Schweiz
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Novartis prescht vor: Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird zum Asset auf dem Stellenmarkt. Bild: shutterstock

Novartis wird zum grosszügigsten Arbeitgeber – für frischgebackene Väter

Novartis führt per 1. Juli einen Vaterschaftsurlaub von 14 Wochen ein. Es macht das Pharma-Unternehmen damit zum grosszügigsten Arbeitgeber der Schweiz für junge Väter. Bislang standen Jungvätern lediglich sechs Tage zu.

Benjamin Rosch / ch media



Im Januar trat Vas Narasimhan vor seine Belegschaft. Er hatte nach amerikanischem Vorbild zum Town Hall gebeten, so heissen beim Basler Pharmariesen Mitarbeiterinformationen. Es war eine beachtliche Neuerung, die der Novartis-CEO verkündete: Novartis gewährt Vätern künftig eine Elternzeit von 14 Wochen.

epa07331105 Harry Kirsch (L), Chief Financial Office, and Vas Narasimhan, CEO of Swiss pharmaceutical group Novartis, speak during the annual results media conference at the Novartis Campus in Basel, Switzerland, 30 January 2019.  EPA/PATRICK STRAUB

Vas Narasimhan (Vordergrund) Bild: EPA/KEYSTONE

Analog dem gesetzlichen Minimum, das Mütter erhalten und an dem sich viele Firmen orientieren. Nicht allerdings bei Novartis: Der Mutterschaftsurlaub dauert im Pharmabetrieb 18 Wochen. Diese Regel galt schon vorher. Männer hingegen durften nur einen Vaterschaftsurlaub von sechs Tagen beziehen und in Absprache mit dem Vorgesetzten zehn Tage unbezahlt anhängen. Mit der Neuerung wird Novartis zum grosszügigsten Arbeitgeber der Schweiz in diesem Bereich (vgl. Tabelle).

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Bild: zvg ch media

Konkurrenz Silicon Valley

Doch die Schweiz ist nicht das Hauptaugenmerk von Vasant Narasimhan, der sich nur Vas nennen lässt. Er wolle die Welt verändern, sagte er der «Bilanz» zu seinem Amtsantritt vor rund einem Jahr. Betont krawattenlos verhiess er ein neues Arbeitsumfeld, in dem das Team Höchstleistungen erbringen soll. Es ist der Stil aus dem Silicon Valley, der Einzug hält am Fuss des Juras.

ARCHIVE --- IN BASEL FUSIONIERTEN VOR 20 JAHREN, AM 7. MÄRZ 1996, DIE BEIDEN CHEMIEFIRMEN CIBA UND SANDOZ ZUM PHARMARIESEN NOVARTIS. DAZU STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFÜGUNG --- Logo am Hauptsitz des Chemie- und Pharmakonzerns Novartis in Basel am Rhein, aufgenommen im Januar 1997. Die  Novartis entstand 1996 aus der Fusion der der Chemiekonzerne Ciba-Geigy AG und Sandoz AG.  (KEYSTONE/Str)

Novartis will im Wettstreit um die besten Arbeitskräfte mitmischen. Bild: KEYSTONE

Im Wettstreit um die Elite der Arbeitskräfte heissen die Konkurrenten Google, Yahoo und Netflix. Sie alle vereint eine Unternehmenskultur, die Beruf und Familie besser verbinden und gleichzeitig die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwinden lässt. «Ziel ist die Positionierung von Novartis als arbeitnehmerfreundliches Unternehmen, das Wert auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie legt», bestätigt ein Sprecher Recherchen dieser Zeitung.

Nun arbeiten Projektteams aus, wie ein Elternzeitmodell für Novartis aussehen könnte. Noch ausstehend dabei ist etwa die nicht unwesentliche Frage, zu welchem Lohnanteil die Papizeit vergütet wird. Mehr Details seien für Ende März, Anfang April zu erwarten, wie ein Novartis-Sprecher sagt.

