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Stadler Rail steigert Gewinn im ersten Halbjahr deutlich



Peter Spuhler will auch nach dem Börsengang von Stadler Rail Ankeraktionär und Verwaltungspräsident des Thurgauer Bahnherstellers bleiben. Nach dem IPO sinkt sein Anteil von 80 Prozent auf knapp 40 Prozent. (Archivbild)

Hat gut lachen: Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler. Bild: KEYSTONE

Der Zugbauer Stadler Rail hat im ersten Halbjahr auf allen Stufen kräftig Gas gegeben. Der Umsatz kletterte um 40 Prozent auf 1.12 Milliarden Franken.

Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg um ein Drittel auf 46.9 Millionen Franken, wie das Unternehmen von Ex-SVP-Nationalrat Peter Spuhler am Dienstag in einem Communiqué bekannt gab. Unter dem Strich fuhr Stadler einen Reingewinn von 27.5 Millionen Franken ein, nachdem der Konzern ein Jahr zuvor lediglich 7.6 Millionen Franken verdient hatte.

Auch die Auftragsbücher sind so dick wie noch nie. Im ersten Halbjahr holte Stadler Aufträge von rund 2.3 Milliarden Franken herein. Das sind 1.5 Milliarden Franken mehr als im Vorjahressemester. Der Auftragsbestand per Ende Juni sei damit auf den neuen Höchststand von 14.4 Milliarden Franken gestiegen, teilte der Konzern mit.

Mit den Zahlen hat Stadler die Erwartungen der Finanzgemeinde etwas verfehlt. Analysten hatten im Schnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP mit einem Umsatz von 1.14 Milliarden Franken und einem EBIT von 53.2 Millionen Franken gerechnet. Allerdings hatten die Schätzungen der Analysten weit auseinandergelegen, da Stadler bisher keine Halbjahreszahlen veröffentlicht hatte, was die Schätzungen schwierig machte.

Kasse klingelt im zweiten Halbjahr

Ein Grund ist die Saisonalität des Geschäfts. Im ersten Halbjahr fällt lediglich rund ein Drittel des Umsatzes an, der Rest dann bis Ende Jahr. Grund dafür sei eine sehr konservative Rechnungs- und Umsatzlegung der Aufträge. Erst bei Ablieferung des Fahrzeugs werde der Umsatz verbucht.

«Da traditionell gegen Ende Jahr die Fahrplanwechsel anstehen, werden in der zweiten Jahreshälfte mehr Züge in Betrieb genommen als in der ersten. Dies erklärt den deutlich höheren Umsatzanteil im zweiten Halbjahr», schrieb Stadler.

Die Verwaltungs-, Vertriebs- und Entwicklungskosten hingegen würden über das Jahr verteilt grösstenteils gleichmässig anfallen. Deshalb sei die Profitabilität in der ersten Jahreshälfte in der Regel deutlich tiefer als im zweiten Halbjahr.

Zugsparte mit vielen Aufträgen

In der Zugbausparte kamen im ersten Halbjahr Aufträge von 1.7 Milliarden Franken herein. Das sind fast dreimal so viele wie ein Jahr zuvor. Darin eingerechnet sind laut Stadler nur Aufträge, bei denen die Verträge rechtsgültig unterschrieben sind und die Finanzierung seitens des Kunden geklärt ist. Aufträge mit laufenden Einsprachefristen oder Finanzierungsverhandlungen verbuche man noch nicht als Auftragseingang.

Besonders erfolgreich war das Ostschweizer Unternehmen in Deutschland, wo es im ersten Halbjahr Aufträge für mehrere hundert Millionen Franken gewann. Hervorzuheben ist der Auftrag für die Lieferung von akkubetriebenen 55 Flirt-Zügen für Schleswig-Holstein, deren Batterien während der Fahrt auf kurzen Oberleitungsabschnitten geladen werden.

Ein Erfolg wurde auch in Skandinavien mit dem Verkauf von 60 Lokomotiven an die finnische VR Group erzielt. Und in den USA konnte Stadler dieses Frühjahr einen Auftrag für 127 Metro-Züge platzieren. «Da sich die finale Vertragsunterschrift aufgrund einer Einsprache, die inzwischen beigelegt werden konnte, verzögert hat, wird dieser Auftragseingang jedoch voraussichtlich erst im zweiten Halbjahr erfasst», schrieb der Konzern.

Aktuell befinden sich bei Stadler etwa 150 Aufträge in der Abwicklung und ebenso viele in der Garantie. Bei der Produktion der 58 Flirt-Züge für die Gesellschaft East Anglia zeichne sich jedoch die Gefahr von Strafzahlungen ab. Die Zulassung für die Triebzüge sei zwar in Rekordzeit erreicht worden, jedoch verzögere sich aktuell die Abnahme durch den Kunden.

Auch das Servicegeschäft sei im Aufwind. Und die Signaltechniksparte gewinne an Bedeutung, hiess es.

Gegenwind durch Währungen

Für das zweite Halbjahr sieht Stadler Gegenwind: Die Wirtschaftslage sei weiterhin schwierig und die Währungsverwerfungen, die zu einer Aufwertung des Frankens führen würden, blieben eine Herausforderung. Ins Gewicht fallen dabei laut Stadler insbesondere das britische Pfund, die schwedische und norwegische Krone sowie der Euro.

Trotzdem hält der Konzern an den bisherigen Umsatzzielen fest. Für das laufende Jahr erwartet Stadler Rail bei gleich bleibenden Wechselkursen einen Nettoumsatz von 3.5 Milliarden Franken und eine EBIT-Marge in der Höhe von 7 Prozent. Im ersten Halbjahr belief sich die EBIT-Marge auf 4.2 Prozent. (dfr/sda/awp)

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