Schweiz
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Mehr Steuerabzüge für Kinder – so will der Nationalrat Familien entlasten



Valentina (left), Sara (midlle) and Oliver (right) work on the computer during a homeschooling lesson with their parents and teachers, pictured on May 12, 2009 in Zurich, Switzerland. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Valentina (links), Sara (Mitte) und Oliver (rechts) arbeiten waehrend des Hausunterrichtes mit ihren Eltern und Lehrern am Computer, aufgenommen am 12. Mai 2009 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Lassen Eltern ihre Kinder extern betreuen, sollen sie künftig bei der direkten Bundessteuer bis zu 25'000 Franken abziehen können. Heute sind es 10'100 Franken. Der Nationalrat hat am Dienstag dem höheren Abzug für die Kinderbetreuung deutlich zugestimmt.

Die grosse Kammer folgte damit ihrer vorberatenden Wirtschaftskommission und dem Bundesrat. Dieser hatte vergangenen Mai vorgeschlagen, das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer so zu ändern, dass Kinderdrittbetreuungskosten steuerlich vermehrt zum Abzug gebracht werden können. Die Summe entspricht in etwa den Kosten für einen nichtsubventionierten Krippenplatz für fünf Tage pro Woche.

Die Revision basiert auf der im Jahr 2011 lancierten Fachkräfteinitiative. Kurzfristig würde die Anpassung bei der direkten Bundessteuer zu Mindereinnahmen von rund 10 Millionen Franken führen. Mittelfristig rechnet der Bundesrat mit 2500 neuen Vollzeitstellen, wodurch die Einbussen wettgemacht würden.

Nur ein erster Schritt

Mit 131 zu 48 Stimmen bei 14 Enthaltungen stimmte der Nationalrat diesem Vorschlag zu. Die steuerliche Berücksichtigung von Fremdbetreuungskosten könne ein Argument sein für Frauen, die ins Erwerbsleben einsteigen möchten, sagte Kathrin Bertschy (GLP/BE) im Namen der Kommission. Die Betreuungskosten seien für viele junge Familien zu hoch.

«Die tatsächliche Gleichstellung ist ein uneingelöstes Versprechen», sagte Regula Rytz (Grüne/BE). Frauen erledigten noch immer zwei Drittel der unbezahlten Arbeiten im Haushalt, verzichteten dafür auf Erwerbstätigkeit oder arbeiteten Teilzeit. Die Vorlage sei ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung.

Systemwechsel nicht mehrheitsfähig

Nur die SP hielt die Massnahmen generell für unbrauchbar. Nur Familien mit sehr hohen Einkommen profitierten wirklich, es entstünden keine wirklichen Anreize für Frauen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, fasste Prisca Birrer-Heimo (SP/LU) zusammen. «Wir sind vielmehr der Meinung, dass statt der Schaffung von Steuersubventionen die Kosten für externe Kinderbetreuung gesenkt werden müssen.»

Die SP-Fraktion unterstützte deshalb einen Einzelantrag ihres Parteimitglieds Jacqueline Badran (ZH), die von der vorberatenden Kommission ein Kindergutschriftssystem und damit einen Systemwechsel forderte. Dabei sollte jede Familie, unabhängig von Lebensform und Einkommen, für jedes Kind eine Gutschrift erhalten. Der Antrag war jedoch - nicht zum ersten Mal in der grossen Kammer - chancenlos.

«Kinder können bei der Basisschrift eigene Ideen einbringen»

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Video: srf

Zusammen mit den Grünen scheiterte die SP zudem mit ihrem Vorschlag, die Abzugsmöglichkeit auf die nachgewiesenen Kosten von institutionellen Angeboten wie Kitas zu beschränken. Finanzminister Ueli Maurer warnte erfolgreich, nicht die ganze Büchse der Pandora zu öffnen. Die Vorlage betreffe die Steuerpolitik. «Familien- oder Gesellschaftspolitik müssen Sie an einem anderen Ort machen.»

Nationalrat will noch mehr Abzüge

Ebenfalls keine Mehrheit fand die Forderung der SVP, die einen Abzug nicht nur für die Fremd-, sondern auch für die Eigenbetreuung aufs Tapet brachte. «Hunderttausende Familien betreuen ihre Kinder alleine zu Hause», sagte Thomas Aeschi (SVP/ZG). Diese würden gleich mehrfach benachteiligt. Eine Mehrheit dagegen argumentierte, dass nur Abzüge für Posten geltend gemacht werden sollten, die effektiv Kosten generierten.

