Schweiz
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Zu Putin nach Russland: Maurers nächste umstrittene Reise

Der Bundespräsident reist heute nach Russland, nachdem er in seinem Präsidialjahr zuvor schon die Machthaber Chinas und Saudi-Arabiens sowie Donald Trump getroffen hat. Seine Reisetätigkeit stösst auf Kritik – aber auch auf viel Lob.

Dominic Wirth / ch media



Filippo Lombardi, Staenderat CVP-TI, Gerhard Pfister, Parteipraesident CVP, Bundespraesident Ueli Maurer und Beat Walti, Fraktionspraesident FDP, von rechts, kurz vor Beginn der Von-Wattenwyl-Gespraeche, am Freitag, 15. November 2019 in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Bundespräsident Ueli Maurer ist viel unterwegs. Bild: KEYSTONE

Schon heute geht es los für Ueli Maurer: Der Bundespräsident bricht auf in Richtung Russland. Dort wird er am Donnerstag Wladimir Putin treffen. Laut dem Finanzdepartement wird Maurer mit dem russischen Präsidenten über die Konflikte in der Ostukraine, Syrien und im Südkaukaskus sprechen. Und natürlich wird es auch um die wirtschaftlichen Beziehungen gehen. Das Land belegt auf der Liste der wichtigsten Schweizer Handelspartner den 25. Platz.

Der Besuch beim russischen Autokraten Putin ist eine weitere grosse Auslandreise in Maurers Präsidialjahr – und es ist nicht die erste mit brisantem Ziel. Der Zürcher hat das Jahr - wie für Bundespräsidenten üblich - mit einem Staatsbesuch in Österreich begonnen. Seither hat er sich unter anderem mit Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump getroffen. Im Oktober reiste er nach Saudi-Arabien, jenes Land, dass nach der Ermordung des regimekritischen Journalisten Jamal Khashoggi international in Verruf geraten war. Und jetzt also Putin.

Viel Lob für Maurer von bürgerlichen Aussenpolitikern

Bei Aussenpolitikern kommt Maurers Reiseverhalten als Bundespräsident unterschiedlich an. Claudia Friedl von der SP findet, dass der SVP-Bundesrat vor allem die grossen Machthaber getroffen hat - dabei aber eines «völlig vernachlässigt» habe: Die EU und die Staaten Europas. Auch kritisiert Friedl, dass Maurer seine Reisen zu den umstrittenen Herrschern dieser Welt zu wenig dafür genutzt hat, um sich für Menschen- und Völkerrechte einzusetzen. «Etwas kurz anzusprechen, aber dann lächelnd für das Gruppenfoto zu posieren - das ist mir als Botschaft zu dürftig», sagt die St. Gallerin.

epa04079237 Russian President Vladimir Putin (r) and Swiss Federal Councillor Ueli Maurer during Putin's visit at the House of Switzerland, HoS, in the Olympic Park at the Sochi 2014 Olympic Games, in Sochi, Russia, on Saturday, February 15, 2014.  EPA/LAURENT GILLIERON

Ueli Maurer und Wladimir Putin sind sich auch während den Olympischen Spielen 2014 in Sotchi begegnet. Bild: EPA/KEYSTONE

Im bürgerlichen Lager erhält Maurer bessere Noten. Elisabeth Schneider-Schneiter, die Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats, sagt, Maurer mache «einen guten Job». Das gilt für die CVP-Nationalrätin in mehrfacher Hinsicht. So habe Maurer es nicht nur geschafft, hochrangige Staatschefs aus der ganzen Welt - neben China, den USA und Russland etwa auch aus Indien und Japan - zu treffen. Die Baselbieterin attestiert ihm auch, dabei stets eine «klare Agenda» verfolgt zu haben. «Und es ging ihm dabei keineswegs nur um die Wirtschaftspolitik, sondern auch um die Guten Dienste der Schweiz in der Friedenspolitik», sagt sie. «Ich bin sehr froh, dass auch ein SVP-Bundesrat die internationale Vernetzung der Schweiz pflegt und wo nötig ausbaut», so Schneider-Schneiter. (aargauerzeitung.ch)

So tickt Putin – privat wie politisch

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Quacksalber 20.11.2019 15:24
    Highlight Highlight Er könnte die Krim- und die Donbasannexion der Russen anerkennen. Damit wäre er einmal schneller als sein oranges Vorbild.
  • SR 210 20.11.2019 13:58
    Highlight Highlight Nur so zur Vollständigkeit, hier noch sämtliche Auslandsreisen von Maurer als Bundespräsident in chronologischer Reihenfolge:

    Österreich
    Lichtenstein
    USA (Treffen IWF und Weltbank)
    China
    Finland
    Polen
    USA (2) (Trump + CNN Interview)
    Österreich (2) (Treffen von deutschsprachigen Staatsoberhäupter)
    Japan
    Luxemburg (Treffen von deutschsprachigen Finanzminister)
    USA (3) (UNO Vollversammlung)
    USA (4) (Treffen IWF und Weltbank)
    VAE
    Saudi Arabien
    Belgien (Treffen von EU/EFTA Finanz- und Wirtschaftsminister)
    Russland

