Wirtschaft
Schweiz

UBS-Chef Sergio Ermotti wehrt sich gegen neue Lobbying-Vorwürfe

Ermotti wehrt sich gegen neue Lobbying-Vorwürfe: «Haben das Recht, uns einzubringen»

29.04.2026, 14:2329.04.2026, 14:23

Die UBS wehrt sich gegen Vorwürfe, sie lobbyiere in der Kapitaldiskussion zu aggressiv. «Wir haben das Recht, uns in die Diskussion einzubringen», sagte Konzernchef Sergio Ermotti am Mittwoch an einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Die Bank habe «sehr starke Argumente», die man vorbringen wolle.

epa12891216 CEO Sergio Ermotti speaks during the Annual General Meeting of the UBS Group AG in Basel, Switzerland, 15 April 2026. EPA/GEORGIOS KEFALAS
UBS-Chef Sergio Ermotti wehrt sich.Bild: keystone

«Ausserdem haben wir zu viel Respekt vor dem Parlament, um Drohungen auszusprechen», betonte er. Man fokussiere sich auf das, was man beeinflussen könne und versuche die Fakten darzulegen. Und in Richtung Bundesrat sagte Ermotti: «Die Diskussion muss auf ein angebrachtes Niveau zurückfinden.»

Finanzministerin Karin Keller-Sutter hatte diese Woche in einem Interview mit dem «Blick» gesagt, sie höre von Parlamentariern, die fürchten, dass die UBS die Zuwendungen an ihre Partei reduzieren könnte. Ein so starkes Lobbying eines privaten Akteurs sei in der Schweiz eher unüblich, sagte die Bundesrätin. «Man kann unterschiedliche Meinungen haben. Es entspricht aber nicht dem gängigen Stil, dass man so dezidiert gegen unsere Institutionen antritt.»

Keine Spekulation ohne mehr Klarheit

Er werde derweil nicht öffentlich darüber sprechen, was die UBS als angemessen erachtet mit Blick auf das vorgeschlagene Regulierungspaket, sagte Ermotti. Die Bank hatte die Vorschläge des Bundesrats mehrfach als «extrem» bezeichnet. Vor allem die geplante vollständige Eigenkapitalunterlegung ausländischer Tochtergesellschaften ist ihr ein Dorn im Auge.

«Wir stimmen mit dem Bundesrat überein, dass Anpassungen gemacht werden sollten. Aber was heute auf dem Tisch liegt, ist zu viel und unverhältnismässig», sagte Ermotti einmal mehr. Dabei betonte er erneut, dass bei der Credit Suisse nicht die Ausgestaltung der Regulierung das Problem gewesen sei, sondern die Umsetzung und die Kommunikation.

Er werde derzeit auch nicht über mögliche Gegenmassnahmen spekulieren wie etwa einen Wegzug aus der Schweiz. Gleichzeitig verteidigte er aber auch Aussagen von Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher von Mitte April an der Generalversammlung. Dieser hatte gesagt, dass es die Pflicht der Bank sei, geeignete Optionen sorgfältig zu prüfen, um die negativen Folgen der Bundesratsvorschläge so weit wie möglich zu begrenzen. (dab/sda/awp)

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Pontifax
29.04.2026 15:06registriert Mai 2021
Ich würde mal sagen, die UBS hat sich schon mehr als genug in unsere Politik "eingebracht". Genug ist genug! Sie halten sich gefälligst endlich an unsere Gesetze und hören endlich damit auf, den Ruf unseres Landes zu schädigen. Vielleicht sollten wir wirklich über eine Verstaatlichung der UBS zu diskutieren anfangen! Und zwar OHNE Herrn Ermotti...
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Schlaf
29.04.2026 14:36registriert Oktober 2019
Zwischen sich einbringen und zu aggressivem Lobbyieren besteht schon ein beträchtlicher Unterschied.

Die Banken meinen immer noch, der Nabel der Schweiz zu sein und verhalten sich schon ziemlich frech, für den ganzen Dreck, den man sicherlich immer noch am Stecken hat!
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