Stand jetzt ist folgendes bekannt: Die neue Regel gilt per 1. Juli 2019. Rückwirkend sollen aber auch alle Mitarbeiter profitieren, die in der ersten Jahreshälfte Nachwuchs – auch durch Adoption – begrüssten. Es handelt sich dabei um einen globalen «phased rollout», die Schweiz ist Teil ab Phase 1. Novartis beschäftigt 13'000 Personen in der Schweiz; weltweit sind es 126'000.

Die Ankündigung von Novartis wird der politischen Debatte neue Impulse versetzen. Eine Volksinitiative fordert einen gesetzlich festgeschriebenen Vaterschaftsurlaub von vier Wochen. Der Sozialkommission des Ständerats sind die prognostizierten Einbussen von 420 Millionen jährlich zu hoch: Zwei Wochen genügten, findet die Ständeratskommission, die ihrerseits dem Parlament eine Initiative unterbreitet. Der Ball liegt inzwischen wieder beim Nationalrat.

Viele ausländische Arbeitgeber in der Schweiz dürfte die zukünftige Gesetzgebung kaum kümmern: Sie haben die Minimalvorgaben längst übertroffen. Ikea sowie Johnson & Johnson gewähren je acht Wochen bezahlten Urlaub, Microsoft sechs, Google gar zwölf.

Doch auch Schweizer Grossfirmen spuren vor: Die Axa-Gruppe bietet vier, Coop, Migros, die Mobiliar, Raiffeisen, Swisscom und Zurich Versicherung drei Wochen Vaterschaftsurlaub. Thema ist dieser Aspekt der Gleichstellung auch beim Staat: Aktuell debattiert etwa der Kanton Neuenburg über eine neue Regel von vier Wochen. (aargauerzeitung.ch)

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • wolge 28.02.2019 07:06
    Highlight Highlight Nun was denkt ihr wer die Arbeit während der Abwesenheit der Väter macht...?
  • RETO1 27.02.2019 12:52
    Highlight Highlight Und bezahlt wird alles über überhöhte Medikamentenpreise und noch höhere KK-Prämien, na prost
    • westwing 27.02.2019 14:13
      Highlight Highlight Und wer bezahlt das 2 wöchige rumstehen beim WK?
    • Na_Ja 27.02.2019 14:47
      Highlight Highlight Ich denke micht, dass das der grösste Teil der Kosten ist. Ausserdem müssen auch in anderen Bereichen/Jobs diese Vaterschaftsteit bezahlt werden. De Füüfer und s Weggli gids niene. Als Gemeinschaft sollte uns das aber wert sein.
  • niklausb 27.02.2019 09:02
    Highlight Highlight Die vielen Stellen die abgebaut werden mit PR-Stunt kaschieren.
  • Halli56 27.02.2019 08:54
    Highlight Highlight ......in 5 Jahren gibt es dann auch noch 10 Wochen Bumsurlaub, damit auch wirklich alle zu ihre 14 Wochen Vaterschsftsurlsub kommen.
  • Fairness 27.02.2019 08:46
    Highlight Highlight Image polieren - wenigstens für einen guten, sinnvollen Zweck. Eigentlich zahlt es ja der Prämienzahler mit den überrissenen Preisen ...
    • Fruchtzwerg 27.02.2019 09:17
      Highlight Highlight Richtig. Im Prinzip zahlt es immer die Allgemeinheit bzw. der Konsument.
      Sei es über den Netflix-Account, das IKEA-Regal oder die Versicherung von Axa oder Zurich etc.