    Meines Wissen nach kamen die "unspektakulären" einfach nicht in die Medien.
  • Hasenauer Irina 20.11.2019 12:57
    Highlight Highlight Schweiz profitiert ganz gut an der russischen Markt, wo es Handelsumfang unter Sanktionen mit EU deutlich gestiegen sind. In jeder Kleinstadt in Russland wird schweizer Käse verkauft und die Uhrenindustrie hat ihr Hauptgewinn in Russland. Schweiz kann durch die Freundschaft mit Russland nur profitieren.
  • FITO 20.11.2019 10:30
    Highlight Highlight Ueli's letzte Station auf seiner Tour de Potentat, oder gibt es noch offene Termine bei Erdogan oder sonst jemandem?
    Aber dann immer schön identifizieren beim Eintritt in den russischen Luftraum, sonst gibt es nächstes Jahr Vakanzen im Bundesrat.
  • Cerulean 20.11.2019 10:27
    Highlight Highlight Man könnte schon meinen, Maurer spielt Despoten-Bingo.

    Natürlich, als neutrales Land, sollte man schon mit allen im Gespräch sein. Nur bezweifle ich, dass Maurer die heiklen Themen auch wehement zur Sprache bringt. Da werden wohl - wie üblich - die Menschenrechte am Altar der Wirtschaft geopfert.

    Ausserdem sind Maurers Reisen schon etwas einseitig - oder Besuche bei unseren Europäischen Verbündeten schaffen‘s einfach nicht in die Presse 🤔
  • laska 20.11.2019 10:15
    Highlight Highlight Dass sich unser Bundespräsident mit den mächtigen, teils umstrittenen Führern dieser Welt trifft, finde ich absolut richtig. Schade dagegen ist, dass er seiner mangelnden Englischkenntnisse wegen dabei kaum Spontanes und Persönliches einbringen kann.
    • Ökonometriker 20.11.2019 11:31
      Highlight Highlight Putin spricht zum Glück für den Ueli sehr gut Deutsch
  • Team Insomnia 20.11.2019 09:54
    Highlight Highlight Der hat doch einen am Sender.
    Schön den Bückling machen...
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 20.11.2019 09:34
    Highlight Highlight Ist ja nicht schlimm, ich finde die Schweiz soll in jedem Land mal ein Besuch abstatten, nur mal die Lage abchecken und Hallo sagen. Gehört doch zur Friedensförderung.

    Nächstes Jahr auf zum Kim mit einem Fondue in der Tasche.
  • Tjuck 20.11.2019 09:19
    Highlight Highlight Von Oligarch zu Oligarch. Toller Rundumschlag von Maurer. Für gewisse Dinge hat er eben Lust, für andere weniger.
    • Flötist 20.11.2019 09:57
      Highlight Highlight Wie wir alle.
  • Ligno 20.11.2019 09:11
    Highlight Highlight Die Beziehungspflege mit China, Russland, USA in Ehren, aber sollte die Schweiz derzeit nicht eher die Beziehungen zu den europäischen Ländern pflegen? Meines Wissens gibt es da noch einige Probleme zu lösen.
  • Garyx 20.11.2019 08:58
    Highlight Highlight Obwohl ich politisch ganz anders als Ueli Maurer denke, finde ich, dass er mit seiner Vernetzungstätigkeit einen wirklich guten Job macht.
    • rodolofo 21.11.2019 20:23
      Highlight Highlight Er vernetzt für die Spinne.
  • Ökonometriker 20.11.2019 08:22
    Highlight Highlight Ob Trump jetzt ein so viel besserer Mensch als die Machthaber anderer Länder ist, wage ich zu bezweifeln. Als neutrales Land sollten wir im Austausch mit allen stehen. Und als Advokaten der Menschenwürde versuchen, in jedem Land diese zu verbessern. Egal, wie dort die Ausgangslage ist.
    • mrmikech 20.11.2019 08:31
      Highlight Highlight Leider ist die Schweiz nicht neutral.
    • Doppelpass 20.11.2019 08:53
      Highlight Highlight Denkst Du, dass Maurer als Advokat der Menschenwürde auftritt?
    • Sandro Lightwood 20.11.2019 08:54
      Highlight Highlight Dann müsste man diese Themen aber vielleicht auch mal ansprechen. Für Maurer aber jeweils kein Thema. Siehe Saudi Arabien, gemäss Maurer ist ja ja alles geklärt und OK.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ZackZackZack3+3- 20.11.2019 08:10
    Highlight Highlight Putin muss kein Lanyard tragen?
  • Walter Sahli 20.11.2019 08:04
    Highlight Highlight Hoffentlich sagt ihm jemand, dass er nicht Russisch kann. Sonst gibt er noch ein Interview auf RT.
    • Heini Hemmi 20.11.2019 13:25
      Highlight Highlight 😂😂😂
  • wasps 20.11.2019 07:23
    Highlight Highlight Kann er ja auch machen. Wenn er die Eier hätte und die Despoten auf die Menschenrechtsverletzungen in ihren Ländern ansprechen würde. Aber das ist halt nicht gut fürs Business.
  • NumeIch 20.11.2019 07:16
    Highlight Highlight Ist Uelis russisch besser als sein englisch? 🤣🤣

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  • Lord_Mort 20.11.2019 07:12
    Highlight Highlight Spielt Maurer Diktatorenlotto? Wenn ja empfehle ich noch eine Reise in die Türkei. Danach kann er sicher "Karton" rufen.

Die heimlichen Lobbyisten – wie (bis zu) 424 Ex-Parlamentarier im Bundeshaus weibeln

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