aber besser wissen, wie das Gesundheitssystem organisiert sein sollte.
    • ch2mesro 23.10.2016 11:25
      Highlight Highlight kokolorix; mit den jährlichen prämien hast Du recht, der rest ha weder hand noch fuss. du musst weder die billigste kk noch die höchste franchise wählen. falls du ernsthaft krank würdest (was du hoffentlich nicht wirst) fährst du dann im vergleich zu den gesamtkosten einer behandlung immer noch gut...
    Weitere Antworten anzeigen

Eine halbe Million Menschen in der Schweiz denken an Suizid

541'000 Menschen in der Schweiz haben in den letzten zwei Wochen an Suizid gedacht. 200'000 haben schon einen Versuch gemacht, 33'000 in den letzten 12 Monaten. Seit 2012 stieg der Anteil an Menschen mit Suizidgedanken von 6.4 auf 7.8 Prozent.

Und die Dunkelziffer dürfte aus zwei Gründen hoch sein: Erstens basiert die Statistik des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) auf Daten der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB 2017), und bei Befragungen werden Auskünfte oft aus Scham …

Artikel lesen
Link zum Artikel