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Auch die Linken tricksen: Gewerkschaftsbund verzerrt Rentenalter-Grafik 



Das Inserat der SVP in der Pendlerzeitung 20 Minuten vor einem Monat hat hohe Wellen geschlagen. Aus medienethischer Sicht sei es bedenklich, die Front der meistgelesenen Zeitung des Landes für Wahlwerbung zu verkaufen, so die Kritik. 

Aber auch der Inhalt der SVP-Werbung selber wurde kritisiert. In der Statistik zum Ausländeranteil in der Schweiz operierten die SVP-Werbeleute mit rechnerischen und grafischen Tricks, um die Zahlen zu dramatisieren. 

Ein watson-Leser macht nun dem Gewerkschaftsbund SGB den gleichen Vorwurf: In der Grafik zu den Rentenalter-Positionen der grössten Parteien habe die Gewerkschaft selbige in eine Perspektive gezogen, die den Unterschied der bürgerlichen Positionen zu den linken Forderungen übertrieben darstelle, bemängelt watson-User M. Das Diagramm suggeriere, dass FDP, SVP und BDP ein massiv höheres Rentenalter befürworte als die beiden linken Parteien, SP und Grüne

SGB-Grafik

Bild

bild: screenshot/sgb

watson-User M. hat die angeblichen Positionen der Parteien in einem linearen Diagramm dargestellt. Dabei verlieren die Differenzen an Schärfe. 

Modifizierte User-Grafik

Bild

Bild: userinput

Ins gleiche Horn stiess GLP-Nationalratskandidat Jörg Mäder. Der Gewerkschaftsbund habe bei seiner Grafik die «Vorschläge der Parteien völlig überzeichnet», monierte Mäder auf Twitter

SGB-Mediensprecher Thomas Zimmermann räumt gegenüber watson ein, dass man bei der Darstellung sorgfältiger hätte arbeiten können. «Man kann uns vorwerfen, dass wir die Grafik aus praktischen Gründen verzerrt haben. Diese Kritik nehmen wir hin.» Aber: «Die Aussage der Grafik ist korrekt, wonach FDP, BDP, SVP und GLP mit ihren Automatismen Rentenalter 67 bis 69 wollen». Daran ändere auch die verzerrte Perspektive nichts.

Das SGB-Diagramm sorgte aber auch wegen der Berechnung der Rentenalter für Diskussionen. Insbesondere die SVP verwahrte sich gegen die Einschätzung der Gewerkschaften, wonach sie für ein einheitliches Rentenalter von 68 Jahren einstehe. «Die Behauptungen der SGB entbehren jeder Grundlage», sagte die stellvertretende Generalsekretärin Silvia Bär im Blick. Es gebe keine Stellungnahme der SVP, die ein Rentenalter 68 fordern würde.

Tatsächlich gibt die SVP in einem Positionspapier auf ihrer Website an, dass ein einheitliches Rentenalter von 65 Jahren fordert. Wie kommt nun der SGB auf die 68 Jahre? «Wir haben bei der Bewertung nicht nur die jeweiligen Positionspapiere der Parteien berücksichtigt, sondern auch Vernehmlassungsantworten, Medienmitteilungen und Vorstösse im Parlament», erklärt Zimmermann. Und da sei es matchentscheidend, dass die SVP in einem Vorstoss forderte, dass das Rentenalter automatisch dem AHV-Fonds angepasst werde. Aufgrund der höheren Lebenserwartung und der Weigerung der SVP, die AHV mittels einer Zusatzfinanzierung zu unterstützen, lande man so bei 68 Jahren. (wst)

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