Starke Gewitter sind am Mittwoch über die Schweiz gezogen und haben lokal für Überschwemmungen gesorgt. Im Raum St. Gallen drang Wasser in Häuser ein. Im Churer Rheintal waren mehrere Gemeinden ohne Strom. In Uetendorf BE brannte der Dachstock eines Zweifamilienhauses nach einem Blitzeinschlag aus. Verletzt wurde niemand.
Es gab Starkregen, Sturmböen und laut Meteoschweiz teils Hagelbrocken so gross wie Fünffrankenstücke. Bis am frühen Abend wurden über der Schweiz rund 48'000 Blitze gezählt, wie SRF Meteo berichtete. So sieht die Lage in den verschiedenen Regionen aus.
In mehreren Gemeinden im Churer Rheintal ist am frühen Mittwochabend während rund einer Stunde der Strom ausgefallen. Betroffen waren gegen 8500 Haushalte. Grund für den Ausfall war ein Blitzeinschlag in eine Stromleitung.
Der Blitz habe in eine oberirdische Leitung eingeschlagen, was zu einer Überspannung und dann zu einer Sicherheitsabschaltung geführt habe, sagte ein Sprecher der Energieversorgerin Repower auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Aktuell ziehen einige, teils heftige #Gewitter über die Schweiz. Hier ein paar eindrückliche Bilder aus Pontalier, Gersau und Balsthal. Neben #Hagel und Starkniederschlag gab es auch Sturmböen, mit 110 km/h die bislang kräftigste in Einsiedeln. 📸 Meteomeldung / App pic.twitter.com/qcHavbImQv
— MeteoSchweiz (@meteoschweiz) July 31, 2024
Vom Ausfall betroffen waren die Gemeinden Landquart, Jenins, Fläsch, Malans, Igis, Mastrils und Zizers. Der Strom fiel demnach ab ungefähr 17.50 Uhr aus. Spezialisten konnten danach die Störung beheben.
Viel Regen gab es etwa im Raum St. Gallen. Dort wurden 50 Millimeter in einer Stunde gemessen, davon 22 innert zehn Minuten. Wegen des Wetters wurden über 90 Notrufe bei der Polizei getätigt. Diese bot daraufhin mehrere Feuerwehren auf. Menschen berichteten demnach vor allem von grossen Wassermassen auf Strassen. Vereinzelt drang auch Wasser in Häuser ein.
Über verletzte Personen lagen zunächst keine Informationen vor, wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilte. Vom starken Gewitter waren neben der Stadt St.Gallen mehrere umliegende Gemeinden betroffen, vor allem im Raum Degersheim, Gossau, Wittenbach, Mörschwil und Rorschach. Das Unwetter zog in der Zeit von 18.00 bis 19.30 Uhr über die Region.
Im Thurgau warnte die Polizei vor Hochwasser in der Sitter und rief die Menschen via Warnapp Alertswiss dazu auf, das Gefahrengebiet zu verlassen.
Aber auch in der Innerschweiz schüttete es kräftig. In Oberiberg SZ wurden in einer Stunde 40 Millimeter gemessen, total rund 60 Millimeter. Stellenweise gab es schwere Sturmböen. In Einsiedeln SZ blies es mit 110 Kilometern pro Stunde.
Angaben zu grösseren Schäden lagen vorerst nicht vor. Es gab Berichte über umgeknickte Bäume, zeitweise überschwemmte Strassen und Plätze.
Das offizielle Fest zum 1. August mit Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider am Mittwoch in Rorschach SG ist wegen eines aufziehenden Gewitters kurzfristig abgesagt worden. Das Festzelt wurde geräumt, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete.
Die Absage sei aus Sicherheitsgründen erfolgt, sagte der Sicherheitschef der Stadt Rorschach. Mehrere Dutzend Personen verliessen daraufhin das Festgelände. Vor Ort regnete es stark und es war Donner zu hören. Die Rede der SP-Bundesrätin wäre für 19.00 Uhr geplant gewesen.
Die Rede von Baume-Schneider in Rorschach entfällt. Sie wird am Donnerstag in Saint-Pierre-de-Clages VS sprechen. In Rorschach hatte sich die Innenministerin zuvor an einem informellen Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern mehrerer Gemeinden getroffen, wie ein Sprecher ihres Departements erklärte.
In Uetendorf hat am Mittwochnachmittag ein Blitz in ein Zweifamilienhaus eingeschlagen und ein Feuer verursacht. Dabei brannte der Dachstock aus. Verletzt wurde niemand. Das Gebäude war gemäss der Polizei vorerst nicht mehr bewohnbar.
Die Polizei wurde kurz vor 15.55 Uhr über den Blitzeinschlag und das anschliessende Feuer in dem Haus am Meisenweg alarmiert, wie die Berner Kantonspolizei mitteilte. Als die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, schlugen Flammen aus dem Dach des Hauses.
Die Feuerwehr stand mit rund 64 Löschkräften im Einsatz. Sie brachten den Brand laut der Mitteilung rasch unter Kontrolle und konnten ihn löschen. Drei Erwachsene und zwei Kinder, die sich im Gebäude aufhielten, brachten sich selbständig im Freien in Sicherheit. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses fanden dank Privaten und der Gemeinde andernorts Unterschlupf.
Starke Gewitter haben am Mittwochnachmittag die Bergung eines Motorboots im Vierwaldstättersee verhindert. Das Boot war am Dienstagabend gesunken.
Zwischen dem Meggenhorn und Hertenstein wurde darauf eine Ölsperre eingerichtet, weil Treibstoff ausgelaufen war. Urs Wigger von der Luzerner Polizei bestätigte auf Anfrage eine Bericht von Pilatus Today und Tele 1. Warum das Boot sank, ist noch unklar.
Die fünf Personen auf dem Motorboot waren von einem anderen Schiff aufgenommen worden. Eine Person habe leichte Verletzungen erlitten, sagte Wigger. Die anderen blieben unversehrt.
Das gesunkene Boot konnte am Mittwoch geortet werden. Der erste Bergungsversuch scheiterte aber an den Wetterbedingungen, ein zweiter soll am Freitag folgen.
Das Grillfest am Nationalfeiertag könnte indes zur Lotterie werden: Zwar gibt es am 1. August sowohl im Unterland als auch in den Voralpen sonnige Abschnitte ohne Regen. Doch in der ganzen Schweiz kann es auch erneut zu Gewittern kommen, teils sogar schon am Morgen, wie SRF Meteo schreibt. Diese können durchaus auch erneut heftig ausfallen.
Doch die Regionen, die bei der Wetterlotterie Glück haben und trocken bleiben – was durchaus auch möglich ist –, dürfen sich auf einen angenehmen Nationalfeiertag freuen: Die Temperatur-Höchstwerte betragen zwischen 26 und 29 Grad, vereinzelt auch mehr. In Genf beispielsweise erwarten die Meteorologen bis zu 31 Grad.
(dab/sda/con)
Soviel zum Thema Berechenbarkeit, wenn die Schichten verbreitet geladen sind.