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Kommentar

Nationalrat gönnt Papis keinen Vaterschaftsurlaub: Ein krasser Fehlentscheid

Der Nationalrat ist gegen die Einführung eines zweiwöchigen bezahlten Vaterschaftsurlaubs. Der Entscheid ist in mehrfacher Hinsicht absurd.

Stefan Schmid



Für die jungen Väter und Mütter hat der Nationalrat weiterhin kein Musikgehör. Ein bezahlter Vaterschaftsurlaub kommt nicht in die Tüte. Nicht finanzierbar, findet die Mehrheit. Dafür darf sich ein kleiner Teil der helvetischen Bauernsame über ein wunderbares Geschenk in der Höhe von 400 Millionen Franken freuen.

baby vater

Väter erhalten in der Schweiz weiterhin keinen bezahlten Urlaub nach der Geburt eines Kindes. Bild: shutterstucks

Von der nationalrätlichen Zuwendung profitieren nicht etwa arme Bergbauern, sondern primär jene Glücklichen, die in der Nähe von Agglomerationen ihr Land nach Einzonungen teuer verkaufen können. Diese Bauern kommen künftig in den Genuss, nach der Veräusserung ihres Bodens dem Bund keinen Obolus mehr abliefern zu müssen.

Der Entscheid des Nationalrats ist in mehrfacher Hinsicht absurd.

Gegen die Bauernlobby ist in diesem Nationalrat kein Kraut gewachsen. SVP und BDP erfüllen den Bauern praktisch jeden Wunsch. Die CVP, unter der Fuchtel von Bauernpräsident Ritter, mittlerweile auch. Dazu kommen noch einzelne Freisinnige. Das kann ja heiter werden bis zu den nächsten Wahlen. Und teuer. Sehr teuer sogar.

(aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • RatioRegat 28.04.2016 13:06
    Highlight Highlight "Unser" bürgerliches Parlament bedient in erster Linie - wenn nicht ausschliesslich - die Interessen seiner Klientel. Insofern unterscheiden sich die bürgerlichen Parlamentariern eigentlich kaum von Diktatoren afrikanischer Länder.

  • Hasjisjn 28.04.2016 12:34
    Highlight Highlight Wen sollen die vertreten? Das Volk? Das ich nicht lache.
  • Picknicker 28.04.2016 08:54
    Highlight Highlight Habe mich gewaltig genervt gestern und tue es immer noch. Sehe es ganz nach Reynor, wochenlang in WKs rumgesessen und Steuergelder verlocht, aber einen kitzekleinen Urlaub wenn ich Vater werden, wird mir nicht vergönnt.
  • Don Alejandro 28.04.2016 07:36
    Highlight Highlight Im bürgerlichen "Corporate Switzerland" soll der Zudiener zur Gentrifizierung (sprich Arbeitnehmer oder Sklave je nach Perspektive) bloss unter den Fitichen gehalten werden. Diese Energiemasse darf keinen Druck verlieren, ansonsten die Traumerlöse der bevorzugten Minderheit einbrechen.
  • kliby 27.04.2016 23:45
    Highlight Highlight wäre es um 2 wochen vaterschaftsurlaub für zuchtbullen gegangen, hätten diese peinlichen politiker (welche von peinlichen bürgern gewählt worden sind) ein paar hundert millionen gesprochen.
  • Reynor 27.04.2016 22:59
    Highlight Highlight Für mich nicht nachvollziehbar. Als junger, offener Schweizer fühle ich mich vom Parlament meilenweit entfernt. Die EO finanziert blödsinnige, sinnlose WK 's (jedenfalls jene in denen ich und mein ganzer Freundeskreis war), möchte diese beibehalten und versperrt heutigen Familienmodellen die Unterstützung mit einem moderaten Vaterschaftsurlaub. Wo genau der ökonomische Nutzen von Steuergeschenken an ausgewählte, sowieso privilegierte Bevölkerungsruppen ist, bleibt mir schleierhaft...

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