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Maskenproduktion gestartet: Was die Schweiz jetzt noch für eine Lockerung braucht

Um die Ausbreitung des Coronavirus aufzuhalten und gleichzeitig den landesweiten Lockdown zu lockern, spielen vier spezifische Faktoren eine besonders wichtige Rolle. Wir beleuchten, welche das sind und wie gut die Schweiz aktuell gewappnet ist.
15.04.2020, 17:1016.04.2020, 14:00

Der Kampf gegen das Coronavirus ist mühsam – auch in der Schweiz. Doch die letzten Tage gaben Hoffnung. Die Covid-19 Kurve flacht ab, die Massnahmen des Bundes helfen im Kampf gegen die Pandemie.

Vergangene Woche verlängerte der Bundesrat den Lockdown um eine Woche bis zum 26. April. Gab aber im gleichen Atemzug bekannt, dass danach eine Lockerung der Massnahmen folgen soll.

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Wie diese Lockerung im Detail aussehen wird, wird die Regierung aller Voraussicht nach am Donnerstag präsentieren. Wie der Blick in andere Länder zeigt, sind vier Punkte aber besonders wichtig, damit es nicht zu einer zweiten Ausbruchswelle des Virus kommt.

So braucht die Schweiz genügend Antikörpertests und Schutzmasken. Ausserdem müssen neue Fälle mittels Contact-Tracing schnell erkannt und isoliert werden. Schliesslich müssen die Schweizer über genügend Disziplin verfügen, um einen weiteren Ausbruch zu verhindern. So ist der Stand der Dinge im Moment:

Antikörpertests

Warum brauchen wir sie? Mit flächendeckenden Antikörpertests kann festgestellt werden, wie der Durchseuchungsgrad in der Bevölkerung aussieht. Experten gehen davon aus, dass sich eine Herdenimmunität einstellt, wenn etwa 60 Prozent der Bevölkerung bereits eine Coronavirus-Ansteckung hinter sich hat.

Wo stehen wir hier? Die Schweiz hat bereits einige Antikörpertests importiert. Nun müssen diese aber auf ihre Validität untersucht werden. In einem weiteren Schritt versucht die «Swiss School of Public Health» (SSPH+) mit ihrer Initiative Corona Immunitas alle Forschungen zu diesen Antikörpertests zu koordinieren.

Bis die Schweiz also flächendeckend und zuverlässig auf Antikörper testen kann, ist es noch ein langer Weg.

Bild: watson

Schutzmasken

Warum brauchen wir sie? Nicht alle Coronavirus-Infizierten leiden an Symptomen der Lungenkrankheit Covid-19. So bewegen sich Menschen in der Öffentlichkeit, die das Virus zwar im Körper tragen, dies jedoch nicht wissen. Wenn also alle Personen im öffentlichen Raum Schutzmasken tragen, wird eine unbewusste Übertragung des Virus erschwert.

Wie viele bräuchten wir? Einer ETH-Studie zufolge bräuchte die Schweiz während drei Monaten etwa 360 Millionen Schutzmasken, um sowohl das Gesundheitspersonal wie auch die Schweizer Bevölkerung zu versorgen. Diese Studie geht davon aus, dass jeder, der sich in der Öffentlichkeit bewegt, eine Schutzmaske trägt.

Wie viele haben wir? Im Moment können Schweizer Gesundheitsinstitutionen mit genügend Schutzmasken versorgt werden. Doch hier ist längerfristig Nachschub gefragt. Dafür sollen in der Schweiz FFP-Masken der Stufe 2 hergestellt werden. Weil die dafür benötigten Maschinen jedoch noch nicht geliefert wurden, ist die Produktion noch nicht angelaufen.

Dafür produziert die Flawa Consumer GmbH seit vergangenem Wochenende Universalmasken. Diese sind für die allgemeine Bevölkerung gedacht, die Standards für die Spitäler erfüllen sie nicht. Claude Rieser, CEO des Unternehmens, bestätigte gegenüber dem «Kassensturz», man könne pro Woche 200'000 solcher Masken herstellen.

Bild: watson

Contact-Tracing

Warum brauchen wir das? Um eine zweite Infektionswelle zu verhindern, müssen neue Fälle erkannt und isoliert werden. Mit einem Contact-Tracing können alle Personen, die mit einem Neuinfizierten im Kontakt waren, ermittelt und isoliert werden.

Wann kommt es? Am Osternwochenende wurde bekannt, dass Apple und Google in einer noch nie dagewesenen Zusammenarbeit das automatisiertes Contact-Tracing per Smartphone vorantreiben wollen. Schweizer IT-Experten und Wissenschaftler der ETH arbeiten seit Wochen bereits mit Kollegen aus anderen Ländern an einer solchen Lösung.

Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat derweil «Vorarbeiten» für eine Schweizer Tracing-App bestätigt. Unter anderem ist zu klären, wie die Verifizierung (von positiven Corona-Tests) per App abläuft.

Die App freiwillig runterladen müsste aber am Ende immer noch die Bürgerin selbst. Doch die Bereitschaft dazu ist da. Das zeigte ein Pandemie-Monitoring der SRG, das in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle sotomo realisiert wurde. Rund zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung gaben an, dass sie grundsätzlich bereit wären, eine solche App runterzuladen.

Bild: watson

Disziplin

Warum brauchen wir sie? Auch wenn die Fallzahlen zurückgehen und der Bund seine Massnahmen lockert, muss die Bevölkerung der Schweiz immer noch die Hygienevorschriften und Social-Distancing-Regeln einhalten. Tut sie das nicht, müssen die Massnahmen wieder verschärft werden.

Wie sieht es damit aus? Die Schweiz hat die erste Pandemie-Phase «nicht so schlecht gemeistert». Diese «Zwischenbilanz» zog Bundesrat Alain Berset am Dienstag nach einem Treffen mit der Berner Kantonsregierung. Die Massnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus seien auch über die schönen Ostertage generell gut eingehalten worden, von einigen Ausnahmen abgesehen.

Doch die Disziplin könnte bröckeln. Das zeigt ein Pandemie-Monitoring der SRG. Gemäss Studienautoren gibt es eine «substanzielle Opposition», die sich gegen die strengen Massnahmen des Bundes zu wehren beginnt. Gefordert wird vor allem, dass der wirtschaftliche Lockdown gelockert und Geschäfte baldmöglichst wieder geöffnet werden.

Bild: watson
Hinweis der Redaktion
Dieser Artikel wurde in einer ersten Version am 9. April publiziert. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen wurde er auf den neusten Stand gebracht und erneut publiziert.

(ohe/leo/sda)

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Coronavirus: Was du wissen musst

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Coronavirus: Was du wissen musst
quelle: ap / zoltan balogh
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«Masken für alle? Ein Witz»

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