Die grosse Kammer nahm eine Änderung am bundesrätlichen Entwurf vor. Neben den erhöhten Abzügen für Kinderdrittbetreuungskosten soll auch der allgemeine Kinderabzug von 6500 Franken auf 10'000 Franken angehoben werden. Verschiedene Kantone prüften diesen Vorschlag bereits, argumentierte Philipp Kutter (CVP/ZH). Mit der Unterstützung der SVP fand dieser Vorschlag eine knappe Mehrheit.

Als nächstes entscheidet der Ständerat über die Vorlage. Auch dort dürften Diskussionen programmiert sein. Viele Kantone hatten sich in der Vernehmlassung skeptisch gezeigt, ob die Vorschläge des Bundesrats die Beschäftigung tatsächlich erhöhen würde. Sicher seien einzig die Steuerausfälle, hiess es. (aeg/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gubbe 12.03.2019 14:44
    Highlight Highlight Heute will jeder für alles Geld. Sogar für die Kindererziehung. Ich finde das für die Zukunft fragwürdig. Betreuung zu Hause ist nun mal das Normale. Ich habe kein Verständnis für Eltern, die ihr selbstgemachtes Kind einfach Fremden zur Erziehung abgeben. Wochenendkinder sind zu bedauern.
  • Kramer 12.03.2019 14:44
    Highlight Highlight Steuerliche Entlastung von Familien auf Bundesebene bringt denen die es wirklich nötig haben überhaupt nichts. Familien oder Alleinerziehende die finanziell knapp dran sind, zahlen so gut wie keine Bundessteuern. Das einzige was ihnen hilft sind genügend subventionierte Krippenplätze.
    • dorfne 12.03.2019 17:30
      Highlight Highlight Doppelherz
  • haegipesche 12.03.2019 14:32
    Highlight Highlight Warum die Überbevölkerung unseres Planeten subventionieren. Kinder haben ist doch kein Menschenrecht...
    • dorfne 12.03.2019 17:31
      Highlight Highlight Kinder haben darf aber auch kein Armutsrisiko sein.
    • Toerpe Zwerg 13.03.2019 08:45
      Highlight Highlight Kinder haben ist doch kein Menschenrecht...

      Doch.
  • kettcar #lina4weindoch 12.03.2019 14:11
    Highlight Highlight Vater und Mutter beide gut ausgebildet, finanziell gut gestellt mit subventioniertem Studienabschluss im Sack. Nun 2 Kinder lohnt es sich für den - ein wenig - schlechter verdienenden Teil des Paares nicht mehr zu arbeiten. bei einem 40-50% Pensum, ohne Berücksichtigung der Steuer, welche noch obendraufkommt, bleibt nach Abzug der Kita ca. 500 CHF / Mt. Für 500CHF Ertrag sehen wir nicht ein, wieso wir die Kinder fremdbetreuen lassen sollen. Die Konservativen freuts (eine Frau mehr am Herd), die Wirtschaft importiert eine Frachkraft mehr und den Schaden hat die Frau (Eintönigkeit; CV Lücken...)
    • Zwerg Zwack 12.03.2019 15:09
      Highlight Highlight Der "Ertrag" ist doch viel mehr als die 500.-/Monat, sie schreiben es ja bereits schon:
      - Eintönigkeit vermindert
      - keine CV-Lücken, man/frau bleibt im Job
      Zudem hat die Fremdbetreung viele positive Aspekte! Und dazu gibts noch 500.- extra pro Monat. Ist doch gut?!

    • kettcar #lina4weindoch 12.03.2019 15:23
      Highlight Highlight - Resistements wieso man Kinder zeugt, wenn man sie dann in die Kita gibt (natürlich nur für die Frau, dass er arbeiten geht ist gesellschaftlich voll okay)
      - nicht jedes Kind empfindet die Kita als Bereicherung
      - Zusätzlicher Stress, da das mit der Kita (bringen/holen) auch organisiert sein muss

      Wenn man die Situation nicht direkt erlebt, ist das Problem schwer zu verstehen. Ging mir selber auch so, bevor ich Kinder hatte.
    • dorfne 12.03.2019 17:33
      Highlight Highlight Sie bringen es genau auf den Punkt. Günstigere Krippenplätze müssen her! Kein Geldverteilen nach dem Giesskannenprinzip, bei dem auch Reiche mehr Geld kriegen dies nicht nötig haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dr no 12.03.2019 13:16
    Highlight Highlight Finde ich falsch. Warum wird nur die externe Betreuung gefördert ? Wenn die Frau nur zu einem reduziertem Pensum arbeitet, weil sie zu den Kindern schaut, hat man zwar keine Kitakosten, dafür verzichtet man aber auf Einkommen. Warum wird dieser Verzicht nicht auch belohnt ?
    • EvilBetty 12.03.2019 13:40
      Highlight Highlight Weil die Frau an den Herd und nach Hause gehört, duh!?

      /s
    • Be3 12.03.2019 14:15
      Highlight Highlight Ganz einfach. Weil es der Wirschaft nichts bringt. Das ist leider das Denken eines grossen Teil unseres Parlaments. Welcher Teil das ist kannst Du Dir hoffentlich selbst denken...
    • sonico 12.03.2019 16:44
      Highlight Highlight Ganz einfach, weil Steuerabzüge die Gewinnungskosten abbilden sollen. Oder sollen neu auch Nicht-Pendler den Pendlerabzug geltend machen? Schliesslich würde so auch Verzicht auf Mobilität belohnt...
      Von Frauen am Herd hat der Staat halt nicht so verruckt viel, weisch!
  • amore 12.03.2019 12:58
    Highlight Highlight Einmal mehr eine Entscheidung für gut Verdienende. Die Kleinverdiener und diejenige, die die Kinder selber der durch Grosseltern erziehen, bleiben einmal mehr auf der Strecke.
    Der entsolidarisierte Kapitalismus schlägt weiter zu.
    • Dan Ka 12.03.2019 13:11
      Highlight Highlight War auch mein Gedanke. Aber hey, was kann man schon von einer bürgerlichen Regierung erwarten. 🤷‍♂️
    • G-Man 12.03.2019 13:23
      Highlight Highlight Immerhin war die bürgerliche SVP dafür auch diejenigen zu unterstützen die die Betreuung selber erledigen und nicht nur die Fremdbetreuung.
    • bokl 12.03.2019 13:38
      Highlight Highlight @G-Man
      Logisch ist die SVP für eine versteckte Steuersenkung. Betreuung zu Hause = keine Belege = immer Maximalabzug = Steuersenkung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • mbr72 12.03.2019 12:46
    Highlight Highlight Schon unglaublich, da debattieren sie über Steuerabzüge, während meine Partnerin (kinderlos und auch nicht ganz freiwillig!) und ich im Falle einer Heirat sage und schreibe 10'000.- mehr Bundessteuer bezahlen würden. ABER SONST GEHTS NOCH????
    Ich habe keine Mühe damit, Steuern für Infrastruktur/Bildung usw. für Kinder anderer zu bezahlen, aber diese Steuerstrafe ohne irgendwelche Gegenleistung ist absurd und gehört per sofort abgeschafft.
    • rodman 12.03.2019 16:05
      Highlight Highlight Mbr72 und wieviel weniger Kantons- und Gemeindesteuern würdest du bei einer Heirat zahlen?

  • 1+1=3! Initiative 12.03.2019 12:33
    Highlight Highlight Kann ich dann auch virtuelle Betreuungskosten nicht vorhandener Kinder abziehen, im Sinne der Gleichbehandlung?

    Nicht jeder Kinderlose hat(te) die Wahl. Aber bezahlen müssen wir trotzdem. Was für mich im Sinne einer gesellschaftlichen Verantwortung soweit auch in Ordnung geht. Aber schultert uns nicht all diese Abzüge auf, nur weil wir keine politische Stimme haben.
  • banda69 12.03.2019 12:18
    Highlight Highlight Von Steuerabzügen profitieren einzig und alleine die Reichen, also u.a. das SVP Polit-Establishment. Darum sind die ja auch Feuer und Flamme dafür.
  • Ironiker 12.03.2019 12:17
    Highlight Highlight Der Staat sollte sich nicht in die Lebensformen von Familien einmischen. Werden Steuerabzüge/Gutschriften nur für Drittbetreuungkosten gewährt, werden Familien mit zwei arbeitenden Elternteilen bevorzugt.

    All jeden welches das Kind selber betreuen und somit auf eine zusätzlich bezahlte Arbeit verzichten werden finanziell doppelt bestraft (weniger Einkommen, tiefere Steuerabzüge).

    Deshalb finde ich den Vorschlag von Aeschi den besten. Ich weiss, der kommt von er SVP, was für viele wohl wieder der Grund sein wird, diesen Vorschlag schlecht zu finden. Zieht Eure ideologischen Scheuklappen aus!
    • Astrogator 12.03.2019 13:45
      Highlight Highlight „All jeden welches das Kind selber betreuen und somit auf eine zusätzlich bezahlte Arbeit verzichten werden finanziell doppelt bestraft (weniger Einkommen, tiefere Steuerabzüge).“

      Meine Frau arbeitet Teilzeit und wir betreuen komplett selbst - aus einem Grund, eine Erhöhung des Pensums würde faktisch zu weniger Geld im Portemonnaie führen weil die Betreuung mehr kostet als sie verdient.
      Das sie nicht viel verdient ist wiederum dem Umstand geschuldet, dass ihr Arbeitgeber - einer der grössten der Schweiz - keine Frauen in Teilzeit in Kaderpositionen duldet und sie zurückgestuft wurde...
    • Firefly 12.03.2019 14:23
      Highlight Highlight "Der Staat sollte sich nicht in die Lebensformen von Familien einmischen"

      Einverstanden. Tut er aber schon indem er keine Individualbesteuerung für Verheiratete akzeptiert... und da fängts erst an.
    • Ironiker 12.03.2019 14:40
      Highlight Highlight @Firefly

      Was soll ich sagen... seit letztem Jahr verheiratet. Steuertechnisch auf jeden Fall nicht lohnenswert.

      Wir haben es aber gemacht, um einander finanziell abzusichern. Und schon haben wir eine neue Büchse geöffnet.

      Als unverheirateter Vater muss man zwar seiner Partnerin bei einer Trennung Frauenalimente (nebst den Kinderalimenten) bezahlen oder muss sie bei Bedarf wirtschaftlich unterstützen. Bei der Pensionskasse oder als Erblasser, darf ich sie gar nicht oder nur bedingt berücksichtigen.

      Hier stimmt das Gleichgewicht zwischen Pflichten und Rechte nicht mehr...
    Weitere Antworten anzeigen
  • dorfne 12.03.2019 12:06
    Highlight Highlight Die SVP verlangt einen Steuerabzug für die Betreuung der Kinder zu hause! Die SVP will Geld geben für den Nichtbezug staatlicher Leistungen! Ausgerechnet die Sozialabbaupartei! Gut ausgebildete Frauen sollen bitte zu hause bleiben und die Kinder gaumen, damit die Wirtschaft noch mehr ausländische Arbeitskräfte reinholen kann?! Es gibt ja bereits Betreuungsgutschriften bei der AHV. Das reicht.
    • Ironiker 12.03.2019 13:03
      Highlight Highlight Jemand der seine Kinder Extern betreuen lässt soll doppelt profitieren (mehr Einkommen und höhere Steuerabzüge), während all jene die sich selber um die einen Kinder kümmern doppelt bestraft werden (weniger Einkommen und weniger Steuerabzüge)?

      Der Staat hat sich nicht in das gelebte Familienmodell einzumischen. Somit darf er weder das eine noch das andere finanziell attraktiver machen!

      Nur weil es von der SVP kommt, muss es nicht zwingend schlecht oder falsch sein.
    • G-Man 12.03.2019 13:26
      Highlight Highlight Es wird den Vätern ja nicht verboten zuhause zu bleiben? Ich kann mit dieser Fremdbetreuung nicht anfreunden. Warum wird das so gehypt momentan? Wir Ironiker das sehr schön geschrieben hat. Warum ein Familienmodell dermassen unterstüzten?
    • dan2016 12.03.2019 13:45
      Highlight Highlight @Ironiker. Und wenn beide extern Arbeiten, finden Sie Pendlerabzüge korrekt? Oder ist dies auch schon ein Eingriff in das Familienmodell? Denn die Hausfrau kann ja diese Kosten auch nicht abziehen.... und müsste - in Ihrer Lesart - doch benachteiligt sein....
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ökonometriker 12.03.2019 12:00
    Highlight Highlight Können die Abzüge auch geltend gemacht werden, wenn sich Familien untereinander für die Betreuung organisieren oder nur, wenn sie sich teure externe Krippenplätze leisten?
    • Mätse 12.03.2019 12:46
      Highlight Highlight Habe ich mich beim Ausfüllen der Steuererklärung auch gefragt...
      ABER dann müssen auch die Einnahmen als Einkommen versteuert werden. Am Ende also leider ein Nullsummenspiel...
    • Benjamin Goodreign 12.03.2019 12:47
      Highlight Highlight Die Abzüge folgen dem Prinzip der Besteuerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Effektive Kosten für die Betreuung schmälern die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit - sie sind die Kosten dafür, sich Arbeitszeit frei zu halten (Gewinnungskosten). Wenn keine solchen Kosten anfallen, kann auch nichts abgezogen werden.

      Ein Krippenplatz für einen Wochentag kostet etwa 6000 Franken im Jahr, somit deckt der aktuelle Abzug knapp zwei Wochentage ab - das recht leider oft nicht.
    • Ökonometriker 12.03.2019 14:03
      Highlight Highlight @Benjamin: wenn eine Frau nicht arbeiten kann weil sie sich um ihre Kinder und die Kinder der Nachbarn kümmert, hat sie auch Kosten. Sie ist in ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt.
  • Groovy 12.03.2019 11:50
    Highlight Highlight Sauerei. Wir als kinderloses Paar werden ständig und überall zur Kasse gebeten. Eine Entlastung wegen Nichtbenutzen von Infratsruktur ist überfällig. Von der Heiratsstrafe will ich gar nicht reden.
    • dorfne 12.03.2019 17:07
      Highlight Highlight Ist leider wahr. Mittleres Einkommen, alleinstehend, kinderlos: Man zahlt und zahlt.
      Na ja. Ehrlich gesagt, zahle ich gerne für die Familien, für die Kinder, für den sozialen Ausgleich. Aber nicht für die Reichen. Bei einer Erhöhung des pauschalen Steuerabzugs profitieren auch jene dies nicht nötig haben. Andererseits ist es skandalös, dass die Krippenplätze so teuer sind, dass es sich für die Mütter gar nicht lohnt arbeiten zu gehen. Anstelle einer Giesskanne mittels Erhöhung pauschaler Abzüge, wäre ich für eine höhere Subventionierung der Krippen.
    • Stormrider 13.03.2019 00:46
      Highlight Highlight Und wer glauben Sie finanziert Ihre Pension? Genau; die Kinder der Leute die für sagen wir 2 Kinder 1.2 Mio CHF aufwenden um sie gross zu ziehen.
    • Toerpe Zwerg 13.03.2019 08:40
      Highlight Highlight "Eine Entlastung wegen Nichtbenutzen von Infratsruktur ist überfällig"

      Darüber hinaus sollte eine Suizidprämie ausgerichtet werden.
  • Stimmbürger 12.03.2019 11:33
    Highlight Highlight Betreuung zu Hause sollte der externen Betreuung gleichgestellt werden. Das wäre Fair.

    Zudem sollte man auch Alleinstehende endlich mal etwas entlasten. Nicht alle haben das Glück eine Familien gründen zu können. Diese Menschen werden steuerlich ständig benachteiligt.
    • dan2016 12.03.2019 13:00
      Highlight Highlight und wie geht die 'Betreuung zu Hause der externen Betreuung gleichstellen?
      Muss der extern arbeitende Partner dem Betreeuenden ein Gehalt zahlen, dass er dann versteuern muss um dann vom Steuerabzug profitieren zu können?
    • Ökonometriker 12.03.2019 14:07
      Highlight Highlight @dan2016: gehalt inkl. soz. Versicherung wäre sinnvoll. Der bezahlende Partner könnte dann alles von den Steuern absetzen, wie ein Unternehmen auch.
    • Basubonus 12.03.2019 14:14
      Highlight Highlight Falsch, andersrum. Familien werden steuerlich begünstigt. Zu Recht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toerpe Zwerg 12.03.2019 11:26
    Highlight Highlight Steuerabzüge sind die idiotischste Art etwas fördern zu wollen und gehören allesamt abgeschafft und durch Direktzahlungen ersetzt.
    • sottosopra 12.03.2019 12:05
      Highlight Highlight Ach was, Steuerabzüge sind für Parteien ein sehr wichtiges Instrument, damit man so tun kann, als würde man sich um die Anliegen der Wähler kümmern. Schlussendlich profitieren dann praktisch ausschliesslich Gutverdienende (d.h. die Politiker selber) davon.
    • dorfne 12.03.2019 17:13
      Highlight Highlight Steuerabzüge unterlaufen die Bundesverfassung, wonach jeder nach seinem Vermögen Steuern zahlen muss. Abzug für die Kinder, Abzug für die neue Heizung, Abzug für Schuldzinsen, Abzug für die Pflege des Schwiegervaters, für Spenden. Hinzu kommen: versteckte Lohnbestandteile in Form von überrissenen Spesen. Und neuerdings lässt man sich ja einen Teil des Lohnes in Form von Dividenden auszahlen, da die tiefer besteuert werden als Einkommen aus Arbeit. Je reicher jemand ist, umso mehr Abzugsmöglichkeiten hat er/sie und das schafft Ungerechtigkeit.
    • Toerpe Zwerg 12.03.2019 17:34
      Highlight Highlight Korrekt @ mogad.

      Ein radikal vereinfachtes Steuersystem tut Not. Was man fördern will, soll man durch Direkte Zahlungen fördern.
    Weitere Antworten anzeigen

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