Schweiz
Wirtschaft

Peter Spuhler betreibt Pierin Vincenz

Peter Spuhler, Verwaltungsratspraesident spricht an der Bilanzmedienkonferenz der Stadler Rail, am Mittwoch, 15. Maerz 2023 in Bussnang. (KEYSTONE/Michael Buholzer).
Ende Oktober wurde von Spuhlers Anwalt die Betreibung auf Pfandverwertung eingeleitet.Bild: keystone

Peter Spuhler betreibt Pierin Vincenz

13.11.2024, 13:59
Mehr «Schweiz»

Peter Spuhler hat wohl genug. Seinem Freund Pierin Vincenz finanzierte er einst mit einem Darlehen von über 6,4 Millionen Franken die Luxusvilla in Teufen. Ende Oktober wurde von Spuhlers Anwalt die Betreibung auf Pfandverwertung eingeleitet. Damit kann die Liegenschaft zwangsversteigert werden. Dies berichtet die «Handelszeitung».

Der ehemalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz und seine damalige Gattin Nadja Ceregato erhoben keinen Rechtsvorschlag, wie es im Bericht weiter heisst. Somit ist eine Pfandverwertung, beziehungsweise Zwangsversteigerung, erst möglich.

Spuhler hatte Vincenz das Millionendarlehen 2019 gegeben, weil dieser seine Raiffeisen-Hypothek ablösen musste. Weil die Zürcher Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen Pierin Vincenz eröffnete und Vincenz einige Zeit in Untersuchungshaft musste, stand dieser unter Druck. Spuhler muss seitdem um seine Millionen fürchten, denn die Justiz fror Vincenz Vermögenswerte in zweistelliger Millionenhöhe ein.

Haus Vincenz
Das bescheidene Häuschen von Pierin Vincenz kann man kaufen.Bild: ginesta.ch

Keine Zinsen mehr bezahlt

Durch die Betreibung möchte Spuhler vermutlich als einziger Gläubiger der Vincenz-Villa, dass der Verwertungsprozess bereits Anfang Dezember beginnt. Eine Versteigerung könnte schon Anfang 2025 erfolgen. Seit dem Jahr 2022 versuchte der Luxusimmobilienmakler Ginesta, die Villa zu verkaufen. Die Preisvorstellung belief sich auf ca. 12 Millionen Franken. Da bislang keine Ergebnisse zu verzeichnen waren, nahm Spuhler das Ganze selbst in die Hand.

Vincenz bezahlte bereits seit 2022 keine Zinsen mehr. Spuhler hätte somit das Recht gehabt, eine sofortige Rückzahlung des Darlehens inklusive Zinsen und Zinseszinsen zu verlangen. Dass er mit seinem Intervenieren so lange gewartet hat, ist auf seine Freundschaft mit Vincenz zurückzuführen.

Nadja Ceregato ist für den Verkauf

Nadja Ceregato, Miteigentümerin und Ex-Partnerin von Vincenz, ist einem schnellen Verkauf der Liegenschaft nicht abgeneigt, da die Erhaltung des Anwesens mit hohen Kosten verbunden ist. In einem Interview beklagte sie sich: «Ich möchte mich von allem entlasten und ein neues Kapitel in meinem Leben aufschlagen.» (kek)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
22 Beweise dafür, dass Bau-Fails niemals nicht lustig sind
1 / 23
22 Beweise dafür, dass Bau-Fails niemals nicht lustig sind
Och, mit genügend Anlauf ...
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kreative Verkaufsstrategie: Immobilienmaklerin tanzt durch ihre Häuser
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
31 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Neruda
13.11.2024 16:32registriert September 2016
Pierin Vincenz ist so ein gutes Beispiel, was in unserer Wirtschaft falsch läuft. Fand den schon immer schmierig und ein Schwätzer. Halt ein klassischer Blender. Und wie ist's rausgekommen? Er ging auf Firmenkosten ins Puff und betrog den eigenen Arbeitgeber um Millionen. Warum fällt es so vielen meiner Mitbürger so schwer, solche Typen zu entlarven?
823
Melden
Zum Kommentar
31
    Lieferdienst will der Post Kunden abluchsen – und holt künftig auch Pakete zuhause ab
    Der Paketdienst DPD stellt in der Schweiz jedes zehnte Paket zu. Nun will er kleine Firmen für sich gewinnen. Dazu lanciert er eine neue Onlineplattform.

    Mehr als jedes zehnte Paket in der Schweiz wird von DPD geliefert. Während das Volumen im hiesigen Paketmarkt seit dem Ende der Coronapandemie wieder rückläufig ist und die Marktführerin Post im Jahr 2024 mit 180 Millionen gut 3 Prozent weniger Pakete transportierte, schreibt DPD nun einen neuen Rekord. Im vergangenen Jahr erzielte DPD mit 24,8 Millionen zugestellten Paketen hierzulande einen neuen Rekord.

    Zur Story