      Schön wäre jetzt, wenn diese Grosskonzerne auch noch ihre Steuern korrekt bezahlen würden...
    • Frausowieso 27.02.2019 09:19
      Highlight Highlight Die Schweiz ist bei weitem nicht der grösste Mark für Novartis, welche weltweit ihre Medikamente verkauft. Wir können froh sein, dass solche Firmen überhaupt noch in der Schweiz sind und hier attraktive Arbeitsplätze bieten. Irgendwann werde diese ins Ausland verlagert, die Preise werden aber trotzdem hoch bleiben.
  • Zwei Fallende Stimmen 27.02.2019 08:21
    Highlight Highlight Fantastisch. Und wenn dann alle sehen, dass das klappt und wie sehr die Mitarbeiter davon profitieren und diese doch eigentlich selbstverständliche Regelung schätzen, werden und müssen die anderen Firmen nachziehen.
    Die ersten Monate sind so wichtig, da werden die Weichen gestellt für die nächsten Jahre!
  • Looney 27.02.2019 08:07
    Highlight Highlight Steigen jetzt im nächsten Jahr die Krankenkassenprämien?

    Hoffe wir finden in der Schweiz bald eine politische Lösung von der auch kleine Arbeitgeber profitieren können. Diese könnten sich so etwas im Moment schlichtwegs niemals leisten.

  • erkolino 27.02.2019 07:59
    Highlight Highlight Ich hatte einen Tag. :-(

    Aber mit Überstunden, Ferien und unbezahltem Urlaub kam ich ebenfalls auf mehrere Wochen. :-)
    • Na_Ja 27.02.2019 14:53
      Highlight Highlight Finde ich toll von dir!!!
  • Pasch 27.02.2019 07:55
    Highlight Highlight Auf dem Weltmarkt der Arbeitgeber muss man natürlich attraktiv daherkommen. Kann man auch nachdem man die "Basis-Jobs" beinahe vollständig an Subunternehmen und potenzielle Anwärter an jahrelange Temporärfirmen ausgelagert hat. Hört sich gut an auf dem Papier, ein bisschen Imagekosmetik, aber für die Region schlicht irelevant.
  • Herren 27.02.2019 07:29
    Highlight Highlight Wow; Novartis geht den richtigen Weg!
  • Miicha 27.02.2019 07:16
    Highlight Highlight Weiter so, diese Zeit ist so kostbar, mehr Arbeitgeber sollten sich anschliessen!
  • wolge 27.02.2019 07:08
    Highlight Highlight Ein Beitrag den ihr hassen werdet. Aber nun mal Realität:

    Die meisten die Vater werden tun dies 1-2 Mal im Leben.

    Sie provitieren also max. 1-2 mal davon. Müssen jedoch ein ganzes Arbeitsleben lang die Arbeit der Väter übernehmen die gerade im Vaterschaftsurlaub sind.

    Noch schlechter trifft es Kinderlose. Nicht nur dass sie die Arbeit der Eltern übernehmen, wenn diese von der Arbeit weg bleiben. Sie zahlen auch viel mehr Steuern...

    Fair?
    • p4trick 27.02.2019 09:49
      Highlight Highlight Auch Väter waren zuvor oft lange Kinderlos und haben sehr viel Steuern bezahlt.
    • Yolo 27.02.2019 11:06
      Highlight Highlight Ich beziehe auch keine Sozialhilfe, bezahle aber mein Lebenlang für die, welche nicht so viel Glück hatten wie ich. Ich bezahle auch für den Mutterschaftsurlaub der Frauen, ohne dass ich je Schwanger werde (wird als Mann schwierig). Sowas nennt man Solidarität und soll helfen uns gemeinsam als Gesellschaft weiterzubringen.

      Und ja, ich finde sowas Fair, wenn faire Rahmenbedinungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen werden. Ich Arbeite um zu leben und nicht umgekehrt.


      Im übrigen erhalten kinderlosen Paare die AHV von den Kindern der Anderen.
    • RASL 27.02.2019 11:31
      Highlight Highlight Und am schlimmsten trifft es die, die kein Auto haben und zu Fuss zur Arbeit gehen. Die bezahlen für alle Autofahrer und Pendler, obwohl sie nichts davon haben. Merkst du etwas? Das nennt man Gesellschaft.
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