Schweiz
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Arbeitslosenversicherung schliesst 2018 mit Milliardenüberschuss ab



ZUR ARBEITSLOSENQUOTE VON 3,3 PROZENT IM JANUAR, STELLEN WIR IHNEN HEUTE, 9. FEBRUAR 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - [Symbolic Image, Staged Picture] An unemployed person looks at information documents, pictured in a waiting room of the regional employment agency RAV in Thun, Canton of Berne, Switzerland, on April 28, 2017. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

[Symbolbild, Gestellte Aufnahme] Eine arbeitslose Person liest Informationsmaterial, aufgenommen am 28. April 2017 in einem Warteraum des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums RAV in Thun. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Die sinkenden Arbeitslosenzahlen haben der Arbeitslosenversicherung (ALV) 2018 ein Milliardenergebnis beschert. Da die Zeichen auch für 2019 gut stehen, erwartet das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), dass die ALV bis Ende Jahr vollständig entschuldet werden kann.

Die ALV erzielte 2018 einen Überschuss von 1.17 Milliarden Franken, dies bei Einnahmen von 7.86 Milliarden und Ausgaben von 6.69 Milliarden Franken. Die Darlehensschulden sanken damit per Ende Jahr auf 1.1 Milliarden Franken.

Die Arbeitslosenversicherung hat 2018 knapp 9 Prozent weniger ausgegeben als im Vorjahr, wie das Seco am Dienstag mitteilte. Denn im vergangenen Jahr waren deutlich weniger Arbeitslose bei der ALV registriert: Es waren 118'103 Personen, nach 143'142 im Vorjahr. Die Quote belief sich damit 2018 auf 2.6 Prozent.

Somit musste die ALV nur noch 5.01 Milliarden Franken und damit 9 Prozent weniger Arbeitslosenentschädigungen ausbezahlen - das ist ihr grösster Ausgabeposten. Auch die Kurzarbeitsentschädigungen, die Schlechtwetter- und Insolvenzentschädigungen sowie die Abgeltungen Bilaterale gingen zurück. Für arbeitsmarktrechtliche Massnahmen wendete die Arbeitslosenversicherung 610.2 Millionen auf, nach 636.8 Millionen.

Höhere Verwaltungskosten

Trotz weniger Arbeitslosen stiegen die Verwaltungskosten an und zwar auf 756.4 von 727.7 Millionen Franken. Im August hatte die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) festgestellt, dass bei der Verwaltung der Arbeitslosenversicherung 50 Millionen gespart werden könnten.

Im Januar reagierte das Seco, indem es die Beiträge an die Betriebskosten der Arbeitslosenkassen auf Anfang 2019 senkte. Die bisherige pauschale Entschädigung für die Verwaltungskosten seien zu hoch angesetzt gewesen, begründete das Seco. Nun sollten Gewinne wie in den letzten Jahren nicht mehr möglich sein. Dank der alten Pauschale konnten etwa die Arbeitslosenkassen der Kantone Aargau und St. Gallen jedes Jahr Millionengewinne ausweisen.

2018 bezahlte der Bund 498.7 Millionen Franken an die ALV. Die Kantone steuerten 166.2 Millionen bei. Diese Beiträge erhöhten sich mit 1.8 Prozent proportional zu den Lohnbeiträgen, die auf 7.2 Milliarden Franken stiegen. Insgesamt nahm die ALV 7.86 Milliarden Franken ein.

Weiter steigender Überschuss erwartet

Für 2019 kalkuliert die Arbeitslosenversicherung erneut mit einem höheren Gesamtertrag von 8.0 Milliarden Franken - worin 507 Millionen Franken finanzielle Beteiligung des Bundes enthalten sind. Die Aufwendungen sollen weiter sinken. Damit dürfte der Überschuss auf 1.53 Milliarden Franken steigen - und eine vollständige Entschuldung erlauben. (sda/awp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Katzenseekatze 10.04.2019 14:24
    Highlight Highlight Irgendwie komisch, dass eine Institution RAV Gewinn machen kann.... geht das Geld jetzt in die AHV?
  • Andre Bachmann 09.04.2019 12:46
    Highlight Highlight finanziert mit einstelltagen..... oder der abschiebung von ü-50 jährigen in die sozialhilfe!
  • Asmodeus 09.04.2019 12:41
    Highlight Highlight Wie hat sich im gleichen Zeitraum die IV, AHV und die Sozialhilfe entwickelt?

    Wäre noch interessant um den Unterschied in Relation zu setzen.
    • Martin Steiner 09.04.2019 19:14
      Highlight Highlight Genau so ist es nur eine Fantasie Zahl, die nichts aussagt!